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Mittwoch, 11. Dezember 2013

FFA-nalyse: Der Kinobesucher 2012 - auch in 3D

Während im letzen Jahr bereits im Mai die neuen Zahlen zum Wesen des deutschen Kinobesuchers vorgelegen haben, hat die FFA ihre Lupe in diesem Jahr erst im Juni aus der Hand gelegt und präsentiert unter dem voyeuristisch anmutenden (und nicht gegenderten) Titel Der Kinobesucher 2012 die aktuellsten Zahlen über kinoaffine Menschen (ausgehend von 25.000 Panel-TeilnehmerInnen) - v.a. in Bezug auf deren Geldbeutel.

Der Gründer-CINEtologe verbindet diese Kino-Marktstudie mit dem CINEtologischen Kinojahr 2012, welches das der Glorreichen 7 werden sollte...




Gehen auch wir - ganz aus der Perspektive der Kino- und Filmwirtschaft - von den prägenden Kennziffern aus (nachfolgenden in der wahrscheinlichsten Gewichtung; jeweils: gegenüber 2011): Umsatz (+ 8 % auf 1,027 Mrd. €), Preis (+0,26 € auf 7,76 €) und BesucherInnen (+ 0,8 Mio. auf 29,9 Mio. mit 132 Besuchen; höchster Wert seit 6 Jahren!). Beachtet: Die ebenfalls auffindbaren, von den Filmtheatern gemeldeten Zahlen, weichen leicht (natürlich bis auf den Preis: nach oben hin!) von den GfK-Panel-Ermittlungen ab (dort stieg der Preis z.B. von 7,39 € im Jahr 2011 auf 7,65 € im Jahr 2012) ab. Eine Umsatz-Wachstumsrate von 8 % (bestes Ergebnis seit Datenerhebung!) bei erkennbar steigenden BesucherInnen- und Besuchszahlen ergibt also einen Preisanstieg um 4 % - wie gut, dass der Preis in der Kino-Marktwirtschaft Angebot und Nachfrage so unnachahmlich zum Wohle Aller reguliert...

Dass deutsches Kino sich 2012 marktanteilig wieder unterhalb der 20 Prozent einfindet, sollte angesichts erfolgreichster Produktionen wie Türkisch für Anfänger (2,4 Mio. verkaufte Tickets?!), Fünf Freunde oder Die Vampirschwestern niemanden wirklich überraschen.



Der Anteil der sog. intensiven KinobesucherInnen (mit mehr als 7 Kinobesuche innerhalb eines Kinojahres) wird zwar die 14 % im Jahr 2005 so schnell nicht mehr erreichen, steigt jedoch 2012 von 9 auf 10 %, womit zumindest keine weiteren Absenkung der Besuchsintensität zu verzeichnen ist: durchschnittliche 4,4 Besuche im Jahr 2012 konnte man/frau dann doch noch einrichten (gegenüber 4,9 im Jahr 2009). Und nicht zu vergessen: Der Anteil intensiver KinobesucherInnen am Umsatz stieg gegenüber 2011 um 3 % auf 37 % - während die Gruppe sporadischen BesucherInnen (zuletzt hier auch als cinematische Eintagsfliegen bezeichnet) sogar um 1 % auf 14 Prozent fällt!



Für die besuchsintensivste Altersgruppe der 20 bis 29-Jährigen (5,9 Besuche im Jahr 2012 gegenüber 6 im Jahr 2011; 32 % der Gesamtgruppe der intensiven KinobesucherInnen!) sprechend, muss der Gründer-CINEtologe anerkennend den deutlichen Besuchsanstieg bei den 40 bis 49-Jährigen (von 4 in 2011 auf 4,6 in 2012) feststellen. Überhaupt wachsen fast alle Altersgruppen bis auf die 10 bis 19-Jährigen (ja: und die eigene Alterskohorte auch nicht...).
Das Kinopublikum bleibt auch 2012 weiblicher (53 Prozent), der Männeranteil verzeichnet jedoch erstmals seit 2007 wieder einen Anstieg (+ 3 % gegenüber 2011).

Setzen wir diesen Durchschnitt ins Verhältnis mit den in der CineChronologie für das von der FFA betrachtete Jahr 2012 nachweislichen 12 Kinofilmen, so übersteigt die härtere Kinogangart des Gründer-CINEtologen den Horizont des deutschen Durchschnitts selbst im Jahr der nur minimal  Glorreichen 7 um mehr als 100 %!



Wer diese FFA-nalysen nicht zum ersten Mal liest, weiß, womit man den Gründer-CINEtologen am zuverlässigsten auf die Palme (und es ist nicht die "Goldene" gemeint...) bringt: Ausgaben im Kino mit Fokus auf Verzehr) Dass die durchschnittliche Gesamtausgabe pro Kinobesuch (d.h. inkl. Verzehr) bei nicht weniger als 11,20 € (und damit 0,17 Cent höher als noch 2011 und höchster Wert seit 2005) liegt. Um ein Prozent auf 52 % fiel hingegen der Anteil der BesucherInnen, die von den vorrangig filmhungrigen intensiven KinobesucherInnen im wahrsten Wortsinn "mit durchgefüttert werden". Der Anteil dieses Verzehrshungers an den Gesamtausgaben (der ebenfalls seit 2005 permanent gestiegen ist) lag 2012 bei 3,46 € (und sinkt damit seit 2007 endlich wieder!).

Die durchschnittlichen Ausgaben für den Verzehr pro Käufer lagen in 2012 bei 6,61 € .

Ohne Frage: Hier geht es aus der Sicht der Kinobetreiber um ein gigantisches Geschäft. Immerhin kam man 2012 auf 30 % des Verzehranteils an den Kinogesamtausgaben - rechnet man diesen sog. Concession-Verkauf zu den Ticketerlösen hinzu, lag der Umsatz 2012 tatsächlich bei unfassbaren 1,483 Mrd. € und stellte schon damals das beste Umsatzergebnis seit 2001 dar!
Man macht sich allerdings die Mühe, auch den letzten Zweiflern ihrer verzehrend-verheerenden Preispolitik angebliche Belege zu präsentieren:



Weitere diesbezügliche Zitate:

Dabei wurde generell in Kinos mit höheren Eintrittspreisen auch in 2012 proportional mehr für den Verzehr ausgegeben. [...]
Am Wochenende kaufen die Kinobesucher mehr Speisen und Getränke. Niedrige Eintrittspreise zu Beginn der Woche animierten auch in 2012 nicht zu erhöhten Ausgaben für Verzehr - eher im Gegenteil: Hier besuchten die wenigsten Kinobesucher die Concession - Kassen.

Nur leider belegt dies einmal mehr: Es geht nicht darum, mehr Besucher in die Kinos zu bekommen, die dort hauptsächlich wegen des Filmerlebnisses hingehen und auch nur dieses finanzieren wollen - es geht schlicht um die lukrativen Concession-Verkäufe! Nach dem Motto:
"Wenn ich als Kinobetreiber schon den Preis für die Karte senken soll (wann auch immer das in den vergangenen 10 Jahren jemals passiert sein soll...), dann musst du als BesucherIn aber auch einige Scheine für die Snacks und Softdrinks bei mir lassen. Unterlässt du das, bleiben die Preise eben hoch. Schließlich mache ich als Kinobetreiber mein Geld mit den 75 % BesucherInnen, die 1 bis maximal 3x im Jahr in mein Multiplex-Kino kommen und dann an der Concession-Kasse richtig zuschlagen. Weil sie Kino eben als teuren Spaß begreifen, den man sich mehrheitlich nur ein Mal im Jahr gönnt und dann sind nach der überteuerten Karte für rund 10 € inklusive aller Zuschläge die zusätzlichen 10 € für den Verzehr eben auch drin. Basta!" 
Ein fiktives Selbstgespräch eines Multiplex-Kino-Betreibers - aber sicher nicht aus der Luft gegriffen.


Mit dem CINEtologischen Blaulichtbezirk bildete der Gründer-CINEtologe seit Dezember 2011 dann erstmals auch seine Heimkino-Aktivitäten ab - ein akzeptabler Grund, auch diesen Bereich der Filmwirtschaft hier kurz abzubilden:
Während der Umsatz an den Kinokassen wieder steigt und die kapitalistisch-magische 1-Milliarde-Marke hinter sich gelassen hat, steht das sog. Home Video 2012 prozentual so schlecht da wie seit Jahren nicht mehr (61 % gegenüber 68 % noch 2007) und auch in den reinen Umsatzzahlen (1,587 Mrd. €) war in den vergangenen 5 Jahren nur 2008 noch trüber. Nichtsdestotrotz wächst der Gesamtumsatz (nimmt man den Ausreißer 2009 kurz aus dem Blick) seit 2007 fast kontinuierlich auf 2012 dann 2,613 Mrd. Euro. Feuchte Augen der Trauer muss da rein objektiv also niemand bekommen in den Filmwirtschaftschefetagen...

Kommen wir schließlich noch zum unnötigerweise überdimensionierten "Kino-Dreierlei": Wie der Extra-Studie der FFA zum Kinobesucher von 3D-Filmen 2012 zu entnehmen ist, ist bereits im 3. Jahr seit der 3D-Massenmarkteinführung der Hype auch schon wieder vorrüber:




Von den 132 Mio. Kinobesuchen insgesamt führten nur 27 Mio. in einen 3D-Film - im Vergleich zu 2011 ist das bei den um 7 % auf 106 Mio. angewachsenen 2D-Besuchen ein nicht zu unterschätzendes Minus von 2 Prozent für das 3D-Kino! Der 3D-Anteil liegt nur noch bei 20 % (2011: 22 %).
Das klingt dann euphemistisch ausgedrückt so:
Auch in 2012 spielte der Besuch von 3D - Filmen eine wichtige Rolle für den Kinobesuch. 27 Mio. gelöste Kinotickets und damit jeder fünfte Besuch (20%) entfielen auf einen 3D - Film.
Erwartbar ist dann auch das 3D-Umsatzminus von 1 % auf 268 Mio. € trotz um 8 % gestiegenem Anteil an den GesamtbesucherInnen - das liest sich dann wie folgt:

3D - Filme generierten in 2012 268 Mio. € Umsatz und damit 1 % weniger als 2011 (Gesamtbesucher: +8%). Der Besuch von 3D - Filmen stellte 26% des Umsatzes an den Kinokassen.  

Während der 2D-Umsatz (in Relation) mal eben zweistellig wächst (+ 17 %), steigen neben den 2D nun auch die 3D-Preise deutlicher:
Für den Besuch eines 3D - Filmes zahlte der Kinobesucher im Schnitt 10,05 € und somit 2% mehr als im Vorjahr. Dabei lag der Eintrittspreis 2,30 € über dem durchschnittlichen Eintrittspreis des Jahres 2012.
Bei 18,83 € liegen die durchschnittlichen Ticketausgaben im 3D-Kinosegment mittlerweile - wer es mag...
Was man verständlicherweise betont wissen will:
Der Anteil derjenigen, die ausschließlich für einen 3D-Film ins Kino gehen, lag 2012 bei 12%. Genauso viele 3D-Besucher wurden erst durch 3D zu einem Kinobesuch mobilisiert.
Auch klar muss aber sein:
Die 3D-Besucher bleiben weiterhin sporadische Kinogänger (68%).
Nur 1 % dieser für das dreidimensionales Sehen unnötigerweise zusätzlich bebrillten Kinogänger kann als intensiv bezeichnet werden. Das sieht dann grafisch im direkten Vergleich zu 2D so aus:



 
Was der Gründer-CINEtologe an dieser Stelle allerdings eingestehen muss: Will er jene Filme sehen, die er sich vorgenommen hat (und das sind immerhin im CINEtologischen Kinojahr 2014 wieder nur überschaubare, aber dennoch Glorreiche 7), kommt er auch in diesem zweiten G7-Anlauf nicht mehr drum herum, sich eine solche drei- wie überdimensionierte Scheuklappe selbst aufzusetzen...

An dieser Stelle daher nochmals sein Plädoyer: Wer drei Dimensionen braucht, um ins Kino gelockt zu werden, der braucht auch kein Kino! Der oder die soll es sich Zuhause vor dem eigenen 3D-Flachbildschirm gemütlich machen und nicht den anderen, ernsthaft am Kino interessierten Besuchern damit erhöhte Preise ohne (zumindest in 95 % der 3D-Produktionen) wirklichen Filmerlebnisgewinn aufbürden!

Samstag, 15. September 2012

FFA-nalyse: Der Kinobesucher 2011 - unter der Lupe der FFA

Der Mai liegt schon etwas länger zurück - warum hier nun doch noch einmal darauf verwiesen werden soll: Es ist der Monat, in dem die FFA hinter der Lupe hervorschaut und in dem dann auch dem/der geneigten LeserIn deren neueste Studie zum Wesen des deutschen Kinobesuchers unter die Augen kommt: Der Kinobesucher 2011.
Wie schon bei der letzten Studie dieser Art aus dem Mai 2011 wird der Gründer-CINEtologe auch dieses Jahr seinen qualifizierten Kommentar dazu abgeben:


Stellen wir anfangs wieder jene Zahlen in den Mittelpunkt, welche die Kinowirtschaft (wahrscheinlich tatsächlich auch in nachfolgender Gewichtung) Jahr für Jahr prägen: Umsatz (+ 4 % auf 946 Mio. €), Preis (+0,19 € auf 7,49 €) und BesucherInnen (+ 3 % auf 30,5 Mio. mit 126 Mio. Besuchen).


Ein historischer Tiefstand (10 % gegenüber 14 % im Jahr 2005) des Anteils der sog. intensiven KinobesucherInnen (mit mehr als 7 Kinobesuche innerhalb eines Kinojahres) führt in der Konsequenz selbstredend auch zu einer weiteren Absenkung der Besuchsintensität auf durchschnittliche 4,1 Besuche im Jahr 2011 (gegenüber 4,7 im Jahr 2009).


Auf die besuchsintensiveste Altersgruppe der 20 bis 29-Jährigen konzentriert, zeigt sich, dass sie (zusammen mit der Gruppe der über 60-Jährigen) die letzten sind, die in Sachen Besuchsintensität nicht immer weiter absinken. Und jetzt darf genau ein Mal geraten werden, zu welcher der Gründer-CINEtologe zu zählen ist... 

Setzen wir diesen Durchschnitt ins Verhältnis mit den in der CineChronologie für das von der FFA betrachtete Jahr 2011 nachweislichen 100 Kinofilmen (Codename: CINEtologisches Centum), so übersteigt die härtere Kinogangart des Gründer-CINEtologen den Horizont des deutschen Durchschnitts in seiner Altersklasse um nicht weniger als 1851 %!


In der obigen Abbildung erkennen wir u.a., dass die durchschnittliche Gesamtausgabe pro Kinobesuch (d.h. inkl. Verzehr) bei nicht weniger als 11,03 € (höher als 2010 und höchster Wert seit 2005) liegt. Um ein Prozent auf 53 % stieg der Anteil der BesucherInnen, die im Kino u.a. Popcorn und Softdrinks konsumieren. Der Anteil dieses Verzehrs an den Gesamtausgaben (der ebenfalls seit 2005 permanent gestiegen ist) liegt bei 3,54 €. Wie später auf Seite 80 zu lesen ist, wird
generell in Kinos mit höheren Eintrittspreisen auch in 2011 proportional mehr für den Verzehr ausgegeben.
Um sich nicht wortwörtlich zu wiederholen, betont der Gründer-CINEtologe diesmal, wie schädlich diese Verquickung von Eintrittspreis und "Verzehrsaufkommen" für alle, aber insbesondere für diejenigen BesucherInnen ist, die Wert auf das reine Filmerlebnis legen und auf Verzehr verzichten.
Als ein solcher Besucher verbittet es sich der Gründer-CINEtologe, über einen höheren Kinokartenpreis die "Verzehrslaune" derjenige, die sich kaum mehr als 1x im Jahr dazu aufraffen können, ein Multiplex-Kino ihrer Wahl (zur Info: solche mit 4-6 Sälen sollen laut FFA am "verzehrsförderlichsten" sein) aufzusuchen, auf hohem Niveau zu halten! 

Ohne Frage: Hier geht es aus der Sicht der Kinobetreiber um ein gigantisches Geschäft. Immerhin kommt man mittlerweile auf 32 % des Verzehranteils an den Kinogesamtausgaben - rechnet man diesen sog. Concession-Verkauf zu den Ticketerlösen hinzu, liegt der Umsatz tatsächlich bei unfassbaren 1,295 Mrd. € und stellt das beste Umsatzergebnis seit 2001 dar!


Nahezu gleichbleibende Preise (wohlgemerkt: nur) für 3D-Vorstellungen, 14 % mehr verkaufte Tickets und eine Steigerung im Umsatz in der gleichen Höhe im Vergleich zu 2010 in diesem Bereich und eine Attraktivität, die sich v.a. auf sporadische KinobesucherInnen (ein Kinobesuch pro Jahr) beschränkt - das sind die Zahlen, auf die man sich in der aktuellen Studie noch stärker fokussiert. Lediglich 1 % der 3D-KinogängerInnen (siehe den kaum erkennbaren orangener Balken in der obigen Grafik) sind der Gruppe der intensiven KinobesucherInnen (d.h. mehr als 7 Kinobesuche pro Jahr) zuzurechnen.
 
Fest steht jedenfalls: Im Jahr 2011 hatten bereits 21 % der Kinobesuche solche Filme zum Ziel, für deren Genuss eine spezifische Plastik-Brille von Nöten ist. Angesichts der Kollateralschäden, die dieses Dreidimensionalitätswunschdenken der "cinematischen Eintagsfliegen" (gemeint sind die o.g. sporadischen BesucherInnen) anrichtet, könnte man diese Vorrichtung nicht zu Unrecht auch als moderne "Scheuklappen" bezeichnen.

Was der Gründer-CINEtologe an dieser Stelle eingestehen muss: Will er jene Filme sehen, die er sich vornimmt (und das sind immerhin im aktuellen Kinojahr nur überschaubare, aber dennoch glorreiche 7), kommt er schon nicht mehr drum herum, sich eine solche "Scheuklappe" selbst aufzusetzen...

Freitag, 9. September 2011

FFA-nalyse: Cinematischer Föderalismus 2010 oder: Kinobesucher nach Bundesländern

Der aktuellste Geschäftsbericht der FFA präsentiert eine aktualisierte Deutschlandkarte der Kinobesucher in den einzelnen Bundesländern:

Quelle: FFA Geschäftsbericht 2010
Der Gründer-CINEtologe fand sich dabei im vergangenen Jahr erneut sowohl unter den 17.442.412 Kinobesuchern in Baden-Württemberg als auch zwischen den 1.978.884 Kinogängern in Mecklenburg-Vorpommern - zusammen sind das 19.421.296 Besuche.
Die Gesamtbesucherzahl für 2010 weist weiterhin neun Stellen aus: 126.609.600. 
Mit 91 eigens abgesessenen Kinovorstellungen gegenüber 55 im Jahr 2009 bei deutlich gesunkenen Besucherzahlen hat sich der Besucheranteil des Gründer-CINEtologen stark erhöht: Waren es 2009 - bezogen auf die Gesamtbesucherzahl - noch rund 0,00004 %, so liegt dieser Wert 2010 auf 0,00007 %. Auf die Besucherzahl von Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg bezogen können sogar 0,0047 % ausgewiesen werden.

Sonntag, 4. September 2011

FFA-nalyse: 1. Halbjahr 2011 liefert zweitbestes Einspielergebnis - und leicht eingetrübte 3D-Zahlen

2,2 Prozent mehr Besucher und ein Umsatzplus von 2,5 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2010 - in diesem Rahmen bewegt sich übrigens auch die Inflationsrate in Deutschland.

Die Kinowirtschaft legt damit jedoch in der FFA info Ausgabe 2/11 vom 22.08.2011 sehr positive Zahlen vor: 1,3 Mio. Besucher mit 61,5 Mio. gelösten Tickets und einem Umsatz von 452,8 Mio. Euro. Damit wurde der höchste Wert seit dem Rekordhalbjahr 2002 erreicht.


Das Resümee von Peter Dinges (FFA-Vorstand) fällt wie folgt aus: Er wolle die Halbjahreszahlen nach einem
eher durchwachsenen Kinojahr 2010
nicht überbewerten, sieht in ihnen aber immerhin
eine durchaus positive Entwicklung [...].
3D-gestützte Filme gelten Herr Dinges bereits als
stabiler Bestandteil des Kinomarkts
Von Stabilität spricht man bei der FFA also auch, wenn die 3D-Besucherzahl sich um 700.000 reduziert und der Marktanteil der cinematischen Dreidimensionalität  um 1,9 % gefallen ist. 


Und das im dritten Halbjahr nach flächendeckender Einführung der Technologie. Klingt für den Gründer-CINEtologen eher nach Beschönigung.

Eine Eintrittspreissteigerung um 2 Cent auf 7,36 Euro wird übrigens ebenfalls als Stabilisierung gewertet. Ende Juni 2011 gab es laut FFA
erstmals seit 1998 wieder weniger als 800.000 Plätze in deutschen Kinos
Mit 105 Kinoschließungen gegenüber nur 53 neu- oder wiedereröffneten Spielstätten setzt sich eine Art äußerst bedenkliche Rodung der Kinolandschaft - nur 2009 gab es noch mehr Schließungen - fort.

Montag, 8. August 2011

FFA-nalyse: Der Kinobesucher 2010 - unter der Lupe der FFA

Bereits im Mai 2011 legte die FFA die Lupe zur Seite und gewährte dem interessierten Leser ihre neueste Studie zum Wesen des deutschen Kinobesuchers: Der Kinobesucher 2010.
Wie schon mit der letzten Studie dieser Art aus dem April 2010 geschehen, lässt euch der Gründer-CINEtologe auch dieses Mal an seiner Sicht der diesbezüglichen Dinge teilhaben:

Beginnen wir mit den Zahlen, die der Kinowirtschaft (wahrscheinlich in folgender Reihenfolge) so wichtig sind: Umsatz (ø 867,6 Mio. € in den letzten 10 Jahren), Preis (6,17 € im 10-Jahres-ø) und Besucher (ø 141,2 Mio. in den letzten 10 Jahren).


Ein Umsatzeinbruch von 7 % gegenüber 2009 verliert seine Bedrohlichkeit, wenn man bedenkt, dass der Endbetrag von 907 Mio. € deutlich über jenen liegt, die zwischen 2003 und 2008 zu verzeichnen waren. Mit dem Umsatzrekordjahr 2009 - nur 2001 wurde noch mehr Umsatz generiert - konnte man sich 2010 diesbezüglich in der Tat nicht messen. Man lässt später verlauten: Dies sei
trotzdem das viertbeste Ergebnis der letzten zehn Jahre
Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man die Preisentwicklung (zumindest seit 2004) als stringent und äußerst prognostizierbar bezeichnen. Warum? Weil sie - wie oben erkennbar - nur eine Richtung kennt: oben, d.h. den Anstieg. So sind wir also 2010 - nach einer weiteren Anhebung um 9 % - bei einem absurden Durchschnittspreis von 7,30 € angekommen. 
Die Zahl von 124 Millionen Kinobesuchen (enstpricht einem Minus von 15 % gegenüber 2009) hingegen sollte wirklich hellhörig machen, denn schließlich ist dies ein Rekordtief, welches 2007 zum ersten Mal erreicht wurde - nicht davor und nicht danach. Nun, 2010 dann doch.


In Form sog. Key Facts gibt uns die FFA einen recht übersichtlichen Eindruck davon, wie sich das Kinogeschäft 2010 u.a. auch mit Blick auf den/die KinobesucherIn und seinen/ihren Geldbeutel entwickelt hat: Durschnittlich 4,2 Kinobesuche pro Person (- 11 %, gegenüber 4,7 in 2009) bei 29,7 Mio. BesucherInnen insgesamt (2009 waren es noch 30,8 Mio.).
Interessanterweise sollen 2010 trotz weiter steigender Kinokartenpreise die durchschnittlichen (Gesamt-)Ticketausgaben pro Person gegenüber 2009 um 3 % auf 30,54 € gesunken sein. Dazu schauen wir auf die nächste Abbildung:


Darauf erkennen wir u.a., dass die durchschnittliche Gesamtausgabe pro Kinobesuch (d.h. inkl. Verzehr) bei immerhin 10,42 € (höchster Wert seit 2005) liegt. Es wird weiter behauptet, dass 52 % aller BesucherInnen im Kino u.a. Getränke und Popcorn konsumieren würden. Der Anteil des Verzehrs an diesen Ausgaben (der seit 2005 permanent gestiegen ist) liegt demnach bei 3,12 €. Auch werden - wie man später ab Seite 58 erfährt - am (teureren) Wochenende im Kino generell mehr Speisen und Getränkte konsumiert. In einem erklärenden Text darunter schreibt die FFA jedoch: 
Die durchschnittlichen Ausgaben für den Verzehr pro Käufer lagen in 2010 bei 6,00 €. 

Der Satz, der in der letzten Studie schon für Bauchschmerzen beim Gründer-CINEtologen auslöste, findet sich auch in jener für 2010 wieder:
Ein niedriger Eintrittspreis animierte auch 2010 nicht zu höheren Ausgaben.
Zu diesem Schluss kommt man, da sich angeblich mit einer Zunahme des Eintrittspreises die durchschnittlich aufgewendeten Ausgaben für den Verzehr erhöhen - was bedeuten würde, dass die Zahl jener Besucher, die Geld für den Verzehr übrig hat, mit einem Anstieg des Eintrittspreises wächst.
Im Sinne einer Preisentspannung im Kino kann der dringliche Appell des Gründer-CINEtologen daher nur lauten:

Kauft keine Snacks u.ä. im Kino - es sei denn, ihr habt ernsthaft Freude an weiter steigenden Preisen für jede gelöste Kinokarte! 

Was den eigentlich im Mittelpunkt der Studie stehenden Kinobesucher (bzw. selbstverständlich auch sein weibliches Pendant) angeht, lässt uns die FFA in Bezug auf soziodemografische Faktoren u.a. folgendes wissen:
• Den größten Besucheranteil stellten auch 2010 die 20 bis 29 Jährigen mit 26%. Ein Viertel der Kinobesucher (25%) waren Jugendliche bis 19 Jahren.
[...]
• Das Geschlechterverhältnis bleibt weiterhin ausgewogen mit Tendenz für die weiblichen Kinobesucher. Der Frauenanteil lag im Jahr 2010 bei 55%.
Was sagt das dem Gründer-CINEtologen? Erstens gehört er der Altersgruppe an, die den größten Besucheranteil stellt und zweitens konnte er die o.g. Tendenz für die weiblichen Kinobesucher in seinem vormaligen Stammkino (CineStar Neubrandenburg) ohnehin schon daran ablesen, wie das Verhältnis zwischen sog. CineLady und CineMen-Vorpremieren angelegt war.

Wer auf Key Facts zum 3D-Kinomarkt 2010 Wert legt, blättert in der entsprechenden PDF der FFA zur Seite 29 und wird dort fündig. Dazu nur soviel: Grüne Prozentwerte von 459 % beim Umsatz und 443 % bei den Kinobesuchszahlen sind angesichts der noch jungen - und aus der bescheidenen Sicht des Gründer-CINEtologen hemmungslos überbewerteten - 3D-Entwicklung im Kino weder die Formulierung wert, sie hätte
eine bedeutende Rolle im Kinojahr 2010
gespielt, noch sollte man sie als einen - erkennbar nicht angesprungenen - Umsatzmotor für die gesamte Kinowirtschaft überfordern. Was sie mit den Preisen angestellt hat, davon möchte der Gründer-CINEtologe lieber erst gar nicht anfangen... Nichtsdestotrotz hatten immerhin 19 % der Kinobesuche 3D-Filme zum Ziel.

Nun zu einem Zahlenbereich, der den Gründer-CINEtologen immer besonders fasziniert hat: Die Besuchsintensität.


Dahinter verbirgt sich die statistische Zahl der Kinobesuche pro Person. Interessant daran ist z.B., dass der Anteil derjenigen, die mit mehr als 7 Kinobesuchen pro Jahr von der FFA die Bezeichnung intensive Kinogänger erhalten haben, 2010 mit 12 % zwar den geringsten Anteil am Kinopublikum, dafür aber (trotz geringstem Wert seit 7 Jahren!) mit 40 % den größten Anteil am Umsatz generieren. Die Behandlung dieser ungebrochen umsatzstärksten Zielgruppe lässt - entgegen dessen, was diese Zahlen suggerieren - jedoch mehr als zu wünschen übrig. Das verstehe wer will - der Gründer-CINEtologe wird es wohl nie.

Er kann an dieser Stelle nur betonen, dass er selbst 2010 mit 91 Kinobesuchen einen Besuchsintensitätswert vorgelegt hat, der somit runde 2167 % über jenem von 4,2 im cineastisch-deutschen Durchschnitt liegt (... und dem 2011 würdige 100 Kinobesuche in 12 Monaten folgen sollen).

Dienstag, 25. Mai 2010

FFA-nalyse: Der Kinobesucher 2009 - unter der Lupe der FFA

Die FFA (Filmförderungsanstalt) hat ihre neue Studie im April 2010 veröffentlicht, die den "Kinobesucher 2009" unter die Lupe nimmt.

Seit mittlerweile 18 Jahren veröffentlicht die FFA ihre Studien über die Struktur des Kinobesuchs und die Entwicklung im Besucherverhalten. Seit 2004 werden die Zahlen in Form einer Präsentation herausgegeben.

Ich möchte euch an dieser Stelle die (in meinen Augen) zentralen Erkenntnisse aus dieser aktuellen Studie wiedergeben - teils als Zitate aus der Analyse, teils als Interpretation.
Beginnen wir mit der Besucherzahl: 30.800.000 Besucher mit 146.000.000 Besuchen - und einem unfassbaren Umsatz von 974.000.000 €.
Die FFA konstatiert mit folgenden Worten:

Das Jahr 2009 lockte 13,1% mehr Besucher in die Kinos und erwirtschaftete 22,8% mehr Umsatz als das Kinojahr 2008.
Die Anzahl der Besuche pro Kopf lag mit 4,7 ebenfalls über dem Wert in 2008.

Das sind die nackten Zahlen eines mehr als erfolgreichen Jahres 2009 für die deutsche Kinolandschaft.
Die 4,7 Besuche pro Kopf können dem Gründer-CINEtologen selbstverständlich nur ein müdes Lächeln abgewinnen - hat er doch 2009 seinen Stammkinos immerhin 55 Besuche (immerhin mehr als 1170% über dem Durchschnitt!) abgestattet.

Nun schärfen wir den Blick, dann stellen wir u.a. folgendes fest:

Im Jahr 2009 gingen wie in den Vorjahren mehr Frauen als Männer in deutsche Kinos. [...] Das Geschlechterverhältnis bleibt weiterhin ausgewogen mit Tendenz für die weiblichen Kinobesucher. Der Frauenanteil lag im Jahr 2009 bei nunmehr 56%. Damit hat sich das Geschlechterverhältnis in den letzten 10 Jahren umgekehrt. 2000 lag der Männeranteil noch bei 52%.
Das Durchschnittsalter des Kinobesuchers stieg leicht auf 33,6 Jahre. [...] Den größten Besucheranteil stellten auch 2009 die 20 bis 29 Jährigen mit 26%. Fast ein Viertel der Kinobesucher (24%) waren Jugendliche bis 19 Jahren. Im Zeitverlauf der letzten zehn Jahre ist die Zahl der 20 bis 29 jährigen Kinobesucher jedoch enorm gesunken. Im Vergleich zu 2000 gingen 2009 37% weniger Twens ins Kino.

Für mich in diesen Studien immer besonders interessant:



Diese Abbildung zeigt, dass die Gruppe der intensiven Kinogänger (welcher sich der Gründer-CINEtologe zugehörig fühlt und zu der er sich mit deutlich mehr als 7 Kinobesuchen pro Jahr ohne Zweifel zählen darf) von 12 auf 13% und gleichzeitig der Umsatzanteil dieser Gruppe von 42 auf 44% angewachsen ist. Damit gehört der Gründer-CINEtologe weiterhin der umsatzstärksten Gruppe der Kinogänger an!

Die 20 bis 29 Jährigen sind weiterhin die aktivsten Kinobesucher. Sie stellten 2009 36% der „intensiven Kinogänger“ mit mehr als 7 Besuchen.

Es wird erneut klar, dass jede Relativierung der Bedeutung von Stammgästen jeder Grundlage entbehrt.

Nun aber zu einem Thema, bei dem ich als Kinoblogger, der für jeden Kinobesuch den vollen Ticketpreis zahlen muss, besonders sensibilisiert bin: Die Preisgestaltung

Der durchschnittliche Eintrittspreis für einen Kinobesuch lag bei 6,67 €.

Das ist der höchste Stand seit 2000 (damals: 5,41 €)!

26% der Kinobesuche in 2009 kosteten mehr als 7,51 €.
Lediglich 2% erforderten weniger als 3,50 €.

Nun hat der Gründer-CINEtologe in der aktuellen Studie zu seinem Entsetzen entdeckt, wie dieser stetige Anstieg der Kinokartenpreise wortwörtlich "aus dem Bauch heraus" gerechtfertigt wird:

Mit Zunahme des Eintrittspreises erhöhen sich die durchschnittlichen Ausgaben für Verzehr. Die Zahl der Besucher, die Geld für den Verzehr ausgeben, erhöht sich mit Anstieg des Eintrittspreises. [Man kommt zu dem Schluss:] Ein niedriger Eintrittspreis animierte auch 2009 nicht zu höheren Ausgaben.
Dabei wurde generell in Kinos mit höheren Eintrittspreisen auch in 2009 proportional mehr für den Verzehr ausgegeben.

Wie ich schon über u.a. Identi.ca dazu anmerkte:
Nur weil die Leute bei einem hohen Eintrittspreis eher bereit sind, Popcorn etc. zu kaufen, muss der Gründer-CINEtologe sowie jener der CINEtologischen Bewegung nahe stehenden Personenkreis mehr Geld für die Kinokarte ausgeben?! Bin nur ich der Meinung, dass das ganz klar in die falsche Richtung geht und inakzeptabel ist?!