Freitag, 23. Mai 2008

Kritik: An ihrer Seite (14.05.2008)

Wieviel Erinnerung braucht
eine gealterte Liebe?

Wieviel Distanz hält sie aus?
Wie fest kann Er Sie halten
ohne zu klammern?
Wie weit kann Er Sie gehen
lassen ohne allein zu sein?

Wie weit lassen sich die
eigenen Ansprüche an eine
Partnerschaft zurückstellen?


CINEtologisches Fazit:

An einem Mittwoch mitten in Heidelberg inmitten von schätzungsweise
10-15 Rentnern und Rentnerinnen sowie zwei jungen Frauen,
die wahlweise Enkellinnen oder Betreuerinnen abgeben könnten,
im „Traumkino“ zum Seniorenpreis zu sitzen, wird sich für euch kaum
als ein gelungenes Nachmittagsprogramm lesen – durchaus verständlich,
aber eben zu kurzsichtig (wie wohl auch einige dieser Mit-Kinogänger)...

Fiona: Wann haben wir den Pullover das letzte Mal gewaschen?
Grant: Kurz nach dem Krieg...?

Mit diesem ersten Dialog beginnt eine Geschichte, die sich wie
Ski-Langlauf-Spuren durch kanadischen Schnee zieht.
Die beiden Hauptcharaktere Grant und Fiona erleben statt einem
zweiten Herbst den unheimlich (man verzeihe mir dieses Wortspiel)
alzheimlichen Winter, der ihrer Ehe und vor allen Dingen ihrer
Partnerschaft alles abverlangt.
Im durch und durch ausgewogenen sozialen Netz von
Altenpflegerinnen, Leidensgenossen, Angehörigen
fiel mir die junge Frau mit roten Strähnen auf –
nicht nur in Bezug auf ihre körperliche Attraktivität.

Grandiose Rollenbesetzung, wunderbar bebilderte Szenen,
glücklicherweise alles andere als schnurgerade Plotline
mit musikalischer wie emotionaler Überzeugungskraft.

7-Sterne-Skala:

Gesamteindruck: ******
==================
Schauspieler: ******
Story: ******
Plot: ******
Musik: *****

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