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Montag, 23. August 2010

Kritik: Salt (20.08.2010)

Gesamteindruck: ✪✪✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Drehbuch       ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰ ✰

CINEtologisches Fazit:

Für den Pfeffer in Salt sorgte jene Frau, die der Gründer-CINEtologe in diesem Agentenstreifen austeilen und einstecken sehen wollte: Angelina Jolie in Rein- und Bestform. Wo es der Story und der Dramaturgie an Esprit fehlten, mischte der entfesselte (joli = französisch für:) reizende (Achtung: Wortspiel noch nicht beendet) Pittbull das Salz in der Suppe ordentlich auf, sodass es doch irgendwie zum Tragen kam.
Das sprichwörtliche Haar in eben dieser Suppe war dennoch – vor allem nach einer Schnellfärbekur von blond zu schwarz – nicht zu übersehen: Dieses Doppelagenten-Rückblenden-Irgendwas im Drehbuch ist schlimmeres Instantgebräu als gewisse sog. Teegetränke.
Wer gern wieder Aufgewärmtes aus dem Kalt(gestellten) Krieg sehen will, hatte dazu in Berichterstattung in Zeitung und Fernsehen vor Kurzem die Gelegenheit. Dazu braucht es wirklich keinen Kinofilm von Phillip Noyce im Jahr 2010.
Auch die Halbwertszeit der dramaturgischen Undurchsichtigkeit lag mehr als deutlich unter jener des Plutoniums in den abgerüsteten thermonuklearen Sprengköpfe aus der Zeit, auf die der Streifen Bezug nimmt.

Ich sah, wofür zu sehen ich mich in die Arme des Kinosessels geworfen hatte: Angelina in Action, eingefangen von einer grundsoliden Kamera (stellvertretend sei hier Robert Elswit erwähnt) – nur leider ohne entsprechende Rückendeckung von den Drehbuchautoren Kurt Wimmer und Brian Helgeland und auch von o.g. Regieklappstuhlbesetzer.

Kritik: Das A-Team (11.08.2010)

Gesamteindruck: ✪✪✪✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Drehbuch       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰

CINEtologisches Fazit:

Ich war nie der übertriebene A-Team-Fanboy (vielleicht auch etwas zu jung, wie ich anmerken möchte), aber bei meinem sporadischen Beitrag zu den Einschaltquoten immer besonders angetan von der Figur des Hannibal.

Selbst wenn ich intensiver drüber nachdenken würde, kann ich mir nach diesem mehr als überzeugenden Leinwandauftritt schlicht keine bessere Besetzung des markanten Zigarrenvernichters vorstellen, als eben Liam Neeson. Seit 96 Hours dürften die Action-Potenziale des 58-Jährigen jedem Zuschauer mit Augen im Kopf offenkundig geworden sein.

Von der Brave-Heart-Parodie bis hin zur 3D-Vorstellung des Original A-Teams in der Mannheimer Militär-Psychiatrie, die der Verfilmung der Serie zum großen (Wand-)Durchbruch verhalf – muss ich explizit erwähnen, dass man mich mit solchen Darbietungen ohne Umwege auf seine Seite ziehen kann?!
Bezeichnend für die leider unübersehbare Animationsschwäche am Hafen war das Schiff mit dem Schriftzug Die Vergeltung. Der Kameraschwenk über Köln inkl. Dom-Blick, der uns den Kölner Hauptbahnhof als das Frankfurter Pendant verkaufen sollte, kann als ein weiterer Beweis für die amerikanische (geografische wie außenpolitische) Ignoranz, die sich in Hollywood fortsetzt, gewertet werden… oder aber man verlässt sich schlicht auf das Darüber-Hinwegsehen-Können des internationalen Kinobesuchers. Immerhin bekam die Kanzlerin dieser Bundesrepublik, in deren Territorium beide Städte stehen, einen (wenn auch nur hintergründigen) Fernsehauftritt.

Für mich hat Joe Carnahan als Regisseur und Mitautor des Drehbuches zusammen mit dem an der Produktion beteiligten Tony Scott Das A-Team von einer unnachahmlichen Serie in einen Action-Kinostreifen mit netten Dialogmomenten aus den Mundwerken von einer Besetzung, die in meinen Augen als zumindest annähernd – bis auf eine Ausnahme, bei der für mich einfach kein Zweifel besteht – optimal gelten darf, transferiert.

Kritik: Inception (30.07.2010)

Gesamteindruck:
Darsteller      
Drehbuch      
Dramaturgie  
Innovation      
Kamera/Optik
Soundtrack    

CINEtologisches Fazit:

Hype hin, hyperventilierende (positive wie negative) Kritiker her: Die Inception, die Mr. Nolan an dem Kinobesucher vorgenommen hat, entfaltet ihre Wirkung…

Nachdem Percy Jackson unter dem Hollywood-Schriftzug den Hades und den Fluss Styx auftat, bin ich mehr als dankbar, dass Christopher Nolan in seinem verflixten siebten Spielfilm als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent (an der Seite von Emma Thomas) in einer Person die eben genannte Traum(welt)fabrik dazu gebracht hat, den Zuschauer in vier (Traum-)Ebenen vorzustoßen zu lassen.
Wer sich im Kino eher in seichten Storygewässern wohl fühlt und in Plottreppenhäusern Wert darauf legt, dass Ein- und (Not-)Ausgänge unübersehbar als solche gekennzeichnet sind, der wird über seinen Tellerrand hinaus, gänzlich überfordert, einen fragenden Blick zum Kellner werfen. Und der winkt statt mit Zaunpfählen eher mit Zahnstochern.
Dem intensiveren Kinobesucher, der im Kino neben der Unterhaltung auch graue Hirnzellenreservisten mobilisieren kann, dürfte Nolans Angebot u.U. (im besten Sinne, ohne den patenhaft-rauen Tonfall) unmoralisch vorkommen. Muss sich der Gründer-CINEtologe – rhetorisch gefragt – in diesem Kontinuum ernsthaft verorten?

Ich kann an dieser Stelle nur ein weiteres Mal auf Leonardo DiCaprios rasanten Aufstieg in meiner persönlichen Schauspielerrangliste hinweisen: Von der Titanic an den Strand (englisch: The Beach) gespült, schien ihm spätestens seit seiner Führungsrolle in den Gangs of New York gründlich der Kopf gewaschen worden zu sein. Von seiner Etablierung zeugt auch Der Mann, der niemals lebte. Der (Psychatrie-)Besuch auf Shutter Island hat ihn (nicht selbstverständlich) weiter gefestigt.
Als Executive Inceptionist stellt er sein Talent erneut mit spielender Leichtig-, jedoch nicht ohne die gebührende Ernsthaftigkeit zur Schau – richtig kombiniert ergibt das: SCHAU-SPIEL-TALENT.

Mit einer ausdrucksstarken Marion Cotillard (mir unglücklicherweise aus Public Enemies bekannt), einer Ellen Page, die in ihrer Rolle der Ariadne sehr stark als Schlüsselloch in die Charakterabstellräume der Figur des Dominic „Dom“ Cobb fungiert, den aus Batman Begins und The Dark Knight vertrauten, sich harmonisch in Nolans neuen Geniestreich einfügenden Darstellern Michael Caine und Ken Watanabe wurde eine überzeugende Riege an Nebencharakteren zusammengestellt.

Es gibt für mich keinen ernsthaften Grund, gegen Drehbuch und Dramaturgie die auf der Tastatur tippende Hand zu erheben und mit ihr den Rotstift anzulegen. Sicher hätte ich gern mehr Details zu einigen Aspekten der in ihren Träumen Beraubten, der Technik dahinter sowie ein paar mehr spektakulär konstruierte Labyrinthe im Stile der zusammengerollten Straßenzüge zu sehen bekommen. Aber am Ende lebt dieser Film von der Ausgewogenheit, die den Totem-Kreisel in Bewegung hält – oder eben auch nicht, je nach Interpretation und Auslegung. Und wenn ich schon mal die Gelegenheit habe, über angedeutete Gesichtspunkte etwas länger als die übliche Zeitspanne zwischen dem Nachbeben eines Kinofilmeindrucks und seinem Verebben nachzudenken, dann bin ich dafür dankbar und stürze mich nicht darauf, weil ich ja schließlich irgendetwas brauche, um es dem Film staatsanwaltlich zur Last legen zu können.

Um meine besondere Faszination für das Thema Traumebenen zu verstehen, muss man wissen, dass mir die Traum-in-Traum-Schlafsituation bereits widerfahren ist und ich somit einen (je nachdem, wie man das betrachten will) "realen" Bezug dazu habe.

Mir persönlich hat Nolan jedenfalls – auch ohne den überdimensionalen Hype-Ventilator, dessen Luftstrom über den Großen Teich reicht – ein absolutes Filmgeschenk gemacht und ich hoffe, dass die nächsten sieben Spielfilme mich ähnlich beeindrucken können.

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Inception 
wurde sowohl für den 
Ästhetische Erfahrungsschatzinsel
nominiert.

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Leonardo DiCaprio
wurde u.a für seine Rolle in
Inception
für die
nominiert.

Kritik: 8th Wonderland (26.07.2010)

Gesamteindruck: ✪✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰
Drehbuch       ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰

CINEtologisches Fazit:

Was das „achte Wunderland“ vorweisen kann, ist eine Story mit Potenzial. Woran die Verfilmung einer fiktiven virtuellen Gesellschaft mit dem wunderlichen Namen und den die virtuellen Grenzen überschreitenden Ambitionen scheitert?
Vor allem an der schnell vorhersagbaren Dramaturgie und der geringen Tiefendimension im Drehbuch. Erschwerend wirkt sich auch der Faktor des Bekanntheitsgrades der Darsteller aus. Dieser liegt bei 0 bis 0,25 – und entspricht damit zwar ziemlich genau dem Leitzinssatz der U.S. Notenbank. Das wiederum hat vielleicht beim Auftreiben des (nichtsdestotrotz: low) Budget geholfen, nicht aber dem (subjektiven) Filmerlebnis.
Was mir im Gedächtnis geblieben ist: Der Kakerlaken-Führerprinzips-Nebenschauplatz, der Ansätze für eine philosophische Betrachtung bot.

Die Innovationskraft wäre demnach rückblickend sehr viel durchschlagender gewesen, wenn die anderen 3DIKS-Kriterien nicht vernachlässigt worden wären.

Freitag, 23. Juli 2010

Kritik: A Nightmare on Elm Street (29.06.2010)

Gesamteindruck:
Darsteller      
Drehbuch      
Dramaturgie  
Innovation      
Kamera/Optik
Soundtrack    

CINEtologisches Fazit:

Ehrlich gesagt ist mir dieser erste Kontakt mit der Figur des Freddy Krueger kaum eine ausführliche kritische Auseinandersetzung wert, da Regisseur Samuel Bayer, die Drehbuchautoren Strick & Heisserer sowie unter den Produzenten v.a. Michael Bay ihrer Sorgfaltspflicht nur ungenügend nachgekommen sind.

Bis auf den zuletzt auf Shutter Island aufgetauchten Jackie Earle Haley hat die Besetzung neben nett anzuschauenden Damen schauspielerisch wenig zu bieten.
Die Geschichte vom kinderschändenden Hausmeister Freddy, der nach der sich in Selbstjustiz übenden Elternschaft vom Feuer gezeichnet mit Klingen und Blut an den Händen durch die Träume der mittlerweile zu Teenagern herangewachsenen Kindern streift, scheitert an einer - von den Scherenhänden zu wenig angekratzten - Oberflächlichkeit und einem - die Bezeichnung nicht verdienenden - Spannungsbogen.
Nicht einmal die blutigen Bilder waren besonders herausragend. Das zumindest sollte ein sog. Horror-Film in meinen Augen leisten können.

Besonders absurd: Die Schlaflosigkeit der beiden Hauptcharaktere führt bei Quentin (durchschnittlich gespielt von Kyle Gallner) zu einer Verbindung von Freddy und dem Rattenfänger von Hameln - Schlafentzug wäre dann wohl auch eine gute Erklärung für die Story- und Plotschwächen...


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A Nightmare on Elm Street
wurde für die
nominiert.

Mittwoch, 23. Juni 2010

Kritik: Der Andere / The Other Man (14.06.2010)

Gesamteindruck: ✪✪✪✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Drehbuch       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰ ✰ ✰

CINEtologisches Fazit:

Den ein oder anderen Leser dieses Blogs mag meine unter dem Eindruck einer Enttäuschung über die in der Sneak Preview vom 26.04.2010 gezeigte Filmrolle verwundert haben. Heute bin ich froh, meinen Satz aus dem o.g. Post relativieren zu können – sprich: Der Gründer-CINEtologe gab der Sneak Preview im CineStar Heidelberg eine weitere Chance, ihn davon zu überzeugen, dass unter den im Rahmen dieser Sondervorstellungen gezeigten Filme auch ansprechende zu finden sind…

Liam Neeson und Antonio Banderas – ersterer in meiner persönlichen Liste der Schauspieltalente mit einer einstelligen Zahl vor dem Namen versehen und zweiterer zwar bei weitem kein Unbekannter, aber dennoch in keinem meiner Lieblingsfilme (oder auch nur in einem von mir zumindest respektierten Film) vertreten. Und doch sind es diese beiden, deren Gegenüberstellung dieses Drama ausmacht. Ein Story-Cocktail aus klassischen Gefühlen (Liebe, Eifersucht, Wut, Trauer) eines Ehemannes ohne Ehefrau wird von einem einzelnen markanten Twist aufgemischt. Für sich genommen wenig Geschehen, aber in der Faltentiefe von Peter und in den Augen von Abigail (gespielt von einer mich verzaubernden Romola Garai) liegt eine nicht unbeachtliche Tiefendimension, die von der Kamera treffsicher eingefangen wird. Die Filmmusik unterstreicht klassisch überzeugend die Filmmomente.

Es zeigt sich: Konsequenz im Handeln sollte bei der Frage nach einer offenen oder geschlossenen Kinoleinwandvorhang hin und wieder einer konstruktiven Inkonsequenz weichen können – CINEtologie und Sneak Preview sind wieder vereinbar.

Kritik: Millennium-Trilogie: Vergebung (08.06.2010)

Gesamteindruck: ✪✪✪✪✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Drehbuch       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰ ✰ ✰

CINEtologisches Fazit:

Das Finale der Millennium-Trilogie ist – anstelle von Vergebung (Originaltitel: Luftslottet som sprängdes; wörtliche Übersetzung, die ich vorgezogen hätte: Das Luftschloss, das gesprengt wurde) – vor allem eines: Eine Ansammlung von Namen und dazugehörigen Personen, die in einer bestimmten Konstellation zu einander stehen und überblickt werden müssen. Doch auch, wenn man (wie ich) nicht das beste Namensgedächtnis hat, keines der Bücher auch nur vom Buchrücken her kennt und jeden der vorausgegangenen Filme nur ein einziges Mal gesehen hat, ist es durchaus zu leisten.

Ich bin und bleibe ein Freund einer komplexen Handlung, die am Ende der Triologie noch einmal anzieht. Die Dicke des Drehbuches wird sich an der Buchvorlage orientiert haben und verlangt schon etwas mehr Geduld vom Zuschauer als die Vorgänger.
Im Fokus steht die Gerichtsverhandlung (ohne Richterin Salesch & Co.) der (immer noch) alles andere als gewöhnlichen Protagonistin Lisbeth Salander (gespielt von der auch mit ihrem dritten Auftritt überaus überzeugenden Noomi Rapace). Die Stärke von Mikael Blomkvist schwindet mit der finalen Veröffentlichung seiner Zeitschrift Millennium zusehends – der Schauspieler Michael Nyqvist wirkt in seiner Rolle blasser und kraftloser, was beabsichtigt sein kann, aber entsprechend nicht zu einem relativen Gleichgewicht in der Personenkonstellation beiträgt.
Dramaturgisch gibt es keine großen Überraschungen und das Erzähltempo wirkt etwas zäher.

Nichtsdestotrotz komme ich zu einem durchweg positiven Fazit in der Gesamtschau des Millennium-Dreiteilers, zu einem Interesse an der Fortsetzung einer (zumindest europaweiten) Schauspielkarriere von Noomi Rapace und zu einer Begeisterung für komplexen Stoff, aus dem Filme gewoben werden können.

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Vergebung
wurde für die
nominiert.

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Noomi Rapace
wurde u.a. für ihre Rolle in
Vergebung
mit der
prämiert. 

 
Noomi Rapace
wurde u.a. für ihre Rolle in
Vergebung
für die
nominiert.

Kritik: Prince of Persia – Der Sand der Zeit (01.06.2010)

Gesamteindruck: ✪✪✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰
Drehbuch       ✰ ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰ ✰

CINEtologisches Fazit:

Den ersten Kontakt zum persischen Prinzen stellte ein Personal Computer mit einem Microsoft Windows 3.11-Betriebssystem in meiner Kindheit her. Das Spiel stammt aus dem Jahr 1989 und ist damit nur zwei Jahre jünger als ich es bin. Nun aber zu dem, was Mike Newell und Jerry Bruckheimer – eindeutig NICHT mit dem o.g. in die Jahre gekommenen Windows OS und wohl kaum auf Basis des 1989er Spiels – an Filmmaterial für die große Leinwand zu generieren im Stande war.

Aus dem Cast sticht im Grunde genommen nur Sir Ben Kingsley als echte Größe heraus, auch wenn die Durchsichtigkeit der Rollenentwicklung schon als sehr hoch zu bewerten ist. Jake Gyllenhaal spielt seine Rolle zwar souverän, aber diese scheint zu oberflächlich angelegt (was damit zusammenhängen mag, dass dieser Streifen als Triologie-Auftakt-Veranstaltung gesehen wird). Gemma Arterton kommt ihrer Aufgabe als selbstbewusste und zweifellos bildschöne Vorlage für 1001 Nacht der männlichen Wunschträume ohne erkennbare Schwierigkeiten nach. Dem Rest fehlt es an Trennschärfe und Ausdruck.

Die Geschichte selbst zeichnet vor allem eine ständige Flucht- und „parkourige“ Laufbereitschaft nach, deren Verfolgung auf einem durchschnittlichen Level unterhält. Der Beziehung zwischen Prinz Dastan und Prinzessin Tamina fehlt es an Entwicklung. Nur die Faszination des speziellen Sandes überdauert.
Dies kann man nun erneut vor dem Hintergrund einer Sequel-Planung relativieren – muss man aber nicht, wenn man diese für wenig gewinnbringend hält.

Aus der visuellen Effekt-Ecke kam genug, um die Illusion eines orientalischen Mikrokosmos aufrechtzuerhalten und bestimmte Momente hervorzuheben. Das darf man erwarten, wenn es auch nicht als selbstverständlich gelten darf. Übermäßigen Eindruck hinterließ das alles bei mir nicht. Vor allem aber hätte ich mir gewünscht, dass etwas mehr von den (laut Wikipedia) 150 Mio. € Budget in die (vorstellbar) prächtige Metropole Alamut geflossen wären.

Keine Enttäuschung, keine echte Überraschung, keine Nachhaltigkeit – 4 wohlwollende Sterne scheinen mir Intention und Umsetzung angemessen.

Sonntag, 23. Mai 2010

Kritik: Das Leuchten der Stille (11.05.2010)

Gesamteindruck: ✪✪✪✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Drehbuch       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰ ✰ ✰

CINEtologisches Fazit:

Ich folge einfach dem Bedürfnis voranzustellen, dass Verfilmungen, die derart offenkundig romantische Züge tragen, in meiner Kinoplanung sehr selten berücksichtigt werden.
Wäre ich konsequent dieser selektiven Leitlinie (und eine solche ist notwendig, wenn das Kino-Budget monetäre Grenzen hat) gefolgt, hätte ich einen Vertreter dieses Genres (Melo-Drama) verpasst, den es sich zu sehen lohnt.

Die Story ist im Groben schnell erzählt: Vom in Deutschland stationierten U.S. Soldat (Channing Tatum) auf Heimaturlaub, der sich in die schöne Studentin (Amanda Seyfried) in den Semesterferien verliebt, dann zurück in den Einsatz muss, von dort aus einen Brief nach dem anderen zu seiner Liebe schickt und kurz vor dem ursprünglich angedachten Dienstende mit dem Anschlag auf das World Trade Center konfrontiert wird, was ihn vor die in seiner Truppe selbstverständliche Wahl einer Verlängerung der Dienstzeit stellt. Belassen wir es dabei – spoilern stößt schließlich nicht bei jedem auf Gegenliebe…

Neben den beiden Hauptdarstellern ist es die von Richard Jenkins authentisch gespielte autistische Vaterfigur, die beeindruckt. Weder Kamera noch Dramaturgie haben eine bis dato nicht dagewesene Leuchtkraft – aber in Verbindung mit einem Drehbuch, das sich der Erfolgsgeschichte eines Buches bedient und durch eine besondere Schauspielleistung gelingt die Übertragung auf die Kinoleinwand. Die Folge von Schicksalsschlaglöchern in der Plot ist kritikwürdig – die Verunreinigung der dichten Filmatmosphäre bleibt in meinen Augen deutlich unter den kritischen Grenzwerten.

Ich fühlte mich emotional tiefer berührt als ich es gewohnt bin – und schon das rechtfertigt für mich eine überdurchschnittliche Wertung.

Kritik: Blind Side – Die große Chance (04.05.2010)

Gesamteindruck: ✪✪✪✪✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✪
Drehbuch       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰

CINEtologisches Fazit:

Mein Zuschauer-Zugang zur Schauspielerin Sandra Bullock ist von Beginn an geprägt von einer Mischung aus Unverständnis für und Überraschung durch ihre Rollenwahl.
Mit einer nett formulierten Skepsis blicke ich zurück auf Miss Undercover und sehr aktuell auf Verrückt nach Steve; besonders positiv in Erinnerung ist mir im zeitlich weitesten Sinne Heat I sowie noch recht aktuell Selbst ist die Braut.

Vor diesem Hintergrund kann ich mich der außerordentlichen Faszination ihrer Darbietung in Blind Side nicht erwehren. Und das ist auch gar nicht nötig, wenn es einem ein Film derart einfach macht, sich von seiner auf wahrer Begebenheit beruhender Geschichte, deren Inszenierung und - vor allem - schauspielerischen Umsetzung begeistern zu lassen.

Das Sport-Drama um Michael „Big Mike“ Oher (gespielt von Quinton Aaron) ist von beeindruckender Intensität zu jedem Zeitpunkt der Dramaturgie. Das Portrait des schwarzen Heimkindes, welches in eine footballbegeisterte republikanische Familie unter der Schirmherrschaft der hartschaligen, zielstrebigen Leigh Anne Tuohy (unsagbar kraft- und ausdrucksvoll gespielt von eben dieser o.g. Sandra Bullock) hineinmanövriert wird.

Der Film macht im Grunde auf seinem Gebiet nichts neu – er macht es nur teilweise zum ersten Mal wirklich (auf)richtig und glaubwürdig.
Danke dafür insbesondere an John Lee Hancock für Regie und Drehbuch!

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Sandra Bullock
wurde für ihre Rolle in
Blind Side - Die große Chance
für die
nominiert.

Kritik: Kick-Ass (27.04.2010)

Gesamteindruck: ✪✪✪✪✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Drehbuch       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰

CINEtologisches Fazit:

Wenn Arschtritte im Kino verteilt werden, dann hat man sich entweder gewaltig im Etablissement vertan – oder aber eine Vorstellung jener Comicverfilmung besucht, dem die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) die Einschätzung Besonders wertvoll wohl auf ewig verwehren wird.

Exzessive Gewalt lässt sich nicht nur im Comic kunstvoll darstellen - das beweist dieser Indie-Streifen äußerst eindrucksvoll. Das Cast ist brutal gut; Nicolas Cage setzt dem als Big Daddy nur die Krone des größeren Bekanntheitsgrades auf. Die Anspielungen im Drehbuch reichen weiter als nur quer durch die Untersuchungshaftzelle der üblichen Comic-Verdächtigen – sehr schönes Ding, wie das Drehbuch überhaupt. Irre, aber eben irre gut. Der Soundtrack kickt; die Dramaturgie muss anfangs scheinbar ordentlich Luft holen, um bei der wahnsinnigen Story am Ball zu bleiben.

Was bleibt, ist das Adrenalin, das bei Kick-Ass quasi aufs Haus geht und die Überzeugung, dass man gerade ein Highlight des Kinojahres gesehen hat, mit der sich später erscheinende Produktionen werden messen müssen. Fakt.

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Kick-Ass
wurde mit dem
prämiert.


Kick-Ass
wurde für den 
nominiert.

Kritik: Verrückt nach Steve (26.04.2010)

Gesamteindruck:
Darsteller      
Drehbuch      
Dramaturgie  
Innovation      
Kamera/Optik
Soundtrack    

CINEtologisches Fazit:

Das erste und zugleich vorerst letzte Sneak Preview in meiner wie auch immer gearteten und wie auch immer verlaufenden unbezahlten Kino-Kritiker-Karriere unter dem Banner der CINEtologen:

Massiv überzuckertes Lachnaschwerk, deren Zutaten bei einer Ampel (ob nun für Lebensmittel oder Kinofilmmaterial) sofort Röteln verursacht. Sandra Bullock (die den Film zu ihrer Schande auch noch mit produziert hat!) legt in die Rolle der Mary Horowitz zu viel des Guten (dazu darf man Humor grundsätzlich zählen) und erschwerend dazu noch zu viel des Schlechten (ein Drehbuch für 99 Minuten Nerven tötenden Film, der sich zur negativen Krönung auch noch moralisch gibt).

Frau Bullock, bitte lassen sie die Finger von der Filmproduktion - zumindest wenn sie damit das Genre der Komödien bedienen wollen. Und: Ihre Schauspielkunst können sie auch in anderen Rollen ausdrücken, da bin ich mir sicher!

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Verrückt nach Steve
wurde für die
nominiert.

Freitag, 23. April 2010

Kritik: Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest (14.04.2010, 22:15 Uhr)

Gesamteindruck: ✪✪✪✪✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Drehbuch       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰ ✰ ✰

CINEtologisches Fazit:

Sehen wir einmal vom vollkommen unnötigen deutschen Titel-Teilstück ab, sah der Gründer-CINEtologe vor allem ein intensives Polizei-Portrait, in dem vor allem der Handlungsstrang um den Undercover-Cop Tango (gespielt von einem überragenden Don Cheadle) hervorstach.

Das bedeutet nicht, dass nicht auch Ethan Hawke als moralisch abwegiger Gesetzeshüter und der einen abgewrackten, kurz vor der Rente stehenden langjährigen Polizisten spielende Richard Gere (zugegeben nicht unbedingt ein von mir besonders geschätzter Schauspieler) in ihren Rollen und mit ihrer Darstellung überzeugen konnten.

Auch im Bewusstsein, dass die kamerabegleitete Verfolgung individueller Story-Stränge hin zu einer Zusammenführung - die bei Brooklyn’s Finest kurz vor Ende ausgesprochen beiläufig geschieht - ebenso wie das Cop-Drama-Issue an sich keine besondere Innovationskraft ausstrahlt, kommt der Gründer-CINEtologe dennoch nicht umhin, sich von diesem Film stark beeindruckt zu zeigen.

Hier wurde sich die nötige Zeit genommen, sich als Kinozuschauer den einzelnen Charakteren annähern zu können ohne dabei die Storyentwicklung unnötig auszubremsen.

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Gesetz der Straße - Brooklyn's Finest
wurde für den 
nominiert.

Kritik: Der Kautions-Cop (14.04.2010, 14:00 Uhr)

Gesamteindruck: ✪✪✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Drehbuch       ✰ ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰ ✰

CINEtologisches Fazit:

Butler trifft auf Aniston, maskuline Action wird ergänzt um weibliche Attraktivität (wie gut kann man bitte in einem altmodischen tiefblauen Kleid aussehen?!), Charme und Cleverness - hier wurde meiner bescheidenen Meinung nach eine neue Komödien-DreamCast-Kombi gefunden.

Dazu eine für eine RomCom meiner Ansicht nach recht komplexe Story (journalistische Ermittlung vs. Kopfgeld-Jagdausflüge zwischen einem Pärchen mit Scheidungshintergrund) mit einer entsprechenden (und zugleich ansprechenden) Plotline.

Das Genre wurde jetzt nicht unbedingt aus den Angeln gehoben und auf neue (wenn auch - auf weiblicher Seite - zumindest auf sehr attraktive) Beine gestellt, aber der Gründer-CINEtologe fühlte sich definitiv gut unterhalten, was wahrlich nicht selbstverständlich ist in dieser Filmsparte.

Kritik: Kampf der Titanen (13.04.2010)

Gesamteindruck: ✪✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰
Drehbuch       ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰

CINEtologisches Fazit:

Was zum Henker / zur Hölle / zum Hades hat die griechische Mythologie eigentlich Hollywood getan – außer der Tatsache, dass Hollywood augenscheinlich von den antiken Göttern ganz angetan ist.
Erst Percy Jackson und seine Diebe im Olymp, die weit mehr mitgehen ließen als nur einen unspektakulären Herrscherblitz, und jetzt das:

Eine gewaltige Besetzung (Liam Neeson, Ralph Fiennes und der von Pandora zurückgekehrte und aus dem Avatar in die Haut des Perseus verfrachtete Sam Worthington) trifft auf eine antike Sagenwelt, in der es am nötigsten fehlt – und ich spiele nicht auf die Gottlosigkeit an, von der man uns erzählen möchte. Nein, ich rede von - und ich wiederhole mich wirklich ungern - Visual Effects.
Gab das Produktionsbudget von 125 Mio. $ wirklich nur nett animierte Skorpione und den zugegeben gigantisch-überdimensionalen Kraken her? Hätte man das selbst für den Fall einer Hip-Hop-Parodie vollkommen überstrapazierte Bling-Bling im Olymp (exemplarisch am überbelichteten Zeus) nicht reduzieren können? Ein gewisser VFX-Standard muss erwartet werden können. Schwere Enttäuschung.

Und was war das mit der verflucht Schönen (genannt: Io, gespielt von Gemma Arterton)? Erst verweigert sie sich den Göttern (daher der Fluch), dann lässt sie den Fischer Perseus bei seinem Annäherungsversuch im Kahn des Fährmann auf dem Styx auflaufen, nur um wenig später von Hades' willigem Helfer ermordet und schließlich von Zeus zurück auf die Erde gerufen zu werden, um seinem Sohn Perseus eine standesgemäße Gefährtin zu sein – what the hell?!

Ich komme zu dem Schluss, dass hier Potenzial auf einem bis dato unerreichten Niveau lieblosem Entertainment geopfert wurde - ohne Innovationen zu schaffen oder auch nur ästhetisch ansprechend zu sein.

Montag, 23. Juni 2008

Kritik: The Eye (02.06.2008)

Wenn der Spiegel zur Seele
in tausend Scherben zerbricht,
kann die Dunkelheit um sich greifen.
Was ist aber, wenn mit dem
zurückgewonnenen Augenlicht
ein unwirkliches Zwielicht
verbunden zu sein scheint?
Wie viel Leid und Bürde fasst
ein Zelluläres Gedächtnis?
Und wer nimmt eigentlich die
Verstorbenen auf dem Weg ins
Jenseits an die Hand?

CINEtologisches Fazit:

Ich sehe... - Was? Etwa tote Menschen[...]?!
Wer sich nach diesem Statement an einen den sechsten Sinn
ansprechenden Streifen erinnert fühlt, der erlebt auf der Leinwand
praktisch ein Re-Remake, das irgendwie 1991 mit Mr. Willis begann,
2002 von der chinesisch-thailändische Ko-Produktion Gin Gwai
fortgesetzt und nun 2008 im offiziellen Remake der US-Filmimperialisten
zusammenfließt.
Es gibt nur einen wahrhaft alles überstrahlenden Grund, meine Kritik am
Einheitsbrei aus amerikanischen Kinoküchen nicht überkochen zu lassen:
In ein goldenes Gewand gehüllt, die Violine nicht bloß als weiteres
Mode-Accessoire am makellosen Körper. An all die Stimmen,
die jetzt laut werden: Ja, ich bin ein Mann und nein, weder
eine blinde noch eine schwangere Jessica Alba
lässt mich ernsthaft davor zurückschrecken,
sieben Actress-Sterne vom Himmel zu holen
und sie ihr bewundernd zu Füßen zu legen.
Ich sehe selbst ein, dass eine Ode an Jess
meinem Auftrag als Filmkritiker zuwider
läuft und deshalb hier der Vollständigkeit
halber die Aspekte, die Miss Alba nur in-
direkt beeinflussen konnte:

Eine Story, deren Vorgeschichte ich nie so ganz auszublenden
im Stande war.
Dramaturgisch wertvoll von der Längsschnittbetrachtung bis ins Detail.
Bis auf den Abspann herausragendes Melodiebett für den Filmfluss.

7-Sterne-Skala:

Gesamteindruck: ******
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Schauspieler: *******
Story: *****
Plot: ******
Musik: ******

Freitag, 23. Mai 2008

Kritik: An ihrer Seite (14.05.2008)

Wieviel Erinnerung braucht
eine gealterte Liebe?

Wieviel Distanz hält sie aus?
Wie fest kann Er Sie halten
ohne zu klammern?
Wie weit kann Er Sie gehen
lassen ohne allein zu sein?

Wie weit lassen sich die
eigenen Ansprüche an eine
Partnerschaft zurückstellen?


CINEtologisches Fazit:

An einem Mittwoch mitten in Heidelberg inmitten von schätzungsweise
10-15 Rentnern und Rentnerinnen sowie zwei jungen Frauen,
die wahlweise Enkellinnen oder Betreuerinnen abgeben könnten,
im „Traumkino“ zum Seniorenpreis zu sitzen, wird sich für euch kaum
als ein gelungenes Nachmittagsprogramm lesen – durchaus verständlich,
aber eben zu kurzsichtig (wie wohl auch einige dieser Mit-Kinogänger)...

Fiona: Wann haben wir den Pullover das letzte Mal gewaschen?
Grant: Kurz nach dem Krieg...?

Mit diesem ersten Dialog beginnt eine Geschichte, die sich wie
Ski-Langlauf-Spuren durch kanadischen Schnee zieht.
Die beiden Hauptcharaktere Grant und Fiona erleben statt einem
zweiten Herbst den unheimlich (man verzeihe mir dieses Wortspiel)
alzheimlichen Winter, der ihrer Ehe und vor allen Dingen ihrer
Partnerschaft alles abverlangt.
Im durch und durch ausgewogenen sozialen Netz von
Altenpflegerinnen, Leidensgenossen, Angehörigen
fiel mir die junge Frau mit roten Strähnen auf –
nicht nur in Bezug auf ihre körperliche Attraktivität.

Grandiose Rollenbesetzung, wunderbar bebilderte Szenen,
glücklicherweise alles andere als schnurgerade Plotline
mit musikalischer wie emotionaler Überzeugungskraft.

7-Sterne-Skala:

Gesamteindruck: ******
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Schauspieler: ******
Story: ******
Plot: ******
Musik: *****

Kritik: Chiko (05.05.2008)

Der Dozent zum Thema Respekt
ergreift das Wort auf der Straße,
ergreift die Chance auf Europas
grüne, gelbe und lila Scheine,
greift nach dem grünen Kraut,
dem weißen Pulver,
dem silbernen Schießeisen.

Vergreift er sich?
Begreift er etwas?


Hinterher ist man immer klüger.

CINEtologisches Fazit:

Dreckiger Sound,
sprengstoffbestücktes Storyboard
und gefühlsechte Emotion
-
Im 92-minütigen Streben um Respekt und Loyalität
findet Jesus zu Maria, Moschitto zu Bleibtreu,
Odd zu Koka und Tibet (nicht etwa zu China sondern) zu Heroin zurück.
Der Erzählungsstrang lässt sich recht schnell aufdröseln,
die Handlung verzichtet ganz bewusst auf schmückendes Beiwerk.
Umso gewaltiger wirkt die Präsenz der Darsteller.
Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden vergibt das
Prädikat wertvoll an Chiko -
CINEtologie belässt es bei 5 soliden Sternen.

P.S.:
An alle ruralen Rapper ohne gefestigtes Image hier noch der Tipp:
Chiko bietet ein wahnsinniges Repertoire an steilen Textvorlagen –
vom Unterarm-Tattoo übers korrekte Abwiegen des guten Odds bis
hin zum weißen Benz mit goldenen Felgen.

7-Sterne-Skala:

Gesamteindruck: *****
=================
Schauspieler: ******
Story: ****
Plot: ****
Musik: *****

Kritik: Street Kings (28.04.2008)

L.A. kennt Gewalt.

Und das nicht erst
seit Rodney King.
Auch Korruption
ist kein Fremdwort
und doch:

Wer braucht hier
eigentlich wen
und vor allem:
Wofür?


CINEtologisches Fazit:

Wrigley's statt Vicodin -
Ein bartstoppelloser Dr. House wechselt von der medizinischen
Diagnostik zur polizeilichen Dienstaufsicht und hätte es kaum besser
treffen können:
Bissig, kantig und eben von einer fragwürdigen Zwischenmenschlichkeit.
Ein abgewrackter Keanu Reeves in einem tiefschwarzen Lotus in der
Stadt der Engel, in der wohl eher den Abgesandten des Teufels die
Marken um den Hals gehängt oder an den Gürtel geheftet wurden.
Dazu wird Die Fackel der Fantastic Four röchelnd ausgepustet.
Ein ungekrönter König von Schottland schickt sich in diesem Streifen
an, nun auch den Thron im L.A.P.D. zu besteigen.
Sein Hofstaat präsentiert sich in allen düsteren Nuancen, die schwer
prognostizierbar auf Leinwand gebannt wurden.
Zweifellos fabulös besetzt (abgesehen von einer trivialen Nebenrolle:
The Game and what they call the AK 47) können die Könige der Straßen
in einer alles andere als festgefahrenen Story (vor allem im Vergleich zum bereits besprochenen Helden der Nacht) definitiv überzeugen.

7-Sterne-Skala:

Gesamteindruck: ******
==================
Schauspieler: ******
Story: ******
Plot: ******
Musik: ****

Mittwoch, 23. April 2008

Kritik: Die Schwester der Königin (02.03.2008)


Marie, Anne und George –
drei Geschwister, die eine
scheinbar unbeschwerte
Kindheit erleben.
Dabei sind zumindest für
die beiden Boleyn-Schwestern
die Biografien schon relativ
ausgearbeitet...


CINEtologisches Fazit:

Nimmst du die Herausforderung an?
Diese irgendwie schon beantwortete Frage an die für ihren Vater zu Höherem berufene Anne bereitet den Boden für ein gespaltenes, von Missgunst und Intrigen geprägtes Verhältnis zu ihrer Schwester Mary, der Scarlett Johansson ihren durchaus üppigen Körper leiht.
Der Dresscode des Mittelalters ist dem bezaubernden Anblick von Natalie Portman insgesamt nicht so zuträglich, wie für Mrs. Johansson, aber das sind ja nur Oberflächlichkeiten.

In der Detailansicht glänzten beide Darstellerinnen durch vielschichtige Charaktermerkmale – was die Anwesenheit eines Königs (noch dazu, wenn es ein Eric Bana ist) in zwei Frauen auslösen kann, ist wahrlich faszinierend.

Emanzipatorische Ansätze blitzten vorrangig in Form der Boleyn-Mutter Elizabeth (erstklassig gespielt von Kristin Scott Thomas) hervor in einem Zeitalter, welches Gebärmaschinen für männliche Erben und Lustobjekte eigenständigen und mündigen Partnerinnen vorzieht.

Historische Filme sind meist vorbildlich musikalisch untermalt, was auch der Schwester der Königin nicht abgesprochen werden kann.

Generell kann der Streifen mit Elizabeth mithalten, nur die Dramaturgie wurde aus meiner Sicht zu sehr beschnitten – 10 bis 20 Minuten mehr Bilder hätten sicherlich niemanden von den Sitzen getrieben.
Immerhin bleibt mir die Hoffnung, dass die Blu-ray-Disc diesen frommen Wunsch mit einem Director's Cut erfüllen könnte.
Die Geschichte der Britischen Inseln bietet garantiert Filmstoff für Jahre und derartig gut besetzt war ein Fehlgriff auch fast ausgeschlossen.

7-Sterne-Skala:

Gesamteindruck: *****
=================
Schauspieler: ******
Story: *****
Plot: ****
Musik: *****