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Dienstag, 31. Dezember 2013

Rückschau 2013 | Ausblick: G7 returns... in 2014

Hoch geschätzte verbliebene Page-Impressionisten von CINEtologie,

mit diesem Eintrag möchte der Gründer-CINEtologe nur kurz das Jahr 2013 in wenigen Zahlen zusammenfassen und mit euch den Ausblick für das Jahr 2014 teilen. Nicht mehr, nicht weniger.

In den zurückliegenden 12 Monaten des Jahres 13 nach dem Jahrtausendwechsel wurden
  • 26 Kinofilme (mit insgesamt 3.303 Filmminuten) 
in dafür vorgesehenen Lichtspielhäusern in Augenschein genommen sowie
  • 41 Veröffentlichungen (mit insgesamt 4.271 Filmminuten), darunter
    • 4 d2v-Releases und
    • 2 in Form von VoD 
im Heimkino beäugt.

Damit blickt der Gründer-CINEtologe auf zusammengenommen 7.574 Minuten (das sind abgerundete 126 Stunden!) vor flimmernden Bildschirmen und Leinwänden zurück.

Im Jahr 2014 lässt sich der Gründer-CINEtologe zu einem neuerlichen G7-Selbstversuch hinreißen. Wer von euch das CINEtologische Kinojahr 2012 verfolgt hatte, wird wissen, was hier auf dem Plan/Spiel steht und auch, warum es eines zweiten Anlaufes bedarf.
Allen anderen sei nur so viel gesagt: 7 hochkarätige Kinostarts in den kommenden 12 Monaten, die vorab festgelegt werden und die (diesmal:) nicht - über diese 7 hinaus - um weiteren Kinofilme ergänzt werden dürfen.

Und hier nun die Liste der Glorreichen 7 (#G7) für das Jahr 14 nach 2 Jahrtausenden menschlichen Kalendariums:

[Kurzfristige Änderung: Interstellar muss aus Gründen persönlicher Verpflichtung (denn nur diese können es rechtfertigen) The LEGO Movie weichen. Auch wenn damit das Merkmal der Vorabfestlegung mindestens aufgeweicht wurde, wird der G7-Selbstversuch vom Gründer-CINEtologen nicht als gescheitert angesehen.]
☑ The Wolf of Wall Street (Kinostart laut Filmstarts.de: 16.01.2014)
☑ Monuments Men (Kinostart laut Filmstarts.de: 20.02.2014) 
☑ 300: Rise of an Empire (Kinostart laut Filmstarts.de: 06.03.2014) 
☑ The LEGO Movie (Kinostart laut Filmstarts.de: 10.04.2014)
☑ The Expendables 3 (Kinostart laut Filmstarts.de: 21.08.2014) 
☑ Sin City 2: A Dame to Kill for (Kinostart laut Filmstarts.de: 18.09.2014) 
6. Interstellar (Kinostart laut Filmstarts.de: 06.11.2014) 
☑ Der Hobbit: Hin und zurück (Kinostart laut Filmstarts.de: 17.12.2014)

Damit sind 4 Sequels gesetzt, die von 3 für sich stehenden Filmen sinnvoll ergänzt werden.

Mittwoch, 11. Dezember 2013

FFA-nalyse: Der Kinobesucher 2012 - auch in 3D

Während im letzen Jahr bereits im Mai die neuen Zahlen zum Wesen des deutschen Kinobesuchers vorgelegen haben, hat die FFA ihre Lupe in diesem Jahr erst im Juni aus der Hand gelegt und präsentiert unter dem voyeuristisch anmutenden (und nicht gegenderten) Titel Der Kinobesucher 2012 die aktuellsten Zahlen über kinoaffine Menschen (ausgehend von 25.000 Panel-TeilnehmerInnen) - v.a. in Bezug auf deren Geldbeutel.

Der Gründer-CINEtologe verbindet diese Kino-Marktstudie mit dem CINEtologischen Kinojahr 2012, welches das der Glorreichen 7 werden sollte...




Gehen auch wir - ganz aus der Perspektive der Kino- und Filmwirtschaft - von den prägenden Kennziffern aus (nachfolgenden in der wahrscheinlichsten Gewichtung; jeweils: gegenüber 2011): Umsatz (+ 8 % auf 1,027 Mrd. €), Preis (+0,26 € auf 7,76 €) und BesucherInnen (+ 0,8 Mio. auf 29,9 Mio. mit 132 Besuchen; höchster Wert seit 6 Jahren!). Beachtet: Die ebenfalls auffindbaren, von den Filmtheatern gemeldeten Zahlen, weichen leicht (natürlich bis auf den Preis: nach oben hin!) von den GfK-Panel-Ermittlungen ab (dort stieg der Preis z.B. von 7,39 € im Jahr 2011 auf 7,65 € im Jahr 2012) ab. Eine Umsatz-Wachstumsrate von 8 % (bestes Ergebnis seit Datenerhebung!) bei erkennbar steigenden BesucherInnen- und Besuchszahlen ergibt also einen Preisanstieg um 4 % - wie gut, dass der Preis in der Kino-Marktwirtschaft Angebot und Nachfrage so unnachahmlich zum Wohle Aller reguliert...

Dass deutsches Kino sich 2012 marktanteilig wieder unterhalb der 20 Prozent einfindet, sollte angesichts erfolgreichster Produktionen wie Türkisch für Anfänger (2,4 Mio. verkaufte Tickets?!), Fünf Freunde oder Die Vampirschwestern niemanden wirklich überraschen.



Der Anteil der sog. intensiven KinobesucherInnen (mit mehr als 7 Kinobesuche innerhalb eines Kinojahres) wird zwar die 14 % im Jahr 2005 so schnell nicht mehr erreichen, steigt jedoch 2012 von 9 auf 10 %, womit zumindest keine weiteren Absenkung der Besuchsintensität zu verzeichnen ist: durchschnittliche 4,4 Besuche im Jahr 2012 konnte man/frau dann doch noch einrichten (gegenüber 4,9 im Jahr 2009). Und nicht zu vergessen: Der Anteil intensiver KinobesucherInnen am Umsatz stieg gegenüber 2011 um 3 % auf 37 % - während die Gruppe sporadischen BesucherInnen (zuletzt hier auch als cinematische Eintagsfliegen bezeichnet) sogar um 1 % auf 14 Prozent fällt!



Für die besuchsintensivste Altersgruppe der 20 bis 29-Jährigen (5,9 Besuche im Jahr 2012 gegenüber 6 im Jahr 2011; 32 % der Gesamtgruppe der intensiven KinobesucherInnen!) sprechend, muss der Gründer-CINEtologe anerkennend den deutlichen Besuchsanstieg bei den 40 bis 49-Jährigen (von 4 in 2011 auf 4,6 in 2012) feststellen. Überhaupt wachsen fast alle Altersgruppen bis auf die 10 bis 19-Jährigen (ja: und die eigene Alterskohorte auch nicht...).
Das Kinopublikum bleibt auch 2012 weiblicher (53 Prozent), der Männeranteil verzeichnet jedoch erstmals seit 2007 wieder einen Anstieg (+ 3 % gegenüber 2011).

Setzen wir diesen Durchschnitt ins Verhältnis mit den in der CineChronologie für das von der FFA betrachtete Jahr 2012 nachweislichen 12 Kinofilmen, so übersteigt die härtere Kinogangart des Gründer-CINEtologen den Horizont des deutschen Durchschnitts selbst im Jahr der nur minimal  Glorreichen 7 um mehr als 100 %!



Wer diese FFA-nalysen nicht zum ersten Mal liest, weiß, womit man den Gründer-CINEtologen am zuverlässigsten auf die Palme (und es ist nicht die "Goldene" gemeint...) bringt: Ausgaben im Kino mit Fokus auf Verzehr) Dass die durchschnittliche Gesamtausgabe pro Kinobesuch (d.h. inkl. Verzehr) bei nicht weniger als 11,20 € (und damit 0,17 Cent höher als noch 2011 und höchster Wert seit 2005) liegt. Um ein Prozent auf 52 % fiel hingegen der Anteil der BesucherInnen, die von den vorrangig filmhungrigen intensiven KinobesucherInnen im wahrsten Wortsinn "mit durchgefüttert werden". Der Anteil dieses Verzehrshungers an den Gesamtausgaben (der ebenfalls seit 2005 permanent gestiegen ist) lag 2012 bei 3,46 € (und sinkt damit seit 2007 endlich wieder!).

Die durchschnittlichen Ausgaben für den Verzehr pro Käufer lagen in 2012 bei 6,61 € .

Ohne Frage: Hier geht es aus der Sicht der Kinobetreiber um ein gigantisches Geschäft. Immerhin kam man 2012 auf 30 % des Verzehranteils an den Kinogesamtausgaben - rechnet man diesen sog. Concession-Verkauf zu den Ticketerlösen hinzu, lag der Umsatz 2012 tatsächlich bei unfassbaren 1,483 Mrd. € und stellte schon damals das beste Umsatzergebnis seit 2001 dar!
Man macht sich allerdings die Mühe, auch den letzten Zweiflern ihrer verzehrend-verheerenden Preispolitik angebliche Belege zu präsentieren:



Weitere diesbezügliche Zitate:

Dabei wurde generell in Kinos mit höheren Eintrittspreisen auch in 2012 proportional mehr für den Verzehr ausgegeben. [...]
Am Wochenende kaufen die Kinobesucher mehr Speisen und Getränke. Niedrige Eintrittspreise zu Beginn der Woche animierten auch in 2012 nicht zu erhöhten Ausgaben für Verzehr - eher im Gegenteil: Hier besuchten die wenigsten Kinobesucher die Concession - Kassen.

Nur leider belegt dies einmal mehr: Es geht nicht darum, mehr Besucher in die Kinos zu bekommen, die dort hauptsächlich wegen des Filmerlebnisses hingehen und auch nur dieses finanzieren wollen - es geht schlicht um die lukrativen Concession-Verkäufe! Nach dem Motto:
"Wenn ich als Kinobetreiber schon den Preis für die Karte senken soll (wann auch immer das in den vergangenen 10 Jahren jemals passiert sein soll...), dann musst du als BesucherIn aber auch einige Scheine für die Snacks und Softdrinks bei mir lassen. Unterlässt du das, bleiben die Preise eben hoch. Schließlich mache ich als Kinobetreiber mein Geld mit den 75 % BesucherInnen, die 1 bis maximal 3x im Jahr in mein Multiplex-Kino kommen und dann an der Concession-Kasse richtig zuschlagen. Weil sie Kino eben als teuren Spaß begreifen, den man sich mehrheitlich nur ein Mal im Jahr gönnt und dann sind nach der überteuerten Karte für rund 10 € inklusive aller Zuschläge die zusätzlichen 10 € für den Verzehr eben auch drin. Basta!" 
Ein fiktives Selbstgespräch eines Multiplex-Kino-Betreibers - aber sicher nicht aus der Luft gegriffen.


Mit dem CINEtologischen Blaulichtbezirk bildete der Gründer-CINEtologe seit Dezember 2011 dann erstmals auch seine Heimkino-Aktivitäten ab - ein akzeptabler Grund, auch diesen Bereich der Filmwirtschaft hier kurz abzubilden:
Während der Umsatz an den Kinokassen wieder steigt und die kapitalistisch-magische 1-Milliarde-Marke hinter sich gelassen hat, steht das sog. Home Video 2012 prozentual so schlecht da wie seit Jahren nicht mehr (61 % gegenüber 68 % noch 2007) und auch in den reinen Umsatzzahlen (1,587 Mrd. €) war in den vergangenen 5 Jahren nur 2008 noch trüber. Nichtsdestotrotz wächst der Gesamtumsatz (nimmt man den Ausreißer 2009 kurz aus dem Blick) seit 2007 fast kontinuierlich auf 2012 dann 2,613 Mrd. Euro. Feuchte Augen der Trauer muss da rein objektiv also niemand bekommen in den Filmwirtschaftschefetagen...

Kommen wir schließlich noch zum unnötigerweise überdimensionierten "Kino-Dreierlei": Wie der Extra-Studie der FFA zum Kinobesucher von 3D-Filmen 2012 zu entnehmen ist, ist bereits im 3. Jahr seit der 3D-Massenmarkteinführung der Hype auch schon wieder vorrüber:




Von den 132 Mio. Kinobesuchen insgesamt führten nur 27 Mio. in einen 3D-Film - im Vergleich zu 2011 ist das bei den um 7 % auf 106 Mio. angewachsenen 2D-Besuchen ein nicht zu unterschätzendes Minus von 2 Prozent für das 3D-Kino! Der 3D-Anteil liegt nur noch bei 20 % (2011: 22 %).
Das klingt dann euphemistisch ausgedrückt so:
Auch in 2012 spielte der Besuch von 3D - Filmen eine wichtige Rolle für den Kinobesuch. 27 Mio. gelöste Kinotickets und damit jeder fünfte Besuch (20%) entfielen auf einen 3D - Film.
Erwartbar ist dann auch das 3D-Umsatzminus von 1 % auf 268 Mio. € trotz um 8 % gestiegenem Anteil an den GesamtbesucherInnen - das liest sich dann wie folgt:

3D - Filme generierten in 2012 268 Mio. € Umsatz und damit 1 % weniger als 2011 (Gesamtbesucher: +8%). Der Besuch von 3D - Filmen stellte 26% des Umsatzes an den Kinokassen.  

Während der 2D-Umsatz (in Relation) mal eben zweistellig wächst (+ 17 %), steigen neben den 2D nun auch die 3D-Preise deutlicher:
Für den Besuch eines 3D - Filmes zahlte der Kinobesucher im Schnitt 10,05 € und somit 2% mehr als im Vorjahr. Dabei lag der Eintrittspreis 2,30 € über dem durchschnittlichen Eintrittspreis des Jahres 2012.
Bei 18,83 € liegen die durchschnittlichen Ticketausgaben im 3D-Kinosegment mittlerweile - wer es mag...
Was man verständlicherweise betont wissen will:
Der Anteil derjenigen, die ausschließlich für einen 3D-Film ins Kino gehen, lag 2012 bei 12%. Genauso viele 3D-Besucher wurden erst durch 3D zu einem Kinobesuch mobilisiert.
Auch klar muss aber sein:
Die 3D-Besucher bleiben weiterhin sporadische Kinogänger (68%).
Nur 1 % dieser für das dreidimensionales Sehen unnötigerweise zusätzlich bebrillten Kinogänger kann als intensiv bezeichnet werden. Das sieht dann grafisch im direkten Vergleich zu 2D so aus:



 
Was der Gründer-CINEtologe an dieser Stelle allerdings eingestehen muss: Will er jene Filme sehen, die er sich vorgenommen hat (und das sind immerhin im CINEtologischen Kinojahr 2014 wieder nur überschaubare, aber dennoch Glorreiche 7), kommt er auch in diesem zweiten G7-Anlauf nicht mehr drum herum, sich eine solche drei- wie überdimensionierte Scheuklappe selbst aufzusetzen...

An dieser Stelle daher nochmals sein Plädoyer: Wer drei Dimensionen braucht, um ins Kino gelockt zu werden, der braucht auch kein Kino! Der oder die soll es sich Zuhause vor dem eigenen 3D-Flachbildschirm gemütlich machen und nicht den anderen, ernsthaft am Kino interessierten Besuchern damit erhöhte Preise ohne (zumindest in 95 % der 3D-Produktionen) wirklichen Filmerlebnisgewinn aufbürden!

Samstag, 8. September 2012

Kino: The Expendables 2 (08.09.2012)

Gesamteindruck:
Darsteller      
Dialoge          
Drehbuch      
Dramaturgie  
Innovation      
Kamera/Optik
Soundtrack    

CINEtologisches Fazit:
 
Was tut man, wenn die Gagen von - zwar in der Mehrzahl gealterten, aber dennoch unbestreitbar hochkarätigen - Actionhelden der letzten Jahre und Jahrzehnte explodieren?

Nun, was man generell tun würde/könnte/sollte ist hier nicht erschöpfend zu erörtern - was aber Simon West (Regisseur u.a. von Con Air, Lara Croft: Tomb Raider oder auch The Mechanic) angesichts dessen tat, lässt sich mit Blick auf das filmische Resultat erahnen: Er ließ anderweitige Explosionen und Effekte entweder weg oder digitalisierte sie äußerst armselig. Da können auch gewagte Schnitte nichts mehr richten. Action mit abgespeckten Effekten ist wie Chuck Norris ohne Roundhouse-Kick.

Überhaupt erweckt der zweite Teil den Eindruck, als ob er zwar ohne Frage seine Berechtigung allein schon aus der sogar noch gesteigerten Rekrutierungsarbeit für die Stallone'sche Söldnertruppe beziehen könnte, aber die Sorgfalt (todes-)sträflich vernachlässigt wurde.

Wie der Gründer-CINEtologe dafür dann noch 4 Sterne geben kann, ist also eine zutiefst berechtigte Frage, die sich nur mit Verweis auf das gelungene selbstironische Moment adäquat beantworten lässt: Gerade das Wechselspiel von Stallone, Willis, Schwarzenegger, Norris leistet hier Überzeugungsarbeit (Zitat: Die Klapperkiste gehört in ein Museum! - Das gehören wir alle...).

Das Gewaltexzess-entielle dieses Films sollte niemanden ernsthaft überraschen - ebensowenig wie das All-Star-Cast kaum mehr als Sinnfreiheit erreichen und ein zweites Sequel vorbereiten kann...

Samstag, 28. Juli 2012

Kino: The Dark Knight Rises (28.07.2012)

Gesamteindruck:
Darsteller      
Dialoge          
Drehbuch      
Dramaturgie  
Innovation      
Kamera/Optik
Soundtrack    


CINEtologisches Fazit:

Der Dunkle Ritter erhebt sich für den finalen Teil der Nolan'schen Realverfilmung jenes Mythos vom maskierten, hoch technisierten Superhelden aus der Oberschicht nach Vorlage von Bob Kane. Und mit Anne Hathaway im - ihr wahrhaft auf den Leib geschneiderten - Catwoman-Outfit und Marion Cotillard (Inception) bekommt Christian Bale nach Katie Holmes (Batman Begins) und Maggie Gyllenhaal (The Dark Knight) ein amerikanisch-französisches Frauenduo an die Seite, welches die jeweilige Sache mehr als gut macht.
Ihm entgegen tritt ein Antiheld, der optisch, planerisch wie akustisch schon enormes Potential mitbringt. Nach all der Diskussion im Vorfeld hinsichtlich der Stimmausgestaltung jenes Banes (Tom Hardy) kommt dem Gründer-CINEtologe der schließliche Kompromiss (zumindest in der deutschen Synchro-Fassung) dann doch einen Tick zu weichgespült vor. Nichts gegen deutliche Aussprache, aber...
Hardy, Gordon-Levitt, Caine, Cotillard und Murphy sind Beweis dafür, dass Herr Nolan gewisse Präferenzen und eine Konstanz im Cast seiner Filme (Inception) schwerlich verbergen kann. Es würde nicht verwundern, wenn ein weiteres Projekt unter Nolans Regie zumindest einige dieser Namen wieder auflisten würde... Hier gilt: Da weiß man, was man hat.
 
Das dem Film an Umfang und Komplexität sicher in nichts nachstehenden weil ihm zugrundeliegende Drehbuch entstammt der Feder von Nolan - schließlich ist dies der Nachname sowohl von Christopher als auch Jonathan. David S. Goyer, der damit an allen drei Filmen zumindest mitgeschrieben hat, wechselte vorzeitig vom Fledermausmann zu jenem, der einfach "Super" zu sein vorgibt.

Herr Zimmer hat im Soundtrack wieder einmal richtig die orchestrale Drama-Keule ausgepackt - so, wie sich das gehört!

Was Kamera und den optischen Eindruck als Ganzes angeht, möchte der Gründer-CINEtologe seinen ausdrücklichen Dank an Christopher Nolan richten, der sich der 3D-Hype/Hysterie konsequent, gut begründet und schließlich verdient erfolgreich entgegenstemmt. Da macht sich endlich einmal jemand gerade für echte filmische Handwerkskunst, die in jeder Szene spürbar ist - v.a. dann, wenn es um SFX geht! Kameramann Wally Pfister, der mit Nolan schon seit Memento zusammen dreht, soll an dieser Stelle ebenfalls eine besondere Würdigung erfahren. 

Eine kleine Wehrmutströpfcheninfektion zieht der Film dann doch nach sich: Die "Florentinische Schlusszene" (wie der Gründer-CINEtologe sie aus hier nicht ausführlicher dargelegten Gründen nennen möchte) hätte an der entscheidenden Stelle nicht so explizit sein müssen.
Insgesamt wird der Schlussakt im Hause CINEtologie als etwas zu offenherzig bewertet, was dem Finale als solchem jedoch keinen Abbruch tut. An den zweiten Teil konnte er - realistisch betrachtet - nicht heranreichen.

[P.S.: Die vielkritisierte ausufernde Erzählweise ist dem Gründer-CINEtologe v.a. auch im Sinne des Charakterentwicklungszeitraums eine besondere Freude gewesen, der ohnehin dafür plädiert, dem Kinobesucher auch Filme mit deutlich mehr als 120 Minuten in einem Stück zuzumuten. Wer rauchen, die Blase entleeren oder Popcornnachschub ordern möchte, darf dies gern während der Vorstellung tun. Schließlich sind eben diese Damen und Herren auch die letzten, die sich von ihren Plätzen erheben und den Gang zur Kasse antreten, wenn Bild- oder Tonstörungen das Kinoerlebnis eintrüben...]

Freitag, 29. Juni 2012

Kino: The Amazing Spider-Man (29.06.2012)

Gesamteindruck:
Darsteller      
Dialoge          
Drehbuch      
Dramaturgie  
Innovation      
Kamera/Optik
Soundtrack    

CINEtologisches Fazit:

Darauf hat der Gründer-CINEtologe lange gewartet: Ein Reboot einer Comic-Verfilmung, die seiner Meinung nach zwar von Anfang an viel Potenzial hatte, der es aber in jedem Fall aber an einem passenden Hauptdarsteller mangelte. Dass er mit Tobey Maguire "spinnefeind" gewesen wäre, kann nun auch nicht gesagt werden. Zumindest das CINEtologische Ehrenmitglied weiß aber aus dem Nähkästchen zu plaudern, was dieses Unbehagen seitens des Gründer-CINEtologen angeht...

Nun ist es nicht so, dass Andrew Garfield (auf dem Radar spätestens seit seiner Rolle in The Social Network) die perfekte Besetzung wäre. Er spielt - den durch ihn leicht verjüngt wirkenden - Peter Parker allerdings deutlich weniger "nerdig" und sehr viel charmanter. Dass die Rolle hingegen wieder zu sehr ins teilweise zu gewollt humorvolle gepresst wurde, muss in der Tat nicht jedem gefallen.
Dass mit Emma Stone (u.a. The Help, Freunde mit gewissen Vorzügen, Crazy, Stupid, Love., Einfach zu haben oder Zombieland) die vom späteren Spider-Man umschwärmte Mitschülerin nicht nur schmückendes Beiwerk ist, liegt weniger an der Drehbuchkonzeption, sondern vielmehr an ihr selbst.
Das Klischee der stammelnden verliebten Teenies auf dem Schulflur setzen die beiden talentierten Darsteller dann auch eher mit unfreiwillig komischem Erfolg um - das will einfach nicht zu den beiden passen.

Marc Webb (zuvor v.a. Regisseur für Musikvideos) legt mit diesem Reboot nach (500) Days of Summer erst seinen zweiten Spielfilm vor. Mit diesem sicherte er sich jedoch gleichzeitig auch eine Option für zwei Fortsetzungen, die angesichts des finanziellen Erfolgs des ersten Teils wahrscheinlich sind.

Echte Neuerungen sind vorhanden (Stichwort: Lizard aka Die Echse), einige Elemente werden alternativ erzählt oder betont. Die Offenbarung des parallelen Spinnendaseins gegenüber Gwen ist letztlich nicht überhastet, sondern entspricht der Art und Weise, wie die Rolle von Miss Stone angelegt ist.

Dem Gründer-CINEtologen wurde mit diesem vierten Spider-Man jedenfalls erstmals ein Zugang zu dieser Marvel-Figur eröffnet und das erlaubt dann auch eine 5-Sterne-Wertung.

Montag, 13. Februar 2012

Von wegen Weltuntergang...

Quelle: cacophony of thought
Wenn man dem prophezeiten mayanischen Weltuntergangstermin am 21.12.2012 glauben will, dann lässt sich die Differenz zwischen dem deutschen Kinostart von Der Hobbit - Eine unerwartete Reise am 13.12.2012 nur dadurch erklären, dass sie schlicht nicht mit dem von Peter Jackson vorgelegten Tempo bei seiner Rückkehr nach Mittelerde gerechnet haben.

10 Monate vor dem wohl wichtigsten Kinotermin dieses Kinojahres, der in den CINEtologischen Glorreichen 7 festgeschrieben wurde, soll dieser Blogeintrag des Gründer-CINEtologen für frenetische Vorfreude statt apokalyptischer Ängste plädieren. Den Trailer in deutscher Sprache erspart er euch auch weiterhin - nicht nur, aber auch wegen sich daran entzündeten Diskussionen über mögliche Synchronverstimmungen...

Noch


Tage bis zum
deutschen Kinostart von
Der Hobbit - Eine unerwartete Reise

Freitag, 27. Januar 2012

Kino: J. Edgar (27.01.2012)

Gesamteindruck:
Darsteller      
Dialoge          
Drehbuch      
Dramaturgie  
Innovation      
Kamera/Optik
Soundtrack    

CINEtologisches Fazit:

Wäre der Gründer-CINEtologe mit schlechtem Stil geschlagen, dann würde er bezüglich J. Edgar wohl auf die bereits in der gestrigen Kritik zum Film Spurlos - Die Entführung der Alice Creed verwendete englischsprachige Wortgruppe "guy love" zurückgreifen. Und besäße er zudem keinerlei Pietät, käme er möglicherweise dazu, den von Leonardo DiCaprio so beeindruckend (sie geht gleich bis unter die Haut Altersmaske!) gemimten FBI-Chef der ersten Tage als machtbesessenes, an größtmöglicher Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit interessiertes, latent homosexuelles Muttersöhnchen zu bezeichnen... Ja, Mutter.

Beides wäre so wenig falsch wie es jedoch letztlich nur an der Oberfläche verhaftet sein würde. Und letzteres würde dem neuen Film von Clint Eastwood (Regisseur und Mitproduzent) beim besten Willen nicht gerecht.

Armie Hammer, Naomi Watts und Judith Dench (in dieser Reihenfolge) tragen mit ihrem Schauspiel - insbesondere unter der Altersmaske - ihren Teil zur außerordentlichen Intensität des Werkes bei.

Von bolschewistischen Kommunisten über Dr. Martin Luther King bis hin zum Ku-Klux-Klan - Mr. Hoover hatte in seinem (bzw. dem von seiner Behörde geführten) Kampf gegen all die Radikalen, welche die Ordnung, Sicherheit und Freiheit der Vereinigten Staaten von Amerika gefährden könnten, offenbar mit einigen "Bedrohungen" zu ringen. Vor allem aber mit seiner umfassenden Paranoia. Da hilft es schon, wenn man neben den in einer Fingerabdruckszentraldatei gesammelten Informationen über eben zusätzlich noch ein paar Geheimakten bei der Hand hat, die hoch Brisantes über amtierende und Präsidenten a.D. beinhalten...

Ein sensibles, zerbrechliches Portrait eines Mannes, der Maßstäbe in der Verbrechensbekämpfung zu setzen im Stande war, zugleich menschlich und ethisch nie zum Vorbild gereichte sowie Verleugnung v.a. sich selbst gegenüber praktizierte. Mit Präsident Nixxon wird gegen Ende ein ähnlicher Fall, diesmal allerdings gleich im höchsten politischen Amt, angedeutet.
Clint Eastwood ist - laut Abspann - auch für die Musik seines Films verantwortlich, die u.a. die berühmten Goldberg-Variationen (offenbar Nr. 2) des Johann Sebastian Bach beinhaltet. Schlicht eine großartige Komposition.

Dieser Film berührt letztlich ein Thema, das aktueller nicht sein könnte: Die wa(a)gemutige Balance zwischen Sicherheit und Freiheit in einer Gesellschaft. Nicht nur der U.S.-amerikanischen.

Dienstag, 24. Januar 2012

Für J. Edgar geht's wieder in den Rostocker Filmpalast

Der Gründer-CINEtologe wird am Freitag eine cineastische Reise nach Rostock antreten.

Hintergrund: Der erste Film der Glorreichen 7 für das CINEtologische Kinojahr 2012 kann vom ihm näheren Umkreis nur in dieser Stadt im dortigen CineStar Hansa-Filmpalast in Augenschein genommen werden.

Der Aufwand für diesen cinematischen Auftakt ist nicht zu unterschätzen, wird vom Gründer-CINEtologen aber in Kauf genommen, um seinen Plan, jeden einzelnen der sieben diesjährigen Kinobesuche möglichst intensiv erleben zu wollen, damit zu untermauern.

An dieser Stelle muss aber auch einmal Kritik an der Programmauswahl der vom Gründer-CINEtologen so oft aufgesuchten CineStar-Kinostandorten in Neubrandenburg (235x seit 2008) sowie dem Stammkino in Waren (Müritz) (19x seit 2011) geäußert werden:
Wie kann man ernsthaft einen Film von Clint Eastwood mit Leonardo DiCaprio und Naomi Watts nicht ins Programm aufnehmen, während u.a. Die Muppets und 5 Freunde oder auch Jack und Jill neben dem Chipmunks-Sequel aus dem vergangenen Jahr aufgrund ihrer von deren nächsten Verwandten alimentierten Zielgruppe sicherlich über etliche Wochen hinweg sich in eben diesem Programm festbeißen dürften?!
Zumindest das CineStar Neubrandenburg hätte definitiv frei werdende oder frei zu machende Film-Slots gehabt, um J. Edgar einen Programmplatz anzubieten.

Aber diese Entscheidungen werden wohl selten im Sinne einer möglichst qualitativ hochwertigen Filmauswahl getroffen - vielmehr geht es um berechenbar-kassenschlagendes Mainstream-Kino. Wie bedauerlich!

Sonntag, 1. Januar 2012

Die Glorreichen 7 für das CINEtologische Kinojahr 2012

Um auch nach dem Rekordjahr 2011 mit dem CINEtologischen Centum in Form von 100 Kinofilmen im Laufe von 365 Tagen (zumindest in den Augen der FFA) weiterhin als intensiver Kinobesucher gelten zu dürfen, braucht der Gründer-CINEtologe im neuen Jahr 2012 mindestens 7 Filme - hier ist seine Auswahl zu Jahresbeginn (Kinostarts in Klammern; Änderungen vorbehalten):

  • J. Edgar (19.01.2012 - gesehen am 27.01.2012) 
  • The Avengers (26.04.2012 - gesehen am 26.04.2012)
  • The Amazing Spider-Man (28.06.2012 - gesehen am 29.06.2012)
  • The Dark Knight Rises (19.07.2012 - gesehen am 28.07.2012)
  • The Expendables 2 (30.08.2012 - gesehen am 08.09.2012)
  • 96 Hours - The Payback (11.10.2012 - gesehen am 30.10.2012)
  • Der Hobbit - Eine unerwartete Reise (13.12.2012)

Der Gründer-CINEtologe will sich mit dieser Entscheidung wieder eine gewisse Exklusivität und Intensität (Kinobesuche als Erlebnis) in sein cineastisches Dasein zurückholen - beides blieb bei nahezu wöchentlichen Kinovorstellungen vorhersehbar auf der Strecke.