Mittwoch, 31. März 2010

FFA-nalyse: Deutsches Kino 2009 - Preise steigen trotz Besucher- und Umsatzplus

Der Gründer-CINEtologe nutzt die Zeit, die er vor dem Hintergrund seines Boykotts nicht im Kinosaal verbringen kann, um eine Interpretation der Fakten, welche die FFA (Filmförderungsanstalt) sowie Blickpunkt:Film bereitstellt, zu Blog-Papier zu bringen.
Doch beginnen wir mit eben diesen handfesten Zahlen:

Im FFA info 1/10 vom Februar 2010 findet sich folgende Bilanz für 2009:
Für die deutsche Kinowirtschaft und den deutschen Film war 2009 eines der erfolgreichsten Jahre ihrer Geschichte. Insgesamt melden die Kinos einen Anstieg von 129,4 auf 146,3 Mio. Besucher, das entspricht einem Wachstum von 13,1 Prozent. Noch deutlicher wirkte sich im selben Zeitraum die Umsatzentwicklung aus: Mit 976,1 Mio. Euro – nach 794,7 Mio.im Jahr zuvor - stiegen die Einnahmen an der Kinokasse um 22,8 Prozent sogar stärker an als im Rekordjahr 2001 (19,4%). Wesentlicher Grund für das überdurchschnittliche Umsatzplus: die wachsende Begeisterung aber auch höheren Eintrittspreise für 3D-Kino. Mit dem sommerli-
chen Animationsfilm ICE AGE 3 – mit 8,7 Mio. Besuchern erfolgreichster Film des Jahres – AVATAR und OBEN finden sich auch gleich drei aufwändige 3D-Produktionen unter den besucherstärksten Filmen des Jahres wieder.
Das Erfolgsjahr 2009 wurde gekrönt von der höchsten Zahl an Kinobesuchern und dem besten Marktanteil deutscher Filme seit Beginn der FFA-Aufzeichnungen im Jahre 1991. Insgesamt lösten im Vorjahr 39,9 Mio. Besucher an den Kinokassen eine Karte für einen deutschen Film oder eine internationale Koproduktion mit deutscher Beteiligung. Das entspricht einem Marktanteil von 27,4 Prozent und bedeutet zugleich eine weitere Verbesserung des sehr guten Vorjahresergebnisses (26,6%). Und noch eine Bestleistung: Unter den 43 Besuchermillionären des Jahres 2009 befinden sich gleich 14 aus deutscher Produktion oder mit deutscher Beteiligung – soviel wie noch nie und ein deutliches Zeichen für die gestiegene Vielfalt, Qualität und Professionalität der nationalen Filmwirtschaft. [...]

Der Bericht präsentiert weiter folgende Tabellen:


Blickpunkt:Film führt in einem Artikel vom 31.03.2010 um 15:23 Uhr zum Umsatz der deutschen Kinos im ersten Quartal 2010 folgendes aus:
[...] setzt sich auch hierzulande der Kinohöhenflug von 2009 unvermindert fort. In den ersten drei Monaten des Jahres (31. Dezember bis 28. März; alle Zahlen von Rentrak EDI) wurden 35,3 Mio. Tickets gelöst und 268,4 Mio. Euro umgesetzt. Damit liegt man nach Besucherzahlen exakt auf Höhe des Vorjahrs, aber nach Einspiel dank 3D-Mehreinnahmen satte 18 Prozent vor 2009, das seine starken 229,8 Mio. Euro vom 1. Januar bis 29. März erwirtschaftete. Im Fünf-Jahres-Vergleich liegt 2010 aber auch weit vor dem Rekordquartal 2008 (238,2 Mio. Euro) und den Jahren 2007 (177,3 Mio. Euro) und 2006 (192,7 Mio. Euro). [...]

Der Gründer-CINEtologe fasst also die offensichtlichen Rekord- und Erfolgsmeldungen zusammen:
Für die deutsche Kinowirtschaft und den deutschen Film war 2009 eines der erfolgreichsten Jahre ihrer Geschichte.
Anstieg von 129,4 auf 146,3 Mio. Besucher
stiegen die Einnahmen an der Kinokasse um 22,8 Prozent sogar stärker an als im Rekordjahr 2001
Erfolgsjahr 2009
setzt sich auch hierzulande der Kinohöhenflug von 2009 unvermindert fort
nach Besucherzahlen exakt auf Höhe des Vorjahrs, aber nach Einspiel dank 3D-Mehreinnahmen satte 18 Prozent vor 2009
Im Fünf-Jahres-Vergleich liegt 2010 aber auch weit vor dem Rekordquartal 2008 (238,2 Mio. Euro) und den Jahren 2007 (177,3 Mio. Euro) und 2006 (192,7 Mio. Euro).

Ordnet sich der Gründer-CINEtologe in diese Statistik von 2009 (siehe erste Tabelle) ein, dann ergibt sich folgendes Bild:
Der Gründer-CINEtologe (55 Kinobesuche im Jahr 2009) hat das Gewicht von 30 Durchschnitts-Kinobesuchern mit 1,79 Kinobesuchen im Jahr!
Der Gründer-CINEtologe übertraf zudem den durchschnittlichen Umsatz pro Einwohner (11,97 €) mit seinen 306,90 € allein im CineStar Neubrandenburg um mehr als das 25fache!

Bei genauerem Hinsehen fällt jedoch etwas auf, das nur in einem Halbsatz in der FFA info 1/10
Grund für das überdurchschnittliche Umsatzplus: die wachsende Begeisterung aber auch höheren Eintrittspreise für 3D-Kino
ansatzweise erwähnt wird:

Wie die zweite Tabelle zeigt, war jedes Jahr mit einer Umsatzsteigerung im Vergleich zu 2005 verbunden.
Im selben Zeitraum stieg der Durchschnittspreis stetig an -
von 2005 zu 2006 um 11 Cent,
von 2006 zu 2007 um 8 Cent,
von 2007 zu 2008 um weitere 10 Cent
und schließlich von 2008 zu 2009 um ganze 53 Cent!

Dieser Fakt, der im Bericht indirekt über den Halbsatz
höhere[...] Eintrittspreise für 3D-Kino
begründet wird, macht einen nach der Definition der FFA sog. intensiven Kinobesucher (entspricht mehr als 7 Kinobesuchen im Jahr)


wie den Gründer-CINEtologen - auch vor dem Hintergrund seines Gewichtes beim Umsatz (12% der Kinobesucher generierten 2008 immerhin 42% des Umsatzes) - mehr als wütend, denn was ist das anderes als hemmungslose Abzocke?!
Jedes Jahr ein neues Umsatzplus gekoppelt an wachsende Besucherzahlen... und dennoch eine Preisexplosion (eine Formulierung, die ich angesichts der 53 Cent im Durchschnitt von 2009 für angemessen halte) - da verliert man doch das Vertrauen in die angeblich faire Preisregulation durch Angebot und Nachfrage.

So sehr ich es auch begrüße, dass es von Jahr zu Jahr mehr Menschen bzw. einzelne Menschen mehrmals im Jahr in die deutschen Kinos zieht, so sehr bin ich aber enttäuscht bis erzürnt darüber, dass die erzielten Umsatzgewinne nicht etwa in Form von Preissenkungen zumindest teilweise an die Kinobesucher zurückgegeben werden, sondern in besonders dreister Art Preise sogar noch nach oben getrieben werden, um noch mehr Umsatz einzufahren!
Was mir aber auch klar ist:
Würde als Reaktion darauf nun eine kritische Kinobesucher-Masse den Gang ins Kino verweigern, so würde das nicht etwa zu einem Umdenken in dieser absurden Preispolitik, sondern im Gegenteil nur zu einem weiteren Preisanstieg führen.
Ich finde das bedauerlich und wünsche mir endlich Einsicht von den Verantwortlichen - vorrangig natürlich vom örtlichen Kinoanbieter!

Dienstag, 23. März 2010

Kritik: Agora - Die Säulen des Himmels (11.03.2010)

Gesamteindruck: ✪✪✪✪✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Drehbuch       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰ ✰ ✰

CINEtologisches Fazit:

 Ihr stellt nicht in Frage, woran ihr glaubt. Das dürft ihr gar nicht. Ich muss es tun!

Nachdem der Trailer bei allen potenziellen Kinobegleitern in meinem Umfeld auf geballte Ablehnung stieß und nur ich darin die thematische Tiefe ausmachen konnte, trat ich also einen der seltener gewordenen Kino-Alleingänge an.

Mit einem Auge immer an einem ramponierten Stück Kinoleinwand (Hinweis an den Kinobetreiber: Saal 3 sollte auf Leinwandschäden überprüft werden) hängen bleibend, sah ich eine überzeugende Rachel Weisz als überzeugte Wissenschaftlerin und Ungläubige in einem römisch-ägyptisch-antiken Alexandria, welches von Religionskriegen (polytheistische Heiden vs. monotheistische Juden und Christen, die sich zusätzlich untereinander bekämpfen) zermürbt wird. Die anderen Schauspieler sind überwiegend weniger bekannt, fügen sich aber in die Charakterkonstellationen nahtlos ein.
Der Film begibt sich erzählerisch auf einen Mittelweg zwischen einer Charakterstudie der historischen Hypatia und Massenschlachten in den Mauern von Alexandria. Dramaturgisch hangelt man sich entsprechend von einer religiös motivierten Auseinandersetzung zu nächsten, aufgelockert durch die Andeutung der wissenschaftlichen Arbeit der Hauptfigur. Die Kameraeinstellungen vermitteln über Vogelperspektiven gut die Tragweite und das Ausmaß der Zerstörung, die durch religiösen Fanatismus

Besonders bewegt hat mich die Erstürmung der Bibliothek, die anschließend der Zerstörungswut eines christlichen Mobs ausgesetzt ist, die unersetzliche Wissensschätze zerfetzt und einäschert.
In diesem Sinne komprimiert das Filmzitat zu Beginn dieses Fazits aus meiner Sicht die zentrale Aussage des Films und spiegelt zugleich meine Ansichten zum markanten Unterschied zwischen Religion und Wissenschaft wieder:
Der religiöse Mensch "glaubt" an ewige, höhere seit Anbeginn existierende "Wahrheit" -
für den wissenschaftlich Denkenden beschreibt "glauben" die Relativität des Wissens im Angesicht von Forschung, die uns näher an eine immer weiter entfernte "Wahrheit" bringt.

Ich halte es für sehr bedauerlich, dass am Kinostart-Tag im CineStar Neubrandenburg mit mir max. 4 weitere Menschen diesen Film auf Kinoleinwand gesehen haben und er bereits nicht mehr im Filmprogramm des CineStar Neubrandenburg zu finden ist.

Kritik: Männer, die auf Ziegen starren (09.03.2010)

Gesamteindruck: ✪✪✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Drehbuch       ✰ ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰ ✰

CINEtologisches Fazit:

Letztlich waren es das hochkarätige Cast, dass mich in den Film brachte. Clooney gelingt es von allen am ehesten, der hochgradig abstrusen Rolle eines Ex-Jedi-Kriegers im Dienste der New Earth Army (einer Untereinheit der U.S. Army) Leben einzuhauchen. Daran scheitert aus meiner Sicht Spacey und auch McGregor, dessen Humor streckenweise zu aufgesetzt auf mich wirkte.

Nehmen wir die mit dem Drehbuch gewählte Herangehensweise an psychologische Kriegsführung und Anti-Kriegs-Bewegung als gegeben hin, dann lässt sich festhalten, dass der Film seine zweifellos komischen Momente - auch dank der Kamera - ausreizen konnte (der unfallverursachende Felsen auf weiter Flur sowie die Airbag-Mine in der Wüste), aber an den rar gesäten Stellen, an denen er vorgab, Ernst machen zu wollen, verhob er sich schlicht und ergreifend.

Das Gerücht über russische Experimente mit psychologischer Kriegsführung als Anlass für ein amerikanisches Gegenprogramm genügte mir nicht, um Tiefe in eine zeitweise unterhaltsame, dann aber wieder eher seicht dahin plätschernde Story um Veteranen einer Quasi-Hippie-Kommune unter dem Banner der U.S. Army, die ihr Haar und dann ihre Bestimmung verliert, zu bringen.

Kritik: Millennium-Trilogie: Verdammnis (07.03.2010)

Gesamteindruck: ✪✪✪✪✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Drehbuch       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰

CINEtologisches Fazit:

Mein Eindruck, einen weiteren durch und durch beeindruckenden Teil einer Triologie gesehen zu haben, erhärtet sich.

Es ist auch weiterhin diese Mischung aus (immer noch) recht unbekannten Darstellern, die die Stärken eines offenbar brillanten Drehbuches ausspielen, welches von einer geprägt ist, Dramaturgiedie den üblichen Hollywood-Habitus ignoriert und mit unspektakulärer Kamera und Optik schlichtweg erfolgreich Überzeugungsarbeit am Kinobesucher leistet.

Die dosierten Rückblenden in die Verblendung fungieren weniger als notwendiges Übel für jene, die den ersten Teil nicht kennen, sondern vermitteln eher das Gefühl der Stimmigkeit beider Filme.

Die Intensität, welche die Geschichte um Hackerin Salander und Journalist Blomkvist und deren Erzähltempo vermitteln, geht auch im zweiten Teil nicht verloren - ein sich andeutendes Gesamtkunstwerk (in Form einer Triologie) scheint trotz wechselnder Regie und Drehbuchautorenschaft immer im Blick zu bleiben.

Von dem gewohnten Niveauverlust zwischen Einzelteilen von Mehrteilern ist absolut nichts zu spüren, sodass ich den Zenit des Millenniums im Sommer kaum erwarten kann.

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Verdammnis
wurde für die
nominiert.

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Noomi Rapace
wurde u.a. für ihre Rolle in
Verdammnis
mit der
prämiert.


Noomi Rapace
wurde u.a. für ihre Rolle in
Verdammnis
für die
nominiert.

Kritik: Alice im Wunderland (06.03.2010)

Gesamteindruck: ✪✪✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Drehbuch       ✰ ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰ ✰

CINEtologisches Fazit:

Ein Gefühl der Enttäuschung prägte meinen cinematisch nachvollzogenen Sprung in den Kaninchenbau.

Burton und Depp werden quasi als natürliche Symbionten dargestellt - und an der Darstellung des verrückten Hutmachers (derartig exzentrische Rollen stehen ihm gut zu Gesicht) gibt es für sich genommen auch nichts auszusetzen; an der optischen und kameratechnischen Präsentation des Wunderlands hingegen teilweise schon, wovon ich die beeindruckenden Animationen ausnehmen möchte.
Angesichts der hervorragenden (mit Blick auf den betreffenden Kopf trifft dies zweideutig zu) rot-royalen Darbietung von Helena Bonham Carter und der Erinnerung an Sweeney Todd würde ich das wahrhaft wirkungsmächtige Duo dieses Films eher mit Carter-Depp bezeichnen.
Schauspielerisch nicht überzeugen konnte mich die eigentliche Hauptdarstellerin Mia Wasikowska in Form der älteren Alice.

Ein recht dürftiges Drehbuch erzählte die Geschichte im und um den Kaninchenbau neu, aber keineswegs besonders innovativ, was ich Mr. Burton durchaus zugetraut hätte.
Bis auf die Grinsekatze wirkte das Wunderland-Setting insgesamt eher verwunderlich unspektakulär denn wie ein wunderbar kreierter Ort der Obskuritäten.

Aus meiner subjektiven Sicht leider nicht ansatzweise ausgereiztes Potenzial einer damit zum 27ten Mal verfilmten Story.

Kritik: Shutter Island (04.03.2010)

Gesamteindruck: ✪✪✪✪✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✪
Drehbuch       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✪
Innovation      ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰ ✰ ✰

CINEtologisches Fazit:

Ben Kingsley (in meinem Namensgedächtnis wohl auf ewig als Itzhak Stern verwurzelt) allein ist schon mehr als Grund genug, sich auf den Weg nach Shutter Island zu machen - am besten wie im Film als Begleiter des mittlerweile herausragenden Schauspielers meiner Kinozeit: Leonardo DiCaprio.

Die Gratwanderung zwischen souveränem Auftreten als U.S. Marshall und dem von lebendigen Alpträumen gemarterten, zunehmend paranoideren Verstand, der seiner Rolle innewohnt, hätte ihm nicht besser gelingen können.
Das Wechselspiel zwischen Anstaltsleiter Dr. John Cawley und Marshall Daniels ist unverkennbar der perfekt geölte Dreh- und Angelpunkt einer irrsinnig atmosphärischen Geschichte, die von einem dramaturgischen Gedankensprung auf die Spitze des bezeichnenden Leuchtturms getrieben wird, nur um sich von dort in die Gischt zu werfen.

Für den Eintritt in den 7-Sterne-Orbit fehlten hier nur künstlerische Nuancen (z.B. in den (Alp-)Traumszenen) - und die musikalische Untermalung des Filmbeginns hätte etwas weniger klanglich ohrenbetäubend sein dürfen.

Der Gründer-CINEtologe bedankt sich bei Martin Scorsese (Regie) und Laeta Kalogridis (Drehbuch) für die an den Tag gelegte Offenheit - vor allem beim Ende.

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Shutter Island
wurde für die
nominiert.

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Leonardo DiCaprio
wurde u.a für seine Rolle in
Shutter Island
mit der
prämiert.

Leonardo DiCaprio
wurde u.a für seine Rolle in
Shutter Island
für die
nominiert.

Donnerstag, 11. März 2010

Boykott des CineStar Neubrandenburg

Hiermit kündigt der Gründer-CINEtologe nach 115 Kinobesuchen im Wert von 701,80 € (davon 19 Kinobesuche im Wert von 121 € im bisherigen Jahr 2010) seinen persönlichen Boykott des CineStar Neubrandenburg an - mit sofortiger Wirkung und auf unbestimmte Zeit!

Durch diesen Boykott soll insbesondere der Forderung nach einem angemesseneren Umgang mit Stammkunden - auf preislicher (z.B. in Form einer Rabattkarte etc.) wie auf Service-Ebene - und einem Umdenken bei der allgemeinen Preisgestaltung im CineStar Neubrandenburg Ausdruck verliehen werden.
Dies lässt sich vor allem dann nicht verstehen, wenn laut der FFA (Filmförderungsanstalt) 12% der Kinobesucher (nämlich jene mit mehr als 7 Kinobesuchen jährlich, zu denen sich der Gründer-CINEtologe ohne Frage zählen darf) mehr als 40% des Umsatzes generieren.

Zudem richtet er sich gegen die Monopolstellung (und deren offensichtliche Ausnutzung, v.a. in Bezug auf die Preisgestaltung) des CineStar Neubrandenburg.
Angesichts der beiden großartigen Jahre 2008 & 2009 für das deutsche Kino (in Bezug auf Umsatz und Besucherzahlen, laut FFA) lässt sich kaum verstehen, warum gerade die Preise der sog. "Kinotage" Dienstag und Donnerstag um jeweils 50 Cent erhöht wurden.

Als Symbol und gleichzeitig das wirtschaftlich stärkste Mittel wählt der Gründer-CINEtologe nach zahllosen ignorierten Bemühungen nun den Boykott.

Dieser Boykott wurde dem CineStar Neubrandenburg am 11. März 2010 um 23:08:20 per E-Mail angekündigt - hier der Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren,

der heutige Kinobesuch (19:40, "Agora - Die Säulen des Himmels; dabei wurde Wechselgeld im Wert von 10 € durch eine Ihrer Kolleginnen unterschlagen) hat den Ausschlag für meine Entscheidung gegeben:

Hiermit kündige ich meinen persönlichen Boykott des CineStar Neubrandenburg an - mit sofortiger Wirkung und auf unbestimmte Zeit!

Durch diesen Boykott soll insbesondere der Forderung nach einem angemesseneren Umgang mit Stammkunden - auf preislicher (z.B. in Form einer Rabattkarte etc.) wie auf Service-Ebene - und einem Umdenken bei der allgemeinen Preisgestaltung Ausdruck verliehen werden.
Außerdem richtet er sich gegen die Monopolstellung (und deren offensichtliche Ausnutzung, v.a. in Bezug auf die Preisgestaltung) des CineStar Neubrandenburg.

Angesichts der von Ihnen an den Tag gelegten Ignoranz gegenüber meinen Mail-Anfragen sehe ich keine andere Möglichkeit, als das Symbol und gleichzeitig das wirtschaftlich stärkste Mittel des Boykotts einzusetzen.

Ich werde diesen Boykott zudem auf Twitter (http://twitter.com/cinetologie), auf Identi.ca (http://identi.ca/cintologie), auf Facebook (http://www.facebook.com/pages/CINEtologie/241204038323), auf NB-Town (http://www.nb-town.de/?username=CINEtologie) sowie selbstverständlich auf meinem Blog (http://cinetologie.blogspot.com) öffentlich machen.

Solange ich von Ihrer Seite aus keine Bemühung um eine Wiedergutmachung (in Bezug auf die o.g. ausstehenden 10 € Wechselgeld) und ein allgemeines Entgegenkommen Ihrerseits (dazu gehört zu aller erst eine Beantwortung dieser E-Mail) feststelle, wird dieser Boykott fortgeführt.



Mit der Hoffnung auf Antwort/Reaktion verbleibt

M. Murawa, langjähriger treuer Besucher Ihres Kinos und Betreiber des Kino-Blogs http://cinetologie.blogspot.com


P.S.: Die FFA (Filmförderungsanstalt) kommt in ihrem Bericht "Der Kinobesucher 2008" zu dem (für mich ganz und gar nicht überraschenden) Ergebnis, dass in besagtem Jahr 2008 12% der Besucher (nämlich jene, die mehr als 7x im Jahr ins Kino gehen - 4,5 mal ist der Durchschnitt und 56 Kinobesuche kann ich für 2008 (19 für 2010) vorweisen) ganze 42% des Umsatzes generieren. Damit wären Stammkunden also nachweislich eine tragende Säule der Kinowirtschaft.


Zudem wird der Boykott auch
auf Twitter,
auf Identi.ca,
auf Facebook,
bei NB-Town
veröffentlicht.

Solange der Gründer-CINEtologe von Seiten des CineStar Neubrandenburg keine Bemühung um ein allgemeines Entgegenkommen feststellt (was nach den vielen ignorierten E-Mails mehr als geboten erscheint), wird dieser Boykott fortgeführt.

Der Gründer-CINEtologe ist keinesfalls erfreut über oder glücklich mit dieser Maßnahme, sieht aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine andere ähnlich effektive Möglichkeit, seinen Standpunkt und seine Entrüstung deutlich zu machen.

Übrigens: Wer 121 € für 19 Kinofilme nicht gerade viel findet, dem sei versichert, dass die Summe weitaus höher gelegen hätte, wenn nicht 15 der 19 Kinokarten durch die Kinotags-Aktion von Ferrero (bis zum 28.02.) mit jeweils ca. 2 € "subventioniert" worden wären.

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UPDATE I: Auch eine Woche nach der Boykott-Ankündigung ist keine Reaktion von Seiten des CineStar Neubrandenburg zu verzeichnen - entsprechend wird der Boykott unbeirrt fortgesetzt.

UPDATE II: 11 Tage nach der Boykott-Ankündigung ist am 22. März 2010 um 23:58:20 eine Reaktion von Seiten des CineStar Neubrandenburg in Form einer E-Mail zu verzeichnen gewesen - hier der Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Murawa!

Nach genauer Prüfung, Ihrer sehr schwer wiegenden Anschuldigungen, ist es leider im nachhinein nicht mehr nachvollziehbar, ob Ihnen, durch fahrlässiges Verhalten des CineStar Neubrandenburg, bei Ihrem Besuch am 11.03.2010 19:40 Uhr zu "Agora - Säulen des Himmels", 10,- € Wechselgeld unterschlagen wurden.

Unsere Prüfung umfasste die Einholung einer mündlichen Stellungnahme aller am 11.03.2010 zwischen 14:00 und 21:00 Uhr anwesenden Mitarbeiter sowie eine Prüfung des Kassen- und Kartenberichtes, auf buchhalterische Unstimmigkeiten an dem von Ihnen angezeigten Tag.
Die Stellungnahmen der betroffenen Mitarbeiter ergaben einheitlich:
- keine Kassendifferenzen bei der Abrechnung
- keine vorsätzliche Unterschlagung von Wechselgeldern
- kein Hinweis eines Gastes auf Unstimmigkeiten seines Wechselgeldes an
diesem Tage

Um eine fehlerhafte Herausgabe von Wechselgeldern zu vermeiden, werden unsere Gäste durch Hinweisschilder an den Kassen, höfflichst gebeten das herausgegebene Wechselgeld sofort zu überprüfen und fehlerhafte Ausgaben direkt anzuzeigen.
Im Falle von Unstimmigkeiten ist ein Kassensturz sofort und zwingend durchzuführen,
um Kassendifferenzen festzustellen und zu beheben.

Nach Aussagen unserer Mitarbeiter, wurden am 11.03.2010 in besagtem Zeitraum keine,
oben beschriebene Thematik betreffenden Vorkommnisse an sie herangetragen bzw. angezeigt!

Auf Ihre weiteren Ausführungen bezugnehmend, haben wir Ihnen in vorangegangenen Mails ausführlich die Position des CineStar Neubrandenburg, zu Preisgestaltung und Rabattsystemen dargelegt sowie das von uns bevorzugte Angebot erläutert.

Ich bitte um Ihr Verständnis,

- dass wir nicht in unregelmäßigen Zeitabständen immer wieder schriftlich darauf eingehen können, warum Ihnen unsere Angebote an Ticketpreisen und an Rabatten nicht zusagen.
- dass wir uns nicht an, mittlerweile leider in Deutschland "eingebürgerten", "Rabattschlachten" beteiligen, in deren Ergebnis für den Gast, Kunden, Leistungsnehmer, etc. intransperente und nicht mehr nachvollziehbare Preise stehen.


Mit freundlichen Grüßen

Ben Ansorge
Theaterleiter CineStar Neubrandenburg


UPDATE III: Auf diese E-Mail antwortete der Gründer-CINEtologe am 23. März 2010 um 09:17:44 wie folgt:

Sehr geehrter Herr Ansorge,


ich nehme also 11 Tage nach dem Versand meiner E-Mail Ihre Antwort-Mail zur Kenntnis.

Ich hoffe doch, dass Sie mich nicht für so naiv gehalten haben, dass ich mir nicht darüber im Klaren bin, dass eine nachträgliche "Überprüfung" (wann diese gewesen ist, würde mich noch interessieren) des unstimmigen Kassenvorgangs am 11.03.2010 zu dem Ergebnis kommt, dass kein Fehlverhalten von Seiten des CineStar Neubrandenburg vorlag.
Im Endeffekt wissen nur die betreffende Mitarbeiterin und meine Wenigkeit, wie der Bezahlungsvorgang und die Wechselgeldherausgabe an besagtem 11.03.2010 19:40 Uhr abliefen.

Sie scheinen leider nicht gemerkt zu haben, dass diese "sehr schwer wiegenden Anschuldigungen" - wie Sie sie nennen - mehr dazu dienten, Ihnen eine Reaktion auf die (in der E-Mail nachfolgenden) "weiteren Ausführungen" abzutrotzen.

Eine Stellungnahme ihrerseits zur (preislichen) Ausnutzung eines spätestens seit der Schließung des "Latücht" offenkundigen Monopols erfolgt schlichtweg nicht - stattdessen sprechen Sie von "unregelmäßigen Zeitabständen", in denen Sie dann doch einmal E-Mails beantworten, in denen ein langjähriger Stammkunde (mit bereits 120 besuchten Kinovorstellungen in Ihrem Kino, seit 2008) sich Informationen über Angebote und Entwicklungen wünscht, die häufige Kinobesuche (nicht nur am Wochenende, was das von Ihnen "bevorzugte Angebot" des 5-Sterne-Tickets suggeriert) belohnen.
Von einem Dienstleistungs- bzw. Serviceunternehmen werde ich (wie jeder andere Kunde) erwarten dürfen, zeitnahe Antworten auf E-Mail-Anfragen zu erhalten - auch wenn die Anfragen/Nachfragen/Erläuterungsbitten Sie offensichtlich nerven.

Es grenzt allerdings schon fast an Hohn, wenn Sie tatsächlich schreiben "dass [Sie sich] nicht an, mittlerweile leider in Deutschland >eingebürgerten<, >Rabattschlachten< beteiligen, in deren Ergebnis für den Gast, Kunden, Leistungsnehmer, etc. intransperente und nicht mehr nachvollziehbare Preise stehen."
Warum ich von Hohn spreche? Weil niemand (auch ich nicht) "Rabattschlachten" fordert, sondern ledig eine Angebotspalette, die über ein nur an Wochenendvorstellungen lukratives Rabattangebot hinausgeht (ob Studentenrabatt für den Hochschulstandort Neubrandenburg oder "10x ins Kino = 1 Freikarte" für "intensive" Kinobesucher).
Zweitens kann es wohl kaum Ihr Ernst sein, von "für den Gast, Kunden, Leistungsnehmer, etc. intransperente und nicht mehr nachvollziehbare Preise[n]" zu sprechen. Es ist doch Ihr Kino, welches in den besten Jahren (2008 & 2009) bzw. im Nachgang dieser Jahre die Preise an den sog. "Kinotagen" Dienstag und Donnerstag um jeweils 50 Cent angehoben hat, ohne auf diese Preissteigerung auf Ihrer Internetseite oder im Foyer explizit hinzuweisen oder dafür eine Begründung zu liefern.
Wenn das "Transparenz" und "Nachvollziehbarkeit" bei der Preisgestaltung sein soll, dann lebe ich wohl mit meinen Ansichten über die Bedeutung dieser Worte auf einem anderen "Stern".


Da eine weitergehende Stellungnahme ihrerseits (dies lehrten mich die vorausgegangenen, vergeblichen E-Mail-Kontaktaufnahmen der letzten Jahre) kaum zu erwarten ist, verbleibe ich

Mit freundlichen Grüßen, Dank für die Reaktion und mit der Hoffnung, ein eingehenderes Nachdenken über die Preispolitik in Ihrem Kino angeregt zu haben

M. Murawa, langjähriger treuer Besucher des CineStar Neubrandenburg und Betreiber des Kino-Blogs "CINEtologie" (http://cinetologie.blogspot.com)


UPDATE IV: Vollkommen unerwartet weil bis dato in dieser Geschwindigkeit noch nicht erlebt, antwortete Herr Ansorge vom CineStar Neubrandenburg am 23. März 2010 um 11:02:49 mit folgenden Worten:

Sehr geehrter Herr Murawa,

Sie können davon ausgehen das wir Ihre Anregungen und Kritik ernst nehmen und sie in unsere Entscheidungsfindungen jeglicher Art mit einbeziehen.
Das geschieht nicht nur bei Ihren Anregungen und Kritikpunkten so, sondern bei allen.

Wie in meiner ersten mail schon erwähnt, werde ich Sie umgehend informieren, sollten Ihre Interessen betreffende Entscheidungen getroffen werden.

Sehen Sie uns bitte nach, dass wir bis dahin keine weiteren Kommentierungen zu unserer Geschäftspolitik abgeben können.


Mit freundlichen Grüßen

Ben Ansorge
Theaterleiter CineStar Neubrandenburg


Ohne eine Geste des guten Willens des Kinobetreibers, die über die aus meiner Sicht selbstverständliche Beantwortung von Kunden-E-Mails hinaus geht, bleibt es beim Boykott des CineStar Neubrandenburg - auch wenn es ein Kampf auf verlorenem Posten sein sollte.

DVD und Blu-ray Verleih per Post (inklusive VoD)