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Mittwoch, 11. Dezember 2013

FFA-nalyse: Der Kinobesucher 2012 - auch in 3D

Während im letzen Jahr bereits im Mai die neuen Zahlen zum Wesen des deutschen Kinobesuchers vorgelegen haben, hat die FFA ihre Lupe in diesem Jahr erst im Juni aus der Hand gelegt und präsentiert unter dem voyeuristisch anmutenden (und nicht gegenderten) Titel Der Kinobesucher 2012 die aktuellsten Zahlen über kinoaffine Menschen (ausgehend von 25.000 Panel-TeilnehmerInnen) - v.a. in Bezug auf deren Geldbeutel.

Der Gründer-CINEtologe verbindet diese Kino-Marktstudie mit dem CINEtologischen Kinojahr 2012, welches das der Glorreichen 7 werden sollte...




Gehen auch wir - ganz aus der Perspektive der Kino- und Filmwirtschaft - von den prägenden Kennziffern aus (nachfolgenden in der wahrscheinlichsten Gewichtung; jeweils: gegenüber 2011): Umsatz (+ 8 % auf 1,027 Mrd. €), Preis (+0,26 € auf 7,76 €) und BesucherInnen (+ 0,8 Mio. auf 29,9 Mio. mit 132 Besuchen; höchster Wert seit 6 Jahren!). Beachtet: Die ebenfalls auffindbaren, von den Filmtheatern gemeldeten Zahlen, weichen leicht (natürlich bis auf den Preis: nach oben hin!) von den GfK-Panel-Ermittlungen ab (dort stieg der Preis z.B. von 7,39 € im Jahr 2011 auf 7,65 € im Jahr 2012) ab. Eine Umsatz-Wachstumsrate von 8 % (bestes Ergebnis seit Datenerhebung!) bei erkennbar steigenden BesucherInnen- und Besuchszahlen ergibt also einen Preisanstieg um 4 % - wie gut, dass der Preis in der Kino-Marktwirtschaft Angebot und Nachfrage so unnachahmlich zum Wohle Aller reguliert...

Dass deutsches Kino sich 2012 marktanteilig wieder unterhalb der 20 Prozent einfindet, sollte angesichts erfolgreichster Produktionen wie Türkisch für Anfänger (2,4 Mio. verkaufte Tickets?!), Fünf Freunde oder Die Vampirschwestern niemanden wirklich überraschen.



Der Anteil der sog. intensiven KinobesucherInnen (mit mehr als 7 Kinobesuche innerhalb eines Kinojahres) wird zwar die 14 % im Jahr 2005 so schnell nicht mehr erreichen, steigt jedoch 2012 von 9 auf 10 %, womit zumindest keine weiteren Absenkung der Besuchsintensität zu verzeichnen ist: durchschnittliche 4,4 Besuche im Jahr 2012 konnte man/frau dann doch noch einrichten (gegenüber 4,9 im Jahr 2009). Und nicht zu vergessen: Der Anteil intensiver KinobesucherInnen am Umsatz stieg gegenüber 2011 um 3 % auf 37 % - während die Gruppe sporadischen BesucherInnen (zuletzt hier auch als cinematische Eintagsfliegen bezeichnet) sogar um 1 % auf 14 Prozent fällt!



Für die besuchsintensivste Altersgruppe der 20 bis 29-Jährigen (5,9 Besuche im Jahr 2012 gegenüber 6 im Jahr 2011; 32 % der Gesamtgruppe der intensiven KinobesucherInnen!) sprechend, muss der Gründer-CINEtologe anerkennend den deutlichen Besuchsanstieg bei den 40 bis 49-Jährigen (von 4 in 2011 auf 4,6 in 2012) feststellen. Überhaupt wachsen fast alle Altersgruppen bis auf die 10 bis 19-Jährigen (ja: und die eigene Alterskohorte auch nicht...).
Das Kinopublikum bleibt auch 2012 weiblicher (53 Prozent), der Männeranteil verzeichnet jedoch erstmals seit 2007 wieder einen Anstieg (+ 3 % gegenüber 2011).

Setzen wir diesen Durchschnitt ins Verhältnis mit den in der CineChronologie für das von der FFA betrachtete Jahr 2012 nachweislichen 12 Kinofilmen, so übersteigt die härtere Kinogangart des Gründer-CINEtologen den Horizont des deutschen Durchschnitts selbst im Jahr der nur minimal  Glorreichen 7 um mehr als 100 %!



Wer diese FFA-nalysen nicht zum ersten Mal liest, weiß, womit man den Gründer-CINEtologen am zuverlässigsten auf die Palme (und es ist nicht die "Goldene" gemeint...) bringt: Ausgaben im Kino mit Fokus auf Verzehr) Dass die durchschnittliche Gesamtausgabe pro Kinobesuch (d.h. inkl. Verzehr) bei nicht weniger als 11,20 € (und damit 0,17 Cent höher als noch 2011 und höchster Wert seit 2005) liegt. Um ein Prozent auf 52 % fiel hingegen der Anteil der BesucherInnen, die von den vorrangig filmhungrigen intensiven KinobesucherInnen im wahrsten Wortsinn "mit durchgefüttert werden". Der Anteil dieses Verzehrshungers an den Gesamtausgaben (der ebenfalls seit 2005 permanent gestiegen ist) lag 2012 bei 3,46 € (und sinkt damit seit 2007 endlich wieder!).

Die durchschnittlichen Ausgaben für den Verzehr pro Käufer lagen in 2012 bei 6,61 € .

Ohne Frage: Hier geht es aus der Sicht der Kinobetreiber um ein gigantisches Geschäft. Immerhin kam man 2012 auf 30 % des Verzehranteils an den Kinogesamtausgaben - rechnet man diesen sog. Concession-Verkauf zu den Ticketerlösen hinzu, lag der Umsatz 2012 tatsächlich bei unfassbaren 1,483 Mrd. € und stellte schon damals das beste Umsatzergebnis seit 2001 dar!
Man macht sich allerdings die Mühe, auch den letzten Zweiflern ihrer verzehrend-verheerenden Preispolitik angebliche Belege zu präsentieren:



Weitere diesbezügliche Zitate:

Dabei wurde generell in Kinos mit höheren Eintrittspreisen auch in 2012 proportional mehr für den Verzehr ausgegeben. [...]
Am Wochenende kaufen die Kinobesucher mehr Speisen und Getränke. Niedrige Eintrittspreise zu Beginn der Woche animierten auch in 2012 nicht zu erhöhten Ausgaben für Verzehr - eher im Gegenteil: Hier besuchten die wenigsten Kinobesucher die Concession - Kassen.

Nur leider belegt dies einmal mehr: Es geht nicht darum, mehr Besucher in die Kinos zu bekommen, die dort hauptsächlich wegen des Filmerlebnisses hingehen und auch nur dieses finanzieren wollen - es geht schlicht um die lukrativen Concession-Verkäufe! Nach dem Motto:
"Wenn ich als Kinobetreiber schon den Preis für die Karte senken soll (wann auch immer das in den vergangenen 10 Jahren jemals passiert sein soll...), dann musst du als BesucherIn aber auch einige Scheine für die Snacks und Softdrinks bei mir lassen. Unterlässt du das, bleiben die Preise eben hoch. Schließlich mache ich als Kinobetreiber mein Geld mit den 75 % BesucherInnen, die 1 bis maximal 3x im Jahr in mein Multiplex-Kino kommen und dann an der Concession-Kasse richtig zuschlagen. Weil sie Kino eben als teuren Spaß begreifen, den man sich mehrheitlich nur ein Mal im Jahr gönnt und dann sind nach der überteuerten Karte für rund 10 € inklusive aller Zuschläge die zusätzlichen 10 € für den Verzehr eben auch drin. Basta!" 
Ein fiktives Selbstgespräch eines Multiplex-Kino-Betreibers - aber sicher nicht aus der Luft gegriffen.


Mit dem CINEtologischen Blaulichtbezirk bildete der Gründer-CINEtologe seit Dezember 2011 dann erstmals auch seine Heimkino-Aktivitäten ab - ein akzeptabler Grund, auch diesen Bereich der Filmwirtschaft hier kurz abzubilden:
Während der Umsatz an den Kinokassen wieder steigt und die kapitalistisch-magische 1-Milliarde-Marke hinter sich gelassen hat, steht das sog. Home Video 2012 prozentual so schlecht da wie seit Jahren nicht mehr (61 % gegenüber 68 % noch 2007) und auch in den reinen Umsatzzahlen (1,587 Mrd. €) war in den vergangenen 5 Jahren nur 2008 noch trüber. Nichtsdestotrotz wächst der Gesamtumsatz (nimmt man den Ausreißer 2009 kurz aus dem Blick) seit 2007 fast kontinuierlich auf 2012 dann 2,613 Mrd. Euro. Feuchte Augen der Trauer muss da rein objektiv also niemand bekommen in den Filmwirtschaftschefetagen...

Kommen wir schließlich noch zum unnötigerweise überdimensionierten "Kino-Dreierlei": Wie der Extra-Studie der FFA zum Kinobesucher von 3D-Filmen 2012 zu entnehmen ist, ist bereits im 3. Jahr seit der 3D-Massenmarkteinführung der Hype auch schon wieder vorrüber:




Von den 132 Mio. Kinobesuchen insgesamt führten nur 27 Mio. in einen 3D-Film - im Vergleich zu 2011 ist das bei den um 7 % auf 106 Mio. angewachsenen 2D-Besuchen ein nicht zu unterschätzendes Minus von 2 Prozent für das 3D-Kino! Der 3D-Anteil liegt nur noch bei 20 % (2011: 22 %).
Das klingt dann euphemistisch ausgedrückt so:
Auch in 2012 spielte der Besuch von 3D - Filmen eine wichtige Rolle für den Kinobesuch. 27 Mio. gelöste Kinotickets und damit jeder fünfte Besuch (20%) entfielen auf einen 3D - Film.
Erwartbar ist dann auch das 3D-Umsatzminus von 1 % auf 268 Mio. € trotz um 8 % gestiegenem Anteil an den GesamtbesucherInnen - das liest sich dann wie folgt:

3D - Filme generierten in 2012 268 Mio. € Umsatz und damit 1 % weniger als 2011 (Gesamtbesucher: +8%). Der Besuch von 3D - Filmen stellte 26% des Umsatzes an den Kinokassen.  

Während der 2D-Umsatz (in Relation) mal eben zweistellig wächst (+ 17 %), steigen neben den 2D nun auch die 3D-Preise deutlicher:
Für den Besuch eines 3D - Filmes zahlte der Kinobesucher im Schnitt 10,05 € und somit 2% mehr als im Vorjahr. Dabei lag der Eintrittspreis 2,30 € über dem durchschnittlichen Eintrittspreis des Jahres 2012.
Bei 18,83 € liegen die durchschnittlichen Ticketausgaben im 3D-Kinosegment mittlerweile - wer es mag...
Was man verständlicherweise betont wissen will:
Der Anteil derjenigen, die ausschließlich für einen 3D-Film ins Kino gehen, lag 2012 bei 12%. Genauso viele 3D-Besucher wurden erst durch 3D zu einem Kinobesuch mobilisiert.
Auch klar muss aber sein:
Die 3D-Besucher bleiben weiterhin sporadische Kinogänger (68%).
Nur 1 % dieser für das dreidimensionales Sehen unnötigerweise zusätzlich bebrillten Kinogänger kann als intensiv bezeichnet werden. Das sieht dann grafisch im direkten Vergleich zu 2D so aus:



 
Was der Gründer-CINEtologe an dieser Stelle allerdings eingestehen muss: Will er jene Filme sehen, die er sich vorgenommen hat (und das sind immerhin im CINEtologischen Kinojahr 2014 wieder nur überschaubare, aber dennoch Glorreiche 7), kommt er auch in diesem zweiten G7-Anlauf nicht mehr drum herum, sich eine solche drei- wie überdimensionierte Scheuklappe selbst aufzusetzen...

An dieser Stelle daher nochmals sein Plädoyer: Wer drei Dimensionen braucht, um ins Kino gelockt zu werden, der braucht auch kein Kino! Der oder die soll es sich Zuhause vor dem eigenen 3D-Flachbildschirm gemütlich machen und nicht den anderen, ernsthaft am Kino interessierten Besuchern damit erhöhte Preise ohne (zumindest in 95 % der 3D-Produktionen) wirklichen Filmerlebnisgewinn aufbürden!

Samstag, 15. September 2012

FFA-nalyse: Der Kinobesucher 2011 - unter der Lupe der FFA

Der Mai liegt schon etwas länger zurück - warum hier nun doch noch einmal darauf verwiesen werden soll: Es ist der Monat, in dem die FFA hinter der Lupe hervorschaut und in dem dann auch dem/der geneigten LeserIn deren neueste Studie zum Wesen des deutschen Kinobesuchers unter die Augen kommt: Der Kinobesucher 2011.
Wie schon bei der letzten Studie dieser Art aus dem Mai 2011 wird der Gründer-CINEtologe auch dieses Jahr seinen qualifizierten Kommentar dazu abgeben:


Stellen wir anfangs wieder jene Zahlen in den Mittelpunkt, welche die Kinowirtschaft (wahrscheinlich tatsächlich auch in nachfolgender Gewichtung) Jahr für Jahr prägen: Umsatz (+ 4 % auf 946 Mio. €), Preis (+0,19 € auf 7,49 €) und BesucherInnen (+ 3 % auf 30,5 Mio. mit 126 Mio. Besuchen).


Ein historischer Tiefstand (10 % gegenüber 14 % im Jahr 2005) des Anteils der sog. intensiven KinobesucherInnen (mit mehr als 7 Kinobesuche innerhalb eines Kinojahres) führt in der Konsequenz selbstredend auch zu einer weiteren Absenkung der Besuchsintensität auf durchschnittliche 4,1 Besuche im Jahr 2011 (gegenüber 4,7 im Jahr 2009).


Auf die besuchsintensiveste Altersgruppe der 20 bis 29-Jährigen konzentriert, zeigt sich, dass sie (zusammen mit der Gruppe der über 60-Jährigen) die letzten sind, die in Sachen Besuchsintensität nicht immer weiter absinken. Und jetzt darf genau ein Mal geraten werden, zu welcher der Gründer-CINEtologe zu zählen ist... 

Setzen wir diesen Durchschnitt ins Verhältnis mit den in der CineChronologie für das von der FFA betrachtete Jahr 2011 nachweislichen 100 Kinofilmen (Codename: CINEtologisches Centum), so übersteigt die härtere Kinogangart des Gründer-CINEtologen den Horizont des deutschen Durchschnitts in seiner Altersklasse um nicht weniger als 1851 %!


In der obigen Abbildung erkennen wir u.a., dass die durchschnittliche Gesamtausgabe pro Kinobesuch (d.h. inkl. Verzehr) bei nicht weniger als 11,03 € (höher als 2010 und höchster Wert seit 2005) liegt. Um ein Prozent auf 53 % stieg der Anteil der BesucherInnen, die im Kino u.a. Popcorn und Softdrinks konsumieren. Der Anteil dieses Verzehrs an den Gesamtausgaben (der ebenfalls seit 2005 permanent gestiegen ist) liegt bei 3,54 €. Wie später auf Seite 80 zu lesen ist, wird
generell in Kinos mit höheren Eintrittspreisen auch in 2011 proportional mehr für den Verzehr ausgegeben.
Um sich nicht wortwörtlich zu wiederholen, betont der Gründer-CINEtologe diesmal, wie schädlich diese Verquickung von Eintrittspreis und "Verzehrsaufkommen" für alle, aber insbesondere für diejenigen BesucherInnen ist, die Wert auf das reine Filmerlebnis legen und auf Verzehr verzichten.
Als ein solcher Besucher verbittet es sich der Gründer-CINEtologe, über einen höheren Kinokartenpreis die "Verzehrslaune" derjenige, die sich kaum mehr als 1x im Jahr dazu aufraffen können, ein Multiplex-Kino ihrer Wahl (zur Info: solche mit 4-6 Sälen sollen laut FFA am "verzehrsförderlichsten" sein) aufzusuchen, auf hohem Niveau zu halten! 

Ohne Frage: Hier geht es aus der Sicht der Kinobetreiber um ein gigantisches Geschäft. Immerhin kommt man mittlerweile auf 32 % des Verzehranteils an den Kinogesamtausgaben - rechnet man diesen sog. Concession-Verkauf zu den Ticketerlösen hinzu, liegt der Umsatz tatsächlich bei unfassbaren 1,295 Mrd. € und stellt das beste Umsatzergebnis seit 2001 dar!


Nahezu gleichbleibende Preise (wohlgemerkt: nur) für 3D-Vorstellungen, 14 % mehr verkaufte Tickets und eine Steigerung im Umsatz in der gleichen Höhe im Vergleich zu 2010 in diesem Bereich und eine Attraktivität, die sich v.a. auf sporadische KinobesucherInnen (ein Kinobesuch pro Jahr) beschränkt - das sind die Zahlen, auf die man sich in der aktuellen Studie noch stärker fokussiert. Lediglich 1 % der 3D-KinogängerInnen (siehe den kaum erkennbaren orangener Balken in der obigen Grafik) sind der Gruppe der intensiven KinobesucherInnen (d.h. mehr als 7 Kinobesuche pro Jahr) zuzurechnen.
 
Fest steht jedenfalls: Im Jahr 2011 hatten bereits 21 % der Kinobesuche solche Filme zum Ziel, für deren Genuss eine spezifische Plastik-Brille von Nöten ist. Angesichts der Kollateralschäden, die dieses Dreidimensionalitätswunschdenken der "cinematischen Eintagsfliegen" (gemeint sind die o.g. sporadischen BesucherInnen) anrichtet, könnte man diese Vorrichtung nicht zu Unrecht auch als moderne "Scheuklappen" bezeichnen.

Was der Gründer-CINEtologe an dieser Stelle eingestehen muss: Will er jene Filme sehen, die er sich vornimmt (und das sind immerhin im aktuellen Kinojahr nur überschaubare, aber dennoch glorreiche 7), kommt er schon nicht mehr drum herum, sich eine solche "Scheuklappe" selbst aufzusetzen...

Dienstag, 1. Mai 2012

So preist man das Kino in Neubrandenburg und Waren weiter an

Im September 2011 berichtete der Gründer-CINEtologe über die letzte Preisanhebung sowohl im CineStar Neubrandenburg als auch in der Filiale in Waren (Müritz). Da das Wirtschaften offenbar weder Herrn Ansorge noch Herrn Speckter in den letzten Monaten besser gelungen zu sein scheint, greift man wieder einmal auf die Maßnahme zurück, die man an beiden Standorten zweifelsohne am besten beherrscht:

Das Preiskarussel in Gang setzen und zusehen, wie den wenigen - überhaupt noch aufsteigenden und dafür zahlenden - Kunden schlecht wird.

Screenshot der Internetseite des CineStar Neubrandenburg
vom 01.05.2012
Screenshot der Internetseite des CineStar Waren (Müritz)
vom 01.05.2012
Wenn man sich die oben abgebildeten Preistafeln genauer ansieht, könnte man fast einen Hang zu aufgerundeten Preisen unterstellen. So wurden aus den vor Kurzem erst erhöhten 6,70 € am Donnerstag und dem bislang schon sehr happigen Wochenendseinheitspreis (Freitag bis Sonntag) von 7,80 € die jeweils höheren, runden Beträge. Vielleicht ist das ja auch im Sinne einer besseren Einprägsamkeit geschehen...

Für den Gründer-CINEtologen ist das Ende der Fahnenstange bereits im letzten Jahr erreicht worden - wer von dort an versucht, weiter hochzuziehen, der kann gleich die weiße Fahne hissen!

Donnerstag, 17. November 2011

3D expandiert nach Waren (Müritz)

Der Expansionsdrang der drei cinematischen Dimensionen ist ungebrochen - nun drängt man offenbar auch an den größten Binnensee Deutschlands: Die Müritz.

Screenshot des Filmprogramms auf der Internetseite des CineStar Waren (Müritz)
vom 17.11.2011 gegen 14:53 Uhr
Der oben abgebildete Screenshot belegt, dass man laut dem Filmprogramm des CineStar Waren (Müritz) vom 17.11.2011 für den 23.11.2011 drei Vorführungen des Films Die Abenteuer von Tim und Struppi - Das Geheimnis der Einhorn  plant - in 3D, wie uns die Ergänzung am Ende des Filmtitels sowie das Logo in der rechten Ecke signalisieren dürfte.

Da der Gründer-CINEtologe dieses Lichtspielhaus als sein neues Stammkino ansieht, kann ihn dieser Schritt von Kinoleiter Ronny Speckter nicht kalt lassen. Knapp 21.000 Einwohnern (Stand vom 31.12.2010), die zum potenziellen Kinobesucher taugen könnten, werden in 3 Kinosälen nun sowohl Filme in 2D als auch in 3D geboten. Die Preise für reguläre 2D-Vorführungen sind schon vor Monaten vorausahnend angehoben worden.

Der Gründer-CINEtologe kennt die erkennbar niemals ruhende Hand an der Preisspirale nur zu gut aus Neubrandenburg - Erfolg oder Misserfolg der 3D-Technologie werden sich für Stammkunden immer an den Preisen für eine normale Kinokarte ablesen lassen.

Nichtsdestotrotz ist es dem Gründer-CINEtologen ein besonderes Anliegen, der Theaterleitung des CineStar Waren (Müritz) neben dieser deutlichen Skepsis gegenüber der 3D-Einführung ebenfalls mitzuteilen, dass die dortige Kinofilmreihe am Montag und Donnerstag, CineArt, ihm mit einer oftmals sehr gelungenen Filmauswahl wirklich große cineastische Freude bereitet. Daran sollte auch dann festgehalten werden, wenn einer der drei Säle mit 3D-Technologie ausgestattet wird...

Sonntag, 11. September 2011

Give me six, please - Der Eintrittspreis am Kinotag klettert weiter

5,50 Euro - das war bis vor kurzem das obere Ende der Fahnenstange, an der die Flagge mit der Aufschrift "Kinotag" gehisst wurde. Wie wir (spätestens seit) heute wissen:
Unter 6 Euro geht nun im Kino - selbst im Parkett - nichts mehr. An keinem Tag in der Woche - nicht in Neubrandenburg und nicht in Waren! 

Screenshot der Internetseite des CineStar Neubrandenburg
vom 11.09.2011
Screenshot der Internetseite des CineStar Waren (Müritz)
vom 11.09.2011

Auf die Preise für 3D-Kino (ohnehin nur im CineStar Neubrandenburg) habe ich hier bewusst verzichtet.
Und wieder einmal keine offene Kommunikation dieser erneuten Bewegung der Preisspirale in die offenbar einzig mögliche Richtung: Mit keinem Wort wird eine Änderung beim Preis für eine Eintrittskarte am sog. "Kinotag" (Dienstag) angekündigt - nur die Preisliste wird still und heimlich angepasst.

Die Zahlen für das erste Kinohalbjahr 2011 rechtfertigen eine weitere Preiserhöhung auf 7 Euro in der Loge (ohne Überlängenaufschlag wohlgemerkt!) beim besten Willen nicht - aber um gute oder schlechte (Besucher- und Umsatz-)Zahlen scheint es ohnehin nicht zu gehen. Vielmehr ist (zumindest das deutsche) Kino auf dem besten Weg, sich finanziell weiter von seinen BesucherInnen zu entfremden - nur um anschließend zu beklagen, dass Umsatz und Besucherzahlen sinken. Da scheint man etwas nicht verstanden zu haben.

Übrigens: Im CineStar Neubrandenburg ist das die zweite Preiserhöhung im Jahr 2011 - erst wurde im Januar der (Premieren-)Donnerstag teurer, nun ist im September also der Kino-Dienstag dran. Sky is the limit scheint das Motto dieses Kinojahres zu sein!    

Sonntag, 4. September 2011

FFA-nalyse: 1. Halbjahr 2011 liefert zweitbestes Einspielergebnis - und leicht eingetrübte 3D-Zahlen

2,2 Prozent mehr Besucher und ein Umsatzplus von 2,5 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2010 - in diesem Rahmen bewegt sich übrigens auch die Inflationsrate in Deutschland.

Die Kinowirtschaft legt damit jedoch in der FFA info Ausgabe 2/11 vom 22.08.2011 sehr positive Zahlen vor: 1,3 Mio. Besucher mit 61,5 Mio. gelösten Tickets und einem Umsatz von 452,8 Mio. Euro. Damit wurde der höchste Wert seit dem Rekordhalbjahr 2002 erreicht.


Das Resümee von Peter Dinges (FFA-Vorstand) fällt wie folgt aus: Er wolle die Halbjahreszahlen nach einem
eher durchwachsenen Kinojahr 2010
nicht überbewerten, sieht in ihnen aber immerhin
eine durchaus positive Entwicklung [...].
3D-gestützte Filme gelten Herr Dinges bereits als
stabiler Bestandteil des Kinomarkts
Von Stabilität spricht man bei der FFA also auch, wenn die 3D-Besucherzahl sich um 700.000 reduziert und der Marktanteil der cinematischen Dreidimensionalität  um 1,9 % gefallen ist. 


Und das im dritten Halbjahr nach flächendeckender Einführung der Technologie. Klingt für den Gründer-CINEtologen eher nach Beschönigung.

Eine Eintrittspreissteigerung um 2 Cent auf 7,36 Euro wird übrigens ebenfalls als Stabilisierung gewertet. Ende Juni 2011 gab es laut FFA
erstmals seit 1998 wieder weniger als 800.000 Plätze in deutschen Kinos
Mit 105 Kinoschließungen gegenüber nur 53 neu- oder wiedereröffneten Spielstätten setzt sich eine Art äußerst bedenkliche Rodung der Kinolandschaft - nur 2009 gab es noch mehr Schließungen - fort.

Montag, 8. August 2011

FFA-nalyse: Der Kinobesucher 2010 - unter der Lupe der FFA

Bereits im Mai 2011 legte die FFA die Lupe zur Seite und gewährte dem interessierten Leser ihre neueste Studie zum Wesen des deutschen Kinobesuchers: Der Kinobesucher 2010.
Wie schon mit der letzten Studie dieser Art aus dem April 2010 geschehen, lässt euch der Gründer-CINEtologe auch dieses Mal an seiner Sicht der diesbezüglichen Dinge teilhaben:

Beginnen wir mit den Zahlen, die der Kinowirtschaft (wahrscheinlich in folgender Reihenfolge) so wichtig sind: Umsatz (ø 867,6 Mio. € in den letzten 10 Jahren), Preis (6,17 € im 10-Jahres-ø) und Besucher (ø 141,2 Mio. in den letzten 10 Jahren).


Ein Umsatzeinbruch von 7 % gegenüber 2009 verliert seine Bedrohlichkeit, wenn man bedenkt, dass der Endbetrag von 907 Mio. € deutlich über jenen liegt, die zwischen 2003 und 2008 zu verzeichnen waren. Mit dem Umsatzrekordjahr 2009 - nur 2001 wurde noch mehr Umsatz generiert - konnte man sich 2010 diesbezüglich in der Tat nicht messen. Man lässt später verlauten: Dies sei
trotzdem das viertbeste Ergebnis der letzten zehn Jahre
Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man die Preisentwicklung (zumindest seit 2004) als stringent und äußerst prognostizierbar bezeichnen. Warum? Weil sie - wie oben erkennbar - nur eine Richtung kennt: oben, d.h. den Anstieg. So sind wir also 2010 - nach einer weiteren Anhebung um 9 % - bei einem absurden Durchschnittspreis von 7,30 € angekommen. 
Die Zahl von 124 Millionen Kinobesuchen (enstpricht einem Minus von 15 % gegenüber 2009) hingegen sollte wirklich hellhörig machen, denn schließlich ist dies ein Rekordtief, welches 2007 zum ersten Mal erreicht wurde - nicht davor und nicht danach. Nun, 2010 dann doch.


In Form sog. Key Facts gibt uns die FFA einen recht übersichtlichen Eindruck davon, wie sich das Kinogeschäft 2010 u.a. auch mit Blick auf den/die KinobesucherIn und seinen/ihren Geldbeutel entwickelt hat: Durschnittlich 4,2 Kinobesuche pro Person (- 11 %, gegenüber 4,7 in 2009) bei 29,7 Mio. BesucherInnen insgesamt (2009 waren es noch 30,8 Mio.).
Interessanterweise sollen 2010 trotz weiter steigender Kinokartenpreise die durchschnittlichen (Gesamt-)Ticketausgaben pro Person gegenüber 2009 um 3 % auf 30,54 € gesunken sein. Dazu schauen wir auf die nächste Abbildung:


Darauf erkennen wir u.a., dass die durchschnittliche Gesamtausgabe pro Kinobesuch (d.h. inkl. Verzehr) bei immerhin 10,42 € (höchster Wert seit 2005) liegt. Es wird weiter behauptet, dass 52 % aller BesucherInnen im Kino u.a. Getränke und Popcorn konsumieren würden. Der Anteil des Verzehrs an diesen Ausgaben (der seit 2005 permanent gestiegen ist) liegt demnach bei 3,12 €. Auch werden - wie man später ab Seite 58 erfährt - am (teureren) Wochenende im Kino generell mehr Speisen und Getränkte konsumiert. In einem erklärenden Text darunter schreibt die FFA jedoch: 
Die durchschnittlichen Ausgaben für den Verzehr pro Käufer lagen in 2010 bei 6,00 €. 

Der Satz, der in der letzten Studie schon für Bauchschmerzen beim Gründer-CINEtologen auslöste, findet sich auch in jener für 2010 wieder:
Ein niedriger Eintrittspreis animierte auch 2010 nicht zu höheren Ausgaben.
Zu diesem Schluss kommt man, da sich angeblich mit einer Zunahme des Eintrittspreises die durchschnittlich aufgewendeten Ausgaben für den Verzehr erhöhen - was bedeuten würde, dass die Zahl jener Besucher, die Geld für den Verzehr übrig hat, mit einem Anstieg des Eintrittspreises wächst.
Im Sinne einer Preisentspannung im Kino kann der dringliche Appell des Gründer-CINEtologen daher nur lauten:

Kauft keine Snacks u.ä. im Kino - es sei denn, ihr habt ernsthaft Freude an weiter steigenden Preisen für jede gelöste Kinokarte! 

Was den eigentlich im Mittelpunkt der Studie stehenden Kinobesucher (bzw. selbstverständlich auch sein weibliches Pendant) angeht, lässt uns die FFA in Bezug auf soziodemografische Faktoren u.a. folgendes wissen:
• Den größten Besucheranteil stellten auch 2010 die 20 bis 29 Jährigen mit 26%. Ein Viertel der Kinobesucher (25%) waren Jugendliche bis 19 Jahren.
[...]
• Das Geschlechterverhältnis bleibt weiterhin ausgewogen mit Tendenz für die weiblichen Kinobesucher. Der Frauenanteil lag im Jahr 2010 bei 55%.
Was sagt das dem Gründer-CINEtologen? Erstens gehört er der Altersgruppe an, die den größten Besucheranteil stellt und zweitens konnte er die o.g. Tendenz für die weiblichen Kinobesucher in seinem vormaligen Stammkino (CineStar Neubrandenburg) ohnehin schon daran ablesen, wie das Verhältnis zwischen sog. CineLady und CineMen-Vorpremieren angelegt war.

Wer auf Key Facts zum 3D-Kinomarkt 2010 Wert legt, blättert in der entsprechenden PDF der FFA zur Seite 29 und wird dort fündig. Dazu nur soviel: Grüne Prozentwerte von 459 % beim Umsatz und 443 % bei den Kinobesuchszahlen sind angesichts der noch jungen - und aus der bescheidenen Sicht des Gründer-CINEtologen hemmungslos überbewerteten - 3D-Entwicklung im Kino weder die Formulierung wert, sie hätte
eine bedeutende Rolle im Kinojahr 2010
gespielt, noch sollte man sie als einen - erkennbar nicht angesprungenen - Umsatzmotor für die gesamte Kinowirtschaft überfordern. Was sie mit den Preisen angestellt hat, davon möchte der Gründer-CINEtologe lieber erst gar nicht anfangen... Nichtsdestotrotz hatten immerhin 19 % der Kinobesuche 3D-Filme zum Ziel.

Nun zu einem Zahlenbereich, der den Gründer-CINEtologen immer besonders fasziniert hat: Die Besuchsintensität.


Dahinter verbirgt sich die statistische Zahl der Kinobesuche pro Person. Interessant daran ist z.B., dass der Anteil derjenigen, die mit mehr als 7 Kinobesuchen pro Jahr von der FFA die Bezeichnung intensive Kinogänger erhalten haben, 2010 mit 12 % zwar den geringsten Anteil am Kinopublikum, dafür aber (trotz geringstem Wert seit 7 Jahren!) mit 40 % den größten Anteil am Umsatz generieren. Die Behandlung dieser ungebrochen umsatzstärksten Zielgruppe lässt - entgegen dessen, was diese Zahlen suggerieren - jedoch mehr als zu wünschen übrig. Das verstehe wer will - der Gründer-CINEtologe wird es wohl nie.

Er kann an dieser Stelle nur betonen, dass er selbst 2010 mit 91 Kinobesuchen einen Besuchsintensitätswert vorgelegt hat, der somit runde 2167 % über jenem von 4,2 im cineastisch-deutschen Durchschnitt liegt (... und dem 2011 würdige 100 Kinobesuche in 12 Monaten folgen sollen).

Donnerstag, 6. Januar 2011

Preispolitik im CineStar Neubrandenburg... reloaded

Screenshot der Preisliste auf der Homepage des CineStar Neubrandenburg vom 10.01.2011 um 22:34 Uhr
Da steht man nichts Böses ahnend am Donnerstag im örtlichen Kino an der Kasse und geht in alter Gewohnheit davon aus, dass man für einen Platz im Parkett in einem Film ohne Überlänge nicht mehr als 6 € wird hinblättern müssen...
Ob ich es mittlerweile besser wissen müsste? Wahrscheinlich.
Aber man wird ja wohl noch Hoffnung haben dürfen.

Das Ende vom Lied lautet jedenfalls:
Der Montags- und Mittwochspreis von 6,70 € gilt nun auch donnerstags.

Mir drängt sich da doch der keinesfalls unbegründete Verdacht auf, dass man eine 3D-Aufrüstung forciert und sie über nahezu halbjährliche Preiserhöhungen zu finanzieren versucht.
Das CINEtologische Ehrenmitglied ist über diese wiederholte Preisschraubendrehbewegung bereits informiert und ähnlich verärgert wie ich.

Aber wer mag es uns auch verdenken, werter Herr A.?!

Update I: Der [an diese Stelle versetzte] Screenshot [vom 07.01.2011] 

Screenshot der Preisliste auf der Homepage des CineStar Neubrandenburg vom 07.01.2011 um 00:04 Uhr
dürfte deutlich machen gemacht haben, dass von der von Herrn A. mehrmals betonten "transparenten Preisgestaltung" keineswegs die Rede sein kann, wenn auf der Internetseite diese Preisänderung noch nicht bis zum 10.01.2011 nicht kommuniziert wird wurde.

Update II: Auf meine Mail vom 07.01.2011 um 11:05 Uhr mit folgendem Inhalt

Werter Herr A.,

wie ich gestern zur Vorstellung von BURLESQUE um 20:20 Uhr an der Kasse erleben durfte, wurde in Ihrem Kino - ohne dies vorher auf der Homepage anzukündigen - erneut eine Preiserhöhung vorgenommen.

Diesmal ist also der Donnerstag dran. Nun stehen sie preislich (ein Vergleich der Preistabellen auf beiden Homepages macht dies deutlich) auf der selben Stufe wie das CineStar Waren (Müritz), das nur knapp 20.000 (= Einwohnerzahl von Waren) potenzielle Kunden hat. Eine mit Neubrandenburg (~ 65.000 Einwohner) vergleichbare Stadt wie Greifswald mit rund 50.000 Einwohnern, also potenziellen Kinobesuchern, ist beim Donnerstagspreis von 6 € geblieben.

Wie ist das zu rechtfertigen?
Wie in meinem diesbezüglichen Blogeintrag nachzulesen (http://cinetologie.blogspot.com/2011/01/preispolitik-im-cinestar-neubrandenburg.html), drängt sich mir der keinesfalls unbegründete Verdacht auf, dass ihrerseits eine 3D-Aufrüstung forciert wird und diese über nahezu halbjährliche Preiserhöhungen zu finanzieren versucht wird.

Als "intensiver Besucher" Ihres Kinos und zugleich Kinofilmkritiker von nationaler Bedeutung (Platz 20 der Top Blogs zum Thema Film von Wikio.de), dem Sie bis heute kein annehmbares Angebot geschweige denn einen Vorschlag zur Zusammenarbeit unterbreitet haben, kann ich an dieser Stelle nur zum wiederholten Male mein Bedauern über diese Entscheidung der weiteren Preisanhebung zum Ausdruck bringen.

Mir ist bewusst, dass Sie mir als "Stammkunde" (162 Kinobesuche seit 2008) gegenüber zu keiner Rechtfertigung verpflichtet sind, aber im Sinne der von Ihnen in einer vorherigen Mail angesprochenen Transparenz bei der Preisgestaltung bzw. -kommunikation hoffe ich dennoch auf eine Stellungnahme.

Mit betont freundlichen Grüßen verbleibt

M. M., Kinofilmkritiker vom Weblog "CINEtologie"

bekam ich am heutigen 09.01.2011 um 22:07 Uhr folgende Antwort:

Sehr geehrter Herr M.!

[...] [Anm. des Gründer-CINEtologen: Der an dieser Stelle ausgelassene Text bezieht sich auf eine andere Mail meinerseits, die in der selben Antwortmail abgehandelt wurde. Sie wies auf eine technische Störung hin, die während der - in meiner o.g. Mail - besagten Kinovorstellung am 06.01.2011 auftrat.] [...]

Des weiteren sehen Sie mir bitte nach, dass ich auf Ihre Mail "Preispolitik des CineStar Neubrandenburg" nicht eingehe.
Erstens wurde in früheren Korrespondenzen zu dem Thema von mir eingegangen, zweitens beantworten Sie sich Ihre Fragen teilweise selber in Ihrer Mail.

Mit freundlichen Grüßen

Ben A.

Vielleicht macht diese Art der "Korrespondenz" euch deutlich, wie geringschätzig in diesem "Dienstleistungsunternehmen" mit Kundenfeedback umgegangen wird.
Ich entnehme dieser - zugegeben recht zügigen - Antwortmail im Übrigen eine Bestätigung meines Verdachtes und fühle mich - nicht zum ersten Mal - sowohl menschlich als auch in meiner Rolle als (Stamm-)Kunde dieses Unternehmens nicht ernst genommen.

P.S.: Die Preisänderung findet sich weiterhin nicht auf der Homepage des CineStar Neubrandenburg (Stand: 09.01.2011, 23:20 Uhr). Lediglich die Preistafeln an den Kassen weisen den aktualisierten Donnerstagspreis aus.
Zumindest dieser Hinweis hätte doch Gehör finden können.

Update III: Auf eine weitere Mail meinerseits vom 09.01.2011 um 23:49 Uhr mit folgendem Inhalt

 Werter Herr A.,

[...] [Anm. des Gründer-CINEtologen: Der an dieser Stelle ausgelassene Text bezieht sich auf eine weitere technische Störung, die während einer Kinovorstellung am 09.01.2011 auftrat.] [...]

Ihre Reaktion auf meine andere Mail trifft mich nicht unvorbereitet, lässt mich aber auch spüren, wie wenig Sie letztlich auf das Feedback eines langjährigen Besuchers Ihres Kinos geben. Ich habe eine konkrete Änderung (im Eintrittspreis) und dabei insbesondere die Art der Kommunikation dieser Änderung (in Form einer fehlenden Anpassung der Preisdarstellung auf der Internetseite Ihres Unternehmens) beklagt - und wie reagieren Sie? Sie verweisen auf zurückliegende "Korrespondenzen" und sprechen von sich selbst beantwortenden Fragen. Wenn man keine Antworten bekommt, stellt man Vermutungen an. Sie hingegen hätten die Möglichkeit gehabt, Dinge klarzustellen. Und Sie haben diese - zu meinem Bedauern - verstreichen lassen.

Mit - bemüht - freundlichen Grüßen

M. M.

bekam ich heute vom sog. Assistent Theatre Manager folgende Antwort:

[...] [Anm. des Gründer-CINEtologen: Der an dieser Stelle ausgelassene Text bezieht sich auf  die von mir beklagte o.g. technische Störung während einer Kinovorstellung am 09.01.2011.] [...]

Die Reaktion von Herrn Ansorge auf Ihre Mail hinsichtlich der Preispolitik bezog sich nicht auf die Auszeichnung im Internet, sondern auf die Preispolitik an sich, die Sie in Ihrer Mail kommentieren.

In der Hoffnung Ihr Vertrauen in uns nicht ganz verloren zu haben,

verbleibe ich mit freundlichen Grüßen 

Andreas P.

Dazu fällt mir nur ein, dass der Assistent Theatre Manager des CineStar Neubrandenburg offenkundig die Politik der Kommunikationsverweigerung seines Vorgesetzten einstudiert und in relativ stilloser Nachahmung fortzusetzen gedenkt. Das ist ebenso bedauerlich wie es zu erwarten war. Jedes weitere Zeichen in einer  neuen E-Mail scheint mir zu diesem Zeitpunkt zu viel Wasser auf die Mühlen dieses Unternehmens, das sich  - diesen Weg weiterverfolgend - in absehbarer Zeit von selbst zermahlen wird.

P.S.: Die Preisänderung findet sich mittlerweile - d.h. zumindest seit dem 10.01.2011 um 22:34 Uhr - auf der Homepage des CineStar Neubrandenburg. Dies zeigt auch der aktualisierte Screenshot zu Beginn dieses Blogposts.

Update IV: Ein letztes noch:
Das von Herrn A. auf meine Nachfrage nach Angeboten, die besser auf die Bedürfnisse von intensiven Kinobesuchern bzw. Stammgästen eingehen würden, immer wieder ins Feld geführte 5-Sterne-Ticket ist nach dieser neuen Preisanhebung nun tatsächlich eine Möglichkeit, bei Besuchen sowohl in der Woche als auch am Wochenende Geld zu sparen: Bis auf Dienstag liegt der Preis für eine Kinokarte nun jeden Tag bei mind. 6,70 € (in der Loge entsprechend bei 7,70 €). Da das 5-Sterne-Ticket (fünf Vorstellungen egal wann, egal wo, ohne Aufschläge) für 32,50 € erhältlich ist - rechnerisch also 6,50 € pro Vorstellung - ist dies eine Sparoption.

Angesichts dieser Entwicklung wird auch der Gründer-CINEtologe nicht darum herumkommen, nach dem Auslaufen der Kinotags-Aktion von Ferrero nach den 5 Sternen der CineStar-Gruppe zu greifen.

Wenn Herr A. sich dies nun als Erfolg auf die Fahnen schreiben möchte, dann steht ihm dies natürlich frei. Ich hingegen vermute vielmehr, dass die Preisschraube demnächst an eben diesem Angebot ansetzen wird. Aber: Das ist natürlich reine Spekulation...

Donnerstag, 9. September 2010

Als hätte es nie einen Boykott gegeben...

Die Preispolitik des CineStar Neubrandenburg (derzeit wieder Hauptwirkungsstätte des Gründer-CINEtologen) unter der Leitung von Ben Ansorge bietet weiterhin berechtigten Grund zur Sorge:
Der angeblich supergünstige[...] Eintrittspreis für alle von 5,00 € (ehemals: 4,50 €) am Dienstag ist ab dem 14.09.2010 Geschichte. Bekam der Gründer-CINEtologe die Kinokarte am 07.09.2010 für den Film Die Legende von Aang noch für 5,00 € (plus 1 € Logenaufschlag), weist die aktualisierte Preistabelle nun folgenden Preis für den Kinotag aus:




Der Gründer-CINEtologen kann nicht umhin, dies als eine weitere Provokation unter vielen zu werten.
Die in den Mails des Herrn Ansorge teils explizit erwähnte Transparenz bei der Preisgestaltung fordere ich hiermit erneut ein, da weder auf der Internetseite noch in dem Foyer des CineStar Neubrandenburg auf diese Anhebung des Kinotagspreises hingewiesen wird. Mit nicht einer Silbe. Die Aushänge und Kinopläne kündigen lediglich von der vollendeten Tatsache des neuen Eintrittspreises.

Wenn das Rabattsystem im CineStar Neubrandenburg auch zukünftig nur auf das von Herrn Ansorge hoch gelobte 5-Sterne-Ticket beschränkt bleibt, ist dies nicht weniger als ein erneuter Schlag ins Gesicht der intensiven Kinobesucher bzw. Stammmkunden!

Mittwoch, 26. Mai 2010

Ende eines Boykotts - Ein Eingeständnis

Der Gründer-CINEtologe geht heute mit einer Botschaft an die Öffentlichkeit, welche er sich selbst gern erspart hätte. Er fühlt sich jedoch der Wahrheit, Offenheit und Klarheit verpflichtet und lässt daher verlauten:

Mir konnte nicht entgehen, dass der persönliche Einsatz für eine faire und transparente Preispolitik (an dieser Stelle ausdrücklich: nicht nur) im CineStar Neubrandenburg auf taube Ohren stieß. Ein effektiv seit Anfang 2008 engagierter Blog konnte offensichtlich nicht das (zumindestens) regionalmediale Echo erzeugen, welches möglicherweise notwendig gewesen wäre, um Bewegung in zugegeben recht fest gefahrene Positionen zwischen mir und dem Theaterleiter des CineStar Neubrandenburg zu bringen. Das sollte man sich eingestehen können.
Als noch bis Ende August studienbedingt recht sporadischer Gast in Neubrandenburg (kaum mehr als 4 Tage alle 2 Monate) wäre es mir ein leichtes, den Boykott bis in den August aufrecht zu erhalten. Da ich jedoch nicht vorhabe, eine Ausnahmeregelung für die Boykott-Maßnahme zu finden - die angesichts u.a. eines für morgen geplanten Besuches einer Kinovorstellung mit mir wichtigen Menschen in eben jenem Kino zur Debatte stünde - erkläre ich hiermit den Boykott gegen das CineStar Neubrandenburg von seiten des Gründer-CINEtologen in meiner Person mit sofortiger Wirkung für beendet!
Damit ist keinesfalls eine Gleichgültigkeit über die unverändert inakzeptablen Situation in o.g. Kino (die Preisgestaltung, Relativierung der auch umsatzrelavanten Bedeutung von Stammkunden, offene Kommunikationsverweigerung sowie klare Service- und Dienstleistungsdefizite) verbunden - die legitime Kritik wird nur nicht mehr in einem doch eher stillen Boykott kanalisiert.
Ich bitte um euren Respekt für diese Entscheidung!

Der Gründer-CINEtologe

Nehmt dies zur Kenntnis und äußert euch dazu, wenn Bedarf besteht.

Dienstag, 25. Mai 2010

FFA-nalyse: Der Kinobesucher 2009 - unter der Lupe der FFA

Die FFA (Filmförderungsanstalt) hat ihre neue Studie im April 2010 veröffentlicht, die den "Kinobesucher 2009" unter die Lupe nimmt.

Seit mittlerweile 18 Jahren veröffentlicht die FFA ihre Studien über die Struktur des Kinobesuchs und die Entwicklung im Besucherverhalten. Seit 2004 werden die Zahlen in Form einer Präsentation herausgegeben.

Ich möchte euch an dieser Stelle die (in meinen Augen) zentralen Erkenntnisse aus dieser aktuellen Studie wiedergeben - teils als Zitate aus der Analyse, teils als Interpretation.
Beginnen wir mit der Besucherzahl: 30.800.000 Besucher mit 146.000.000 Besuchen - und einem unfassbaren Umsatz von 974.000.000 €.
Die FFA konstatiert mit folgenden Worten:

Das Jahr 2009 lockte 13,1% mehr Besucher in die Kinos und erwirtschaftete 22,8% mehr Umsatz als das Kinojahr 2008.
Die Anzahl der Besuche pro Kopf lag mit 4,7 ebenfalls über dem Wert in 2008.

Das sind die nackten Zahlen eines mehr als erfolgreichen Jahres 2009 für die deutsche Kinolandschaft.
Die 4,7 Besuche pro Kopf können dem Gründer-CINEtologen selbstverständlich nur ein müdes Lächeln abgewinnen - hat er doch 2009 seinen Stammkinos immerhin 55 Besuche (immerhin mehr als 1170% über dem Durchschnitt!) abgestattet.

Nun schärfen wir den Blick, dann stellen wir u.a. folgendes fest:

Im Jahr 2009 gingen wie in den Vorjahren mehr Frauen als Männer in deutsche Kinos. [...] Das Geschlechterverhältnis bleibt weiterhin ausgewogen mit Tendenz für die weiblichen Kinobesucher. Der Frauenanteil lag im Jahr 2009 bei nunmehr 56%. Damit hat sich das Geschlechterverhältnis in den letzten 10 Jahren umgekehrt. 2000 lag der Männeranteil noch bei 52%.
Das Durchschnittsalter des Kinobesuchers stieg leicht auf 33,6 Jahre. [...] Den größten Besucheranteil stellten auch 2009 die 20 bis 29 Jährigen mit 26%. Fast ein Viertel der Kinobesucher (24%) waren Jugendliche bis 19 Jahren. Im Zeitverlauf der letzten zehn Jahre ist die Zahl der 20 bis 29 jährigen Kinobesucher jedoch enorm gesunken. Im Vergleich zu 2000 gingen 2009 37% weniger Twens ins Kino.

Für mich in diesen Studien immer besonders interessant:



Diese Abbildung zeigt, dass die Gruppe der intensiven Kinogänger (welcher sich der Gründer-CINEtologe zugehörig fühlt und zu der er sich mit deutlich mehr als 7 Kinobesuchen pro Jahr ohne Zweifel zählen darf) von 12 auf 13% und gleichzeitig der Umsatzanteil dieser Gruppe von 42 auf 44% angewachsen ist. Damit gehört der Gründer-CINEtologe weiterhin der umsatzstärksten Gruppe der Kinogänger an!

Die 20 bis 29 Jährigen sind weiterhin die aktivsten Kinobesucher. Sie stellten 2009 36% der „intensiven Kinogänger“ mit mehr als 7 Besuchen.

Es wird erneut klar, dass jede Relativierung der Bedeutung von Stammgästen jeder Grundlage entbehrt.

Nun aber zu einem Thema, bei dem ich als Kinoblogger, der für jeden Kinobesuch den vollen Ticketpreis zahlen muss, besonders sensibilisiert bin: Die Preisgestaltung

Der durchschnittliche Eintrittspreis für einen Kinobesuch lag bei 6,67 €.

Das ist der höchste Stand seit 2000 (damals: 5,41 €)!

26% der Kinobesuche in 2009 kosteten mehr als 7,51 €.
Lediglich 2% erforderten weniger als 3,50 €.

Nun hat der Gründer-CINEtologe in der aktuellen Studie zu seinem Entsetzen entdeckt, wie dieser stetige Anstieg der Kinokartenpreise wortwörtlich "aus dem Bauch heraus" gerechtfertigt wird:

Mit Zunahme des Eintrittspreises erhöhen sich die durchschnittlichen Ausgaben für Verzehr. Die Zahl der Besucher, die Geld für den Verzehr ausgeben, erhöht sich mit Anstieg des Eintrittspreises. [Man kommt zu dem Schluss:] Ein niedriger Eintrittspreis animierte auch 2009 nicht zu höheren Ausgaben.
Dabei wurde generell in Kinos mit höheren Eintrittspreisen auch in 2009 proportional mehr für den Verzehr ausgegeben.

Wie ich schon über u.a. Identi.ca dazu anmerkte:
Nur weil die Leute bei einem hohen Eintrittspreis eher bereit sind, Popcorn etc. zu kaufen, muss der Gründer-CINEtologe sowie jener der CINEtologischen Bewegung nahe stehenden Personenkreis mehr Geld für die Kinokarte ausgeben?! Bin nur ich der Meinung, dass das ganz klar in die falsche Richtung geht und inakzeptabel ist?!

Donnerstag, 11. März 2010

Boykott des CineStar Neubrandenburg

Hiermit kündigt der Gründer-CINEtologe nach 115 Kinobesuchen im Wert von 701,80 € (davon 19 Kinobesuche im Wert von 121 € im bisherigen Jahr 2010) seinen persönlichen Boykott des CineStar Neubrandenburg an - mit sofortiger Wirkung und auf unbestimmte Zeit!

Durch diesen Boykott soll insbesondere der Forderung nach einem angemesseneren Umgang mit Stammkunden - auf preislicher (z.B. in Form einer Rabattkarte etc.) wie auf Service-Ebene - und einem Umdenken bei der allgemeinen Preisgestaltung im CineStar Neubrandenburg Ausdruck verliehen werden.
Dies lässt sich vor allem dann nicht verstehen, wenn laut der FFA (Filmförderungsanstalt) 12% der Kinobesucher (nämlich jene mit mehr als 7 Kinobesuchen jährlich, zu denen sich der Gründer-CINEtologe ohne Frage zählen darf) mehr als 40% des Umsatzes generieren.

Zudem richtet er sich gegen die Monopolstellung (und deren offensichtliche Ausnutzung, v.a. in Bezug auf die Preisgestaltung) des CineStar Neubrandenburg.
Angesichts der beiden großartigen Jahre 2008 & 2009 für das deutsche Kino (in Bezug auf Umsatz und Besucherzahlen, laut FFA) lässt sich kaum verstehen, warum gerade die Preise der sog. "Kinotage" Dienstag und Donnerstag um jeweils 50 Cent erhöht wurden.

Als Symbol und gleichzeitig das wirtschaftlich stärkste Mittel wählt der Gründer-CINEtologe nach zahllosen ignorierten Bemühungen nun den Boykott.

Dieser Boykott wurde dem CineStar Neubrandenburg am 11. März 2010 um 23:08:20 per E-Mail angekündigt - hier der Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren,

der heutige Kinobesuch (19:40, "Agora - Die Säulen des Himmels; dabei wurde Wechselgeld im Wert von 10 € durch eine Ihrer Kolleginnen unterschlagen) hat den Ausschlag für meine Entscheidung gegeben:

Hiermit kündige ich meinen persönlichen Boykott des CineStar Neubrandenburg an - mit sofortiger Wirkung und auf unbestimmte Zeit!

Durch diesen Boykott soll insbesondere der Forderung nach einem angemesseneren Umgang mit Stammkunden - auf preislicher (z.B. in Form einer Rabattkarte etc.) wie auf Service-Ebene - und einem Umdenken bei der allgemeinen Preisgestaltung Ausdruck verliehen werden.
Außerdem richtet er sich gegen die Monopolstellung (und deren offensichtliche Ausnutzung, v.a. in Bezug auf die Preisgestaltung) des CineStar Neubrandenburg.

Angesichts der von Ihnen an den Tag gelegten Ignoranz gegenüber meinen Mail-Anfragen sehe ich keine andere Möglichkeit, als das Symbol und gleichzeitig das wirtschaftlich stärkste Mittel des Boykotts einzusetzen.

Ich werde diesen Boykott zudem auf Twitter (http://twitter.com/cinetologie), auf Identi.ca (http://identi.ca/cintologie), auf Facebook (http://www.facebook.com/pages/CINEtologie/241204038323), auf NB-Town (http://www.nb-town.de/?username=CINEtologie) sowie selbstverständlich auf meinem Blog (http://cinetologie.blogspot.com) öffentlich machen.

Solange ich von Ihrer Seite aus keine Bemühung um eine Wiedergutmachung (in Bezug auf die o.g. ausstehenden 10 € Wechselgeld) und ein allgemeines Entgegenkommen Ihrerseits (dazu gehört zu aller erst eine Beantwortung dieser E-Mail) feststelle, wird dieser Boykott fortgeführt.



Mit der Hoffnung auf Antwort/Reaktion verbleibt

M. M., langjähriger treuer Besucher Ihres Kinos und Betreiber des Kino-Blogs http://cinetologie.blogspot.com


P.S.: Die FFA (Filmförderungsanstalt) kommt in ihrem Bericht "Der Kinobesucher 2008" zu dem (für mich ganz und gar nicht überraschenden) Ergebnis, dass in besagtem Jahr 2008 12% der Besucher (nämlich jene, die mehr als 7x im Jahr ins Kino gehen - 4,5 mal ist der Durchschnitt und 56 Kinobesuche kann ich für 2008 (19 für 2010) vorweisen) ganze 42% des Umsatzes generieren. Damit wären Stammkunden also nachweislich eine tragende Säule der Kinowirtschaft.


Zudem wird der Boykott auch
auf Twitter,
auf Identi.ca,

veröffentlicht.

Solange der Gründer-CINEtologe von Seiten des CineStar Neubrandenburg keine Bemühung um ein allgemeines Entgegenkommen feststellt (was nach den vielen ignorierten E-Mails mehr als geboten erscheint), wird dieser Boykott fortgeführt.

Der Gründer-CINEtologe ist keinesfalls erfreut über oder glücklich mit dieser Maßnahme, sieht aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine andere ähnlich effektive Möglichkeit, seinen Standpunkt und seine Entrüstung deutlich zu machen.

Übrigens: Wer 121 € für 19 Kinofilme nicht gerade viel findet, dem sei versichert, dass die Summe weitaus höher gelegen hätte, wenn nicht 15 der 19 Kinokarten durch die Kinotags-Aktion von Ferrero (bis zum 28.02.) mit jeweils ca. 2 € "subventioniert" worden wären.

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UPDATE I: Auch eine Woche nach der Boykott-Ankündigung ist keine Reaktion von Seiten des CineStar Neubrandenburg zu verzeichnen - entsprechend wird der Boykott unbeirrt fortgesetzt.

UPDATE II: 11 Tage nach der Boykott-Ankündigung ist am 22. März 2010 um 23:58:20 eine Reaktion von Seiten des CineStar Neubrandenburg in Form einer E-Mail zu verzeichnen gewesen - hier der Wortlaut:

Sehr geehrter Herr M.!

Nach genauer Prüfung, Ihrer sehr schwer wiegenden Anschuldigungen, ist es leider im nachhinein nicht mehr nachvollziehbar, ob Ihnen, durch fahrlässiges Verhalten des CineStar Neubrandenburg, bei Ihrem Besuch am 11.03.2010 19:40 Uhr zu "Agora - Säulen des Himmels", 10,- € Wechselgeld unterschlagen wurden.

Unsere Prüfung umfasste die Einholung einer mündlichen Stellungnahme aller am 11.03.2010 zwischen 14:00 und 21:00 Uhr anwesenden Mitarbeiter sowie eine Prüfung des Kassen- und Kartenberichtes, auf buchhalterische Unstimmigkeiten an dem von Ihnen angezeigten Tag.
Die Stellungnahmen der betroffenen Mitarbeiter ergaben einheitlich:
- keine Kassendifferenzen bei der Abrechnung
- keine vorsätzliche Unterschlagung von Wechselgeldern
- kein Hinweis eines Gastes auf Unstimmigkeiten seines Wechselgeldes an
diesem Tage

Um eine fehlerhafte Herausgabe von Wechselgeldern zu vermeiden, werden unsere Gäste durch Hinweisschilder an den Kassen, höfflichst gebeten das herausgegebene Wechselgeld sofort zu überprüfen und fehlerhafte Ausgaben direkt anzuzeigen.
Im Falle von Unstimmigkeiten ist ein Kassensturz sofort und zwingend durchzuführen,
um Kassendifferenzen festzustellen und zu beheben.

Nach Aussagen unserer Mitarbeiter, wurden am 11.03.2010 in besagtem Zeitraum keine,
oben beschriebene Thematik betreffenden Vorkommnisse an sie herangetragen bzw. angezeigt!

Auf Ihre weiteren Ausführungen bezugnehmend, haben wir Ihnen in vorangegangenen Mails ausführlich die Position des CineStar Neubrandenburg, zu Preisgestaltung und Rabattsystemen dargelegt sowie das von uns bevorzugte Angebot erläutert.

Ich bitte um Ihr Verständnis,

- dass wir nicht in unregelmäßigen Zeitabständen immer wieder schriftlich darauf eingehen können, warum Ihnen unsere Angebote an Ticketpreisen und an Rabatten nicht zusagen.
- dass wir uns nicht an, mittlerweile leider in Deutschland "eingebürgerten", "Rabattschlachten" beteiligen, in deren Ergebnis für den Gast, Kunden, Leistungsnehmer, etc. intransperente und nicht mehr nachvollziehbare Preise stehen.


Mit freundlichen Grüßen

Ben A.
Theaterleiter CineStar Neubrandenburg


UPDATE III: Auf diese E-Mail antwortete der Gründer-CINEtologe am 23. März 2010 um 09:17:44 wie folgt:

Sehr geehrter Herr A.,


ich nehme also 11 Tage nach dem Versand meiner E-Mail Ihre Antwort-Mail zur Kenntnis.

Ich hoffe doch, dass Sie mich nicht für so naiv gehalten haben, dass ich mir nicht darüber im Klaren bin, dass eine nachträgliche "Überprüfung" (wann diese gewesen ist, würde mich noch interessieren) des unstimmigen Kassenvorgangs am 11.03.2010 zu dem Ergebnis kommt, dass kein Fehlverhalten von Seiten des CineStar Neubrandenburg vorlag.
Im Endeffekt wissen nur die betreffende Mitarbeiterin und meine Wenigkeit, wie der Bezahlungsvorgang und die Wechselgeldherausgabe an besagtem 11.03.2010 19:40 Uhr abliefen.

Sie scheinen leider nicht gemerkt zu haben, dass diese "sehr schwer wiegenden Anschuldigungen" - wie Sie sie nennen - mehr dazu dienten, Ihnen eine Reaktion auf die (in der E-Mail nachfolgenden) "weiteren Ausführungen" abzutrotzen.

Eine Stellungnahme ihrerseits zur (preislichen) Ausnutzung eines spätestens seit der Schließung des "Latücht" offenkundigen Monopols erfolgt schlichtweg nicht - stattdessen sprechen Sie von "unregelmäßigen Zeitabständen", in denen Sie dann doch einmal E-Mails beantworten, in denen ein langjähriger Stammkunde (mit bereits 120 besuchten Kinovorstellungen in Ihrem Kino, seit 2008) sich Informationen über Angebote und Entwicklungen wünscht, die häufige Kinobesuche (nicht nur am Wochenende, was das von Ihnen "bevorzugte Angebot" des 5-Sterne-Tickets suggeriert) belohnen.
Von einem Dienstleistungs- bzw. Serviceunternehmen werde ich (wie jeder andere Kunde) erwarten dürfen, zeitnahe Antworten auf E-Mail-Anfragen zu erhalten - auch wenn die Anfragen/Nachfragen/Erläuterungsbitten Sie offensichtlich nerven.

Es grenzt allerdings schon fast an Hohn, wenn Sie tatsächlich schreiben "dass [Sie sich] nicht an, mittlerweile leider in Deutschland >eingebürgerten<, >Rabattschlachten< beteiligen, in deren Ergebnis für den Gast, Kunden, Leistungsnehmer, etc. intransperente und nicht mehr nachvollziehbare Preise stehen."
Warum ich von Hohn spreche? Weil niemand (auch ich nicht) "Rabattschlachten" fordert, sondern ledig eine Angebotspalette, die über ein nur an Wochenendvorstellungen lukratives Rabattangebot hinausgeht (ob Studentenrabatt für den Hochschulstandort Neubrandenburg oder "10x ins Kino = 1 Freikarte" für "intensive" Kinobesucher).
Zweitens kann es wohl kaum Ihr Ernst sein, von "für den Gast, Kunden, Leistungsnehmer, etc. intransperente und nicht mehr nachvollziehbare Preise[n]" zu sprechen. Es ist doch Ihr Kino, welches in den besten Jahren (2008 & 2009) bzw. im Nachgang dieser Jahre die Preise an den sog. "Kinotagen" Dienstag und Donnerstag um jeweils 50 Cent angehoben hat, ohne auf diese Preissteigerung auf Ihrer Internetseite oder im Foyer explizit hinzuweisen oder dafür eine Begründung zu liefern.
Wenn das "Transparenz" und "Nachvollziehbarkeit" bei der Preisgestaltung sein soll, dann lebe ich wohl mit meinen Ansichten über die Bedeutung dieser Worte auf einem anderen "Stern".


Da eine weitergehende Stellungnahme ihrerseits (dies lehrten mich die vorausgegangenen, vergeblichen E-Mail-Kontaktaufnahmen der letzten Jahre) kaum zu erwarten ist, verbleibe ich

Mit freundlichen Grüßen, Dank für die Reaktion und mit der Hoffnung, ein eingehenderes Nachdenken über die Preispolitik in Ihrem Kino angeregt zu haben

M. M., langjähriger treuer Besucher des CineStar Neubrandenburg und Betreiber des Kino-Blogs "CINEtologie" (http://cinetologie.blogspot.com)


UPDATE IV: Vollkommen unerwartet weil bis dato in dieser Geschwindigkeit noch nicht erlebt, antwortete Herr Ansorge vom CineStar Neubrandenburg am 23. März 2010 um 11:02:49 mit folgenden Worten:

Sehr geehrter Herr M.,

Sie können davon ausgehen das wir Ihre Anregungen und Kritik ernst nehmen und sie in unsere Entscheidungsfindungen jeglicher Art mit einbeziehen.
Das geschieht nicht nur bei Ihren Anregungen und Kritikpunkten so, sondern bei allen.

Wie in meiner ersten mail schon erwähnt, werde ich Sie umgehend informieren, sollten Ihre Interessen betreffende Entscheidungen getroffen werden.

Sehen Sie uns bitte nach, dass wir bis dahin keine weiteren Kommentierungen zu unserer Geschäftspolitik abgeben können.


Mit freundlichen Grüßen

Ben A.
Theaterleiter CineStar Neubrandenburg


Ohne eine Geste des guten Willens des Kinobetreibers, die über die aus meiner Sicht selbstverständliche Beantwortung von Kunden-E-Mails hinaus geht, bleibt es beim Boykott des CineStar Neubrandenburg - auch wenn es ein Kampf auf verlorenem Posten sein sollte.