Donnerstag, 23. September 2010

Kritik: Briefe an Julia (22.09.2010)

Gesamteindruck: ✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Drehbuch       ✰ ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰ ✰ ✰


CINEtologisches Fazit:

Wer in Verona an DIE Julia schreibt und sie um Rat in Sachen Liebe bittet, kommt um ihre Sekretärinnen nicht herum. Und wenn diesen dann eine Aushilfe in Person einer Wäregern-Autorin aus Amerika über den Weg läuft, dann führt dies nahezu zwangsläufig... zu einer italo-anglo-amerikanischen Romanze, die (fast) ohne die üblichen Liebesschwüre in Dialogschleifen auskommt.  

Die nicht nur durch ihr hin- und mitreißendes Lächeln bezaubernde Amanda Seyfried überstrahlt die eine oder andere allzu offensichtlich romantische Richtungsvorgabe im Drehbuch. Der Soundtrack stellt klar, welche Art Film man gerade zu sehen bekommt. Die Bilder aus der italienischen Provinz können ihr Flair in diesem Rahmen entfalten. Die Dramaturgie kann - erwartungsgemäß - kaum überraschen.

Da überrascht es wesentlich mehr, dass der Gründer-CINEtologe Gefallen an etwas cineastisch so Trivialem finden kann.
Ich halte es dabei wie folgt: Wenn schon Frauenfilm, dann aber bitte mit der richtigen Frau auf der Leinwand.

Kritik: The American (21.09.2010)

Gesamteindruck: ✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Drehbuch       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰


CINEtologisches Fazit:

Eine bedrohte Art...
Der Mann mit dem Schmetterling zwischen den Schulterblättern wandelt in dieser Rolle auf leisen Sohlen und tritt seinen Gegenspielern doch entschlossen und mit unerbittlicher Härte entgegen.

Ob Waffenherstellung auf Kundenwunsch oder auch bezahlter Beischlaf, der in eine emotionalen Bindung mündet - Clooney wird als Amerikaner in Italien so subtil inszeniert, dass man fast in Sorge über das Tempo und die Storyentwicklung geraten könnte. Die Bilderreihen beeindrucken auch über die italenischen Landschaftsaufnahmen hinaus. In Verbindung mit einem federkernigen Musikbett gewinnt der Film seine besondere Stimmung.

Wer sich allzu lange auf dem Mainstream treiben lässt, wird für sein angepasstes Kinofilmbesuchsverhalten entweder mit formschönen Schwimmhäuten belohnt oder aber - sofern ein wenig Reflexionsfähigkeit vorhanden ist - mit dem Bewusstsein bestraft, dass man in den vorhandenen Seitenarmen aufregende Stromschnellen und Verwirbelungen ausgelassen haben könnte.
Lasst es erst gar nicht so weit kommen, rät der Gründer-CINEtologe, der dieses speziellere Filmerlebnis zum Anlass nimmt, um eine nähere Betrachtung der Filmografie des Herrn Corbijn vorzunehmen.

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The American
wurde für den 
nominiert.

Kritik: Resident Evil: Afterlife (19.09.2010)

Gesamteindruck: ✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Drehbuch       ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰ ✰


CINEtologisches Fazit:

Die Umbrella Corp. lässt die Menschen in Tokyo nicht im Regen stehen... hat dafür aber den T-Virus weiter auf dem Schirm (kleine Anspielung auf die "abgeschirmte" Eingangsszene).

Der Gründer-CINEtologe ließ im Vorfeld des Kinobesuchs seine Synapsen im Filmgedächtnis den Erstkontakt zur Verfilmung der entprechenden Videospielreihe Resident Evil - zu der ich auf einer bestimmten Spielekonsole eines gewissen japanischen Elektronikkonzerns (hier wurde bewusst auf eine Markennamensnennung verzichtet) Zugang bekam - knüpfen.

Mit R E: AL (= Resident Evil: Afterlife) wollen die TV(T-Virus)-Infizierten den Übergang in die Dritte Dimension schaffen - im 2D-Kino wird man zumindest Zeuge einer optischen Großoffensive, bei der Regisseur, Drehbuchautor und Produktionsleiter Paul W.S. Anderson zusammen mit seinem Verantwortlichen für die Kamera, Glen MacPherson, wohl bereits 1999 Matrix-Anleihen bei den Wachowski-Brüdern gezeichnet haben dürfte, um 2010 in seinem Filmprojekt davon zehren zu können.
Und wenn wir schon bei Parallelen sind: Der von der deutschen Wikipedia (unter Trivia) sog. Henker mit Kapuze über dem Gesicht und einer riesigen Axt mag aus dem fünften Teil der Videospielreihe stammen, kam in meinen Augen aber auch dem Pyramid Head aus der Silent Hill-Verfilmung ziemlich nah.

Das erkennbar große Engagement beim Auftragen der optischen Politur reichte leider nicht für die Story. Ein Fortschritt in der Gesamtgeschichte ist schwer messbar, scheint mir jedoch äußerst gering ausgefallen zu sein.
Der Schwerpunkt scheint jedenfalls an anderer Stelle gelegen zu haben und Raum für weitere Fortsetzungen ist somit auch garantiert.

Rund um das einzig wahre Cast-Zentrum Milla Jovovich kreisen neben den beiden attraktiven Ladys (gemeint sind: Ali Larter und Spencer Locke), die während der Zeit der Extinction auftauchten und sie überlebten, auch der Prison Breaker Wentworth Earl Miller III, den der Rollenwechsel (bis auf eine fiktive Tattoo-Entfernung) nicht allzu viel Kraft gekostet haben dürfte.

Eindrucksvoll in der Präsentation, gleichbleibend in der Schauspielleistung und mit stagnierenden Tendenzen auf dem Storyboard - die Residenz des Bösen wurde zwar (sicherlich kostspielig) renoviert, aber in ihr spielt sich wenig Neues ab. Man trifft vielmehr auf alte Bekannte, die aus ihrem natürlichen Filmlebensraum in das R E: AL-Universum verfrachtet wurden.

Kritik: Toy Story 3 (12.09.2010)

Gesamteindruck: ✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Drehbuch       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰


CINEtologisches Fazit:

Ein detailverliebt animiertes Coming of Age in der Spielzeugkiste aus dem Hause Pixar.

Eine Kita als ToyKZ… äh… Hochsicherheitsgefängnis für Spielzeug; eine Barbie-Puppe, die über legitime Herrschaft im Angesicht eines frustrierten, tyrannischen, rosa Kuschelbären spricht; ein Anflug von (es folgt eine Eigenkreation:) Buzzspanic Language – die animierte Kindheitserinnerung schafft meinem ganz persönlichen Empfinden nach den Sprung in das 21. Jahrhundert (Anmerkung des Gründer-CINEtologen: Toy Story stammt aus dem Jahr 1995, Toy Story 2 aus dem Jahr 1999) nahezu wortwörtlich spielend.

Den Synchronstimmbruch insbesondere bei Woody (von Peer Augustinski hin zu Michael „Bully“ Herbig) kann ich verzeihen.

Ein ausgesprochener Dank für das Aufpolieren dieser Helden meiner Kindheit geht an die realisierenden Damen und Herren in den Pixar Animation Studios sowie auch an Lee Unkrich, der es vom Schnitt der beiden Vorgänger bis hin zum Regisseur und Produzent (neben Darla K. Anderson) des vorliegenden dritten Teils gebracht hat!

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Toy Story 3
wurde mit der
prämiert.

Toy Story 3
wurde für die
nominiert.

Kritik: Step Up 3 (11.09.2010)

Gesamteindruck: ✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰
Drehbuch       ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰


CINEtologisches Fazit:

Der dritte Teil einer Filmreihe, deren Vorgänger man nicht gesehen haben muss, um seiner Faszination zu erliegen.

Und diese besteht nicht etwa darin, dass die handelnden Personen (inkl. der unverzichtbaren attraktiven weiblichen Hauptdarstellerin) in eine Geschichte (zwei konkurrierende Tanzgruppen, die an der größten Tanzveranstaltung überhaupt teilnehmen) eingebettet sind, die besonders berührend, spannend erzählt oder in dieser Form noch nie dagewesen wäre. Das nun wirklich nicht.
Vielmehr ist es diese spezielle Mischung aus (der von mir den meisten Genres vorgezogenen) Hip-Hop-Musik, extrem choreografiertem Breakdance sowie einer Andeutung von Parkour und der dazugehörigen außerordentlichen Körperbeherrschung. Dass die Bilder für meinen Geschmack zu sehr auf die 3D-Präsentation zugeschnitten waren und daher z.T. übertrieben wirkten, hat mich eher in der Rückschau gestört als während der Betrachtung aus dem Kinosessel heraus.

Ich erwarte nicht, dass meine Begeisterungsfähigkeit auch von denen geteilt wird, die dem Hip Hop nicht so zugetan sind wie ich. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass der von den großartigen artistischen Darbietungen ausgehende Funke auch bei dem einen oder anderen Zuschauer mit anderweitigen musikalischen Geschmacksknospen überspringen könnte.

Kritik: Die Legende von Aang (07.09.2010)

Gesamteindruck:
Darsteller      
Drehbuch      
Dramaturgie  
Innovation      
Kamera/Optik
Soundtrack    


CINEtologisches Fazit:

Ich war gewarnt.
Dies möchte ich der Fairness halber dieser Kritik voranstellen.

Was ich sah: Echt großes Effektkino.
Was mir vorenthalten wurde:
Darsteller, die den Charaktere, die sie zu verkörpern angetreten sind, ein Leben auf der Leinwand einhauchen und selbiges nicht dadurch riskieren, dass sie schlechte Dialoge lediglich fehlerfrei vortragen können; der kleinste Hauch einer Story, die den Effekten einen nicht nur begrenzenden Rahmen an die Seite stellt; ein Spannungsbogen, der mehr bietet als zurechtgebogene Handlungsteilstücke, die mehr schlecht als recht passen und so ein Kopfsteinplaster Richtung Abspann formen; ein Soundtrack, durch den es mühelos gelingt, die einzelnen Szenen nicht unbedingt auf Rosen aber doch angenehm zu betten.

M. Night Shyamalan (eigentlich: Manoj Nelliyattu Shyamalan) hätte vor allem die Drehbuchseiten unberührt lassen und die Produktion komplett abgeben und sich mit der Regie begnügen sollen – dann hätte dieser als Auftakt zu einer Reihe geplante Film eine echte Chance gehabt. Wenn das Filmprojekt in der bisherigen Aufgabenverteilung fortgesetzt wird: Lasst uns Luft, Erde, Wasser und Feuer in Bewegung setzen, damit das nicht passiert!

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Die Legende von Aang
wurde für die
nominiert.

Kritik: Duell der Magier (05.09.2010)

Gesamteindruck: ✪✪✪✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Drehbuch       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰ ✰ ✰

CINEtologisches Fazit:

Jon Turteltaub (Regie) und Jerry Bruckheimer (Produktion) haben bei mir seit dem Vermächtnis der Tempelritter aus dem Jahr 2004 einen nicht zu kleinen Stein im Brett. Dass die Zusammenarbeit mit Nicolas Cage nicht nur für die Einspielergebnisse, sondern auch für das Filmprojekt als Ganzes fruchtbar ist, haben die beiden sicher auch nicht erst seit gestern bemerkt…

Das Duell der Magier lebt neben dem Schauspieltalent seines Magiermeisters Cage alias Balthazar von dem Bekanntheitsgrad der (eher auf seichte Weise angenäherten) Sagenwelt rund um Merlin sowie der sehr ansehnlichen Effektanwendung (Feuer, Blitze, Spiegel etc.). Dem Zauberlehrling mit der Besenphobie des Herrn Goethe widmete man netterweise auch eine Szene.

Ich wurde unterhalten, ein Happy End der beiden romantischen Plot-Beigaben (Balthazar und Veronica sowie Dave und Becky) war aus dem Hause Walt Disney ehrlicherweise zu erwarten gewesen und die gelungene Optik überzeugt am Ende des magischen Duells zwischen den Erben Merlins und jenen Morganas.

Kritik: Das Leben ist zu lang (05.09.2010)

Gesamteindruck:
Darsteller      
Drehbuch      
Dramaturgie  
Innovation      
Kamera/Optik
Soundtrack    

CINEtologisches Fazit:

Was hat es wohl zu sagen, wenn der Gründer-CINEtologe und der CINEtologische Würdenträger Ersten Ranges sich im Abspann anschauen und ihnen die Sprachlosigkeit wechselseitig ins Gesicht geschrieben steht?!

Dieser (vielleicht versuchte?) Innovationsschub für den deutschen Film ist in meinen Augen vor allem nach hinten losgegangen. Wenn das Leben tatsächlich zu lang wäre, dann würden die 86 Minuten dieses Filmes sicher nicht so ins Gewicht fallen. Das tun sie aber, denn mir hat sich bis heute nicht erschlossen, ob ich zum Nachdenken gebracht, zum Schmunzeln animiert, zum Fragen-in-den-Kinosaal-stellen wie „Was bitte war das denn gerade?!“ (heute wohl eher durch das prägnante Kürzel WTF?! ersetzt) verdammt werden sollte. Das Filmbusiness sollte wohl belächelt werden und die Figur des Alfi Seliger sich den Stein des Anstoßes selbst an den Kopf werfen. Keine Ahnung.

Krude Komödie, der ich diese Genrezuweisung eigentlich gleich wieder entziehen möchte. Wie Frau Ferres, Herr Ferch und Herr Stahl in die Darstellerliste geraten sind, das weiß wohl auch nur Regisseur und Drehbuchautor in einer Person: Dani Levy.

Nennt mich ahnungslos, nennt mich begriffsstutzig oder auch (Eigenkreation:) auffassungsbehindert: Das Ding von Film ging an mir vorbei.

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Das Leben ist zu lang
wurde für die
nominiert.

Kritik: The Expendables (04.09.2010)

Gesamteindruck: ✪✪✪✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Drehbuch       ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰

CINEtologisches Fazit:

Stallone und seine groß angelegte Actionheldenzusammenführung – gemeinsam angetreten, um Actionfilmgeschichte zu schreiben.
Dies gelang zumindest schon mal in Bezug auf die auf den Kinoplakaten abgedruckte Namensreihe: Rambo (Mr. Stallone) meets Terminator (Mr. Schwarzenegger) meets Marv (Mr. Rourke) meets John McClane (Mr. Willis) meets The Transporter (Mr. Statham) meets the Unleashed (Mr. Li) meets The Punisher von 1989 (Mr. Lundgren)… Ihr seht: Ich könnte diese Kritik/Rezension ohne Probleme allein schon mit dieser angedeuteten Kombination der mit den Namen der Darsteller verbundenen Charaktere/Figuren füllen. Sieben müssen an dieser Stelle genügen.

Beim (für meinen Geschmack etwas zu kurz geratenen) Aufeinandertreffen von Stallone, Schwarzenegger und Willis bot die Kirche gerade mal genug Raum für zwei kleine Anspielungen.
Herr Li (mit dem markanten Spitznamen Yin Yang ausgestattet) kam ein bisschen schlecht weg in seinen Kampfszenen; dafür war Mr. Terry Crews in der Rolle des Hale Caesar nicht weniger als DER wahrhaftes Kopfzerbrechen bereitende Bodycount des Films vergönnt.

Sofern es einen Brain-Off-Schalter gäbe, den man einfach umlegt und schon sieht man über die mehr als dürftige Geschichtenerzählung (es folgt ein Spoiler-Angriff, bitte ggf. in Deckung gehen) über den in Falten gehüllten, muskelbepackten Mann, der mit seinen Jungs das gesamte Militär eines kleinen Inselstaates inkl. der Privatarmee eines amerikanischen „Investors“ (quasi im Sinne der sog. PPP – Public Private Partnership) aufmischt, um der Tochter des Eiland-Diktators zu einer besseren Zukunft zu verhelfen, hinweg... ich hab ihn nicht gefunden, diesen sagenumwobenen Schalter. Sachdienliche Hinweise werden angesichts der Sequel-Pläne des Herrn Stallone jedoch von der un- bis außergewöhnlichsten kritischen Instanz im örtlichen Kino dankend entgegengenommen.

Noch ein paar Worte zum Effektfeuer: Das nach dem beeindruckenden Brückeninferno und anderen Brandanschlägen die Pyrotechnik einiges an Scheinen vom 70 Millionen Dollar Budget (laut Lundgren im entsprechenden Wikipedia-Artikel) verfeuert hat, ist mir klar. Es muss aber auch klar sein, dass – wenn man erst mit echten Flammen verwöhnt wird – diejenigen aus dem Computer dich nicht mehr wirklich überzeugen können. Vielleicht kann man bei den Fortsetzungen etwas mehr Durchhaltevermögen in Bezug auf pyrotechnische Sorgfalt aufbringen.

Nichtsdestotrotz sah ich einen Actionfilm, der diesen Namen verdient und der – im wahrsten Sinne des Wortes – über Sequels ausbaufähig ist.

Und die "Moral" von der Geschicht':

Ist deine Seele auch noch so rabenschwarz,
bedeutet das nur, dass du auf einem winzigen Inselstaat
Leuten mit Akzent - für die Freiheit der Diktatorentochter -
den Kopf wegblasen darfst!

Kritik: Männertrip (02.09.2010)

Gesamteindruck: ✪✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰
Drehbuch       ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰ ✰

CINEtologisches Fazit:

Als im Trailer mit Hangover geworben wurde, war mir bereits klar, dass der Spaß bei diesem von CINEtologischen Würdenträger Ersten Ranges zum Männertrip erklärten Kinoausflug flacher ausfallen und damit dem, was ich unter wahrhaft unterhaltsamem Humor verstehe, eher nicht entsprechen würde.

Das heißt nicht, dass ich nicht bespaßt wurde.
Das heißt aber schon, dass der Streifen außer dem – in meinen Augen – zentralen Charakter des Aldous Snow (gespielt von Russell Brand) kaum etwas besonders augenfälliges oder in dieser Form (ob in Bezug auf Story, Dramaturgie oder Optik) noch nicht gesehenes vorzuweisen hatte. Jonah Hill war mir vor seinem Männertrip als Aaron Green zwischen London und dem Greek Theatre in Los Angeles ebenso egal wie er es hinterher ist. Seine Rollenwahl (siehe u.a. Beim ersten Mal und Superbad) macht ihn für mich bislang ziemlich verzichtbar, um ehrlich zu sein.

Lächerlich (also ausdrücklich: nicht komisch!) und geradezu absurd wird ein solcher Film immer dann, wenn er sich auf das Terrain eines – wie auch immer gearteten – Anspruchs (hier in Bezug auf Beziehung-Seitensprünge-Eifersucht) begibt. Daran muss er fast zwangsläufig scheitern.

Was zu erwarten war, wurde geboten – Pluspunkte wurden weder im Drehbuch noch auf der Plotline gesetzt und können daher auch nicht dazugerechnet werden.

Freitag, 17. September 2010

CINEtologie's invited to: The Town (exklusive Vorpremiere von Filmstarts.de im CineStar Original Berlin am 17.09.2010, inkl. Kritik)



Muss an dieser Stelle der Wert auf einer Vorfreude-Skala näher ausgeführt werden, der seit der Einladung per Mail vom 24.08.2010 beim Gründer-CINEtologen ständig neue Höhen erreicht hat?!
Dem gesamten Team von Filmstarts.de (ausdrücklich: Frank Brunner und Gloria Rauch) verdanke ich meine erste exklusive Vorpremiere inkl. dem besonderen Gefühl, dass die eigene Arbeit schließlich doch noch eine Wertschätzung erfährt, die konkret erfahrbar und spürbar ist.

Trotz (möglichem) Radarfallenvorfall und Eiscreme-Schokoladenüberzügen im Abwärtstrend - der Gründer-CINEtologe und der CINEtologische Würdenträger Ersten Ranges fanden sich eine halbe Stunde vor dem angekündigten Beginn der Veranstaltung im Sony Center vor dem CineStar Berlin - Original ein... und waren erst einmal überrascht, das von Außen nichts auf dieses exklusive Event hinwies. Schließlich wies der CINEtologische Würdenträger auf die auffallend blaue Bekleidung eines Herren im Bereich der Treppe zu den Kinosälen hin, die bei - sich anschließender - näherer Betrachtung einen unverkennbaren Bezug zu eben der Internetplattform hatte, die das Event ausrichtete: Filmstarts.de.
Einen Gästelistencheck (gutes Gefühl, ganz ehrlich) später war der Weg frei zum Kinosaal 1, der aufgrund freier Platzwahl nur noch die letzten beiden Reihen vor der Leinwand offerierte. Die Entscheidung für die zweite Reihe nahm mir mein Nacken später übel - so what!
Damit wären wir dann auch schon bei der nächsten Überraschung des Abends: Der Film von und mit Ben Affleck (Regie/Drehbuchmitautor/Hauptrolle) lag in der OV (Originalversion), sprich: in englischer Sprache vor. Obwohl bekennender Fan der deutschen Leistungen auf dem Gebiet der Synchronisation, ließ sich der Gründer-CINEtologe davon nicht in seiner Euphorie stören. Zumindest solange nicht bis klar wurde, dass der unübersehbare Bezug zu Boston sich auch in der Sprache wiederspiegelte und das Verständnis einiger Szenen massiv erschwerte. Authentizität ist lobenswert, bereitet einem Nicht-Muttersprachler aber z.T. arge Probleme.

CINEtologisches Fazit:

Nichtsdestrotz wurden wir Zeuge einer handfesten Bankräubererzählung, die nicht mit Innovationen (bad guy turns into something like a good guy 'cause of feelings for a lady) und nicht wirklich durch leise Töne von sich reden machte (Waffenarsenalgeräuschkulissen to the fullest), aber von den Charakteren (u.a. Jeremy Renner als Jem Coughlin) und der Atmosphäre her deutliche Ansätze von handwerklichem Können aufwies.
Beim nächsten Mal ein wenig mehr dramaturgische Unvorhersagbarkeit und vielleicht auch etwas Verzicht üben bei der Verantwortungsübernahme im Filmentstehungsprozess (Regie, Drehbuchbeteiligung und Hauptrolle in einer Person dürfte so manchen überfordern) - dann könnte aus Benjamin Géza Affleck zumindest ein respektabler Regisseur (wenn wohl auch nie einer meiner Lieblingsschauspieler) werden.

Gesamteindruck: ✪✪✪✪
Darsteller       ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Drehbuch       ✰ ✰ ✰ ✰
Dramaturgie   ✰ ✰ ✰
Innovation      ✰ ✰ ✰
Kamera/Optik ✰ ✰ ✰ ✰ ✰
Soundtrack     ✰ ✰ ✰ ✰ ✰


CINEtologische Danksagung:

Mein erneuter Dank geht an Filmstarts.de für die Ermöglichung und nicht zuletzt an den CINEtologischen Würdenträger für den Chauffeurservice und die Begleit(erschein)ung zu diesem ersten großen Auftritt der CINEtologischen Bewegung!

P.S.: Bewegte Bilder von diesem exklusiven Event (und auch vom Gründer-CINEtologen und dem CINEtologischen Würdenträger Ersten Ranges) hat Filmstarts.de mittlerweile nachgeliefert - doch seht selbst (CINEtologische Statements ab 2 Min. 39 Sek.):

Dienstag, 14. September 2010

FFA-nalyse: Dreidimensionale Preisexplosion ermöglicht Rekordumsatz trotz Besucherschwund im 1. Halbjahr 2010

Hatte ich Ende März 2010 in meiner FFA-nalyse zur FFA info 1/10 noch einen Preisanstieg trotz Besucher- und Umsatzplus beklagt, überschreibt die FFA ihren Halbjahresergebnisbericht FFA info 2/10 selbstbewusst - mit einem durch die rosarote 3D-Brille getrübten analytischen Blick - mit den Worten: Rekordumsatz trotz Besucherrückgang.

FFA-Vorstand Peter Dinges wird dort zitiert: Er spricht von einem

insgesamt zufriedenstellenden Ergebnis


welches in meinen Augen - angesichts von 4,5 Millionen (also immerhin: 7,0%) weniger Kinobesuchern als im ersten Halbjahr 2009 - alles nur nicht das ist. Es ist mit 60,4 Mio. Besuchern schlicht und einfach das schlechteste Halbjahresergebnis seit 2007 (60 Mio.).
Die Äußerung aus dem Vorstand dürfte sich vorrangig auf den Gesamtumsatz beziehen, der von Anfang Januar bis Ende Juni um 21,7 Mio. auf 443,1 Mio. € (im Vergleich zu den 421,4 Mio. aus dem selben Zeitraum des vergangenen Jahres) angewachsen ist.

Herrn Dinges zufolge

würden die Halbjahreszahlen [auch] zeigen, dass das Kino erneut einer Fußball-WM und strahlendem Hochsommerwetter habe trotzen können


Wenn dies den Besucherrückgang erklären soll, dann darf man sich doch fragen, warum in der Zeit der 2006-Fußball-WM ein solcher Besuchereinbruch nicht zu verzeichnen war. Im Gegenteil: 2006 waren es 65 Mio. Kinobesucher gegenüber den Zahlen von 2005 (60,3 Mio.) und 2007 (60 Mio.).

So sehr man die 3D-Kino-Faszination der deutschen Kinobesucher auch begrüßen kann (für die deutsche Kinowirtschaft steht selbstverständlich v.a. der Beitrag zum Rekordumsatz im Vordergrund), so klar sind doch auch die Konsequenzen für die Entwicklung des durchschnittlichen Eintrittspreises, auf welche die FFA explizit hinweist:

Da für 3D‐Vorstellungen erhöhte Eintrittspreise verlangt - und gezahlt - werden, ist der Durchschnittspreis für einen Kinobesuch innerhalb der letzten zwölf Monate deutlich nach oben geklettert und lag mit 7,34 Euro 85 Cent über dem Vorjahreswert von 6,49 Euro.


Wenn man die rosarote 3D-Brille also wieder absetzt, dann sind die Kino-Halbjahresergebnisse 2010 der FFA alles andere als echte Erfolgsmeldungen. Vielmehr werden hier schwindende Besucherzahlen durch erhöhtes Kinokartenentgelt für effekthaschende Filmerlebnisse kaschiert.
Diese Rechnung kann, darf und wird langfristig nicht aufgehen.


Als kleine Randnotiz gegen den Frust:
Seit Anfang des Jahres bis zum 30.06.2010 lag die Zahl der Kinobesuche pro Einwohner in Deutschland laut FFA statistisch bei 0,74. Stellt man dem die Zahl der Kinobesuche des Gründer-CINEtologen im selben Zeitraum (41; ohne Kinodoppelbesuche) gegenüber, so kommt man zu folgendem Ergebnis:

Der Gründer-CINEtologe bringt es - statistisch gesehen - im ersten Halbjahr 2010 auf das stattliche kinowirtschaftliche Gewicht von rund 55 Einwohnern der Bundesrepublik Deutschland!

Donnerstag, 9. September 2010

Als hätte es nie einen Boykott gegeben...

Die Preispolitik des CineStar Neubrandenburg (derzeit wieder Hauptwirkungsstätte des Gründer-CINEtologen) unter der Leitung von Ben Ansorge bietet weiterhin berechtigten Grund zur Sorge:
Der angeblich supergünstige[...] Eintrittspreis für alle von 5,00 € (ehemals: 4,50 €) am Dienstag ist ab dem 14.09.2010 Geschichte. Bekam der Gründer-CINEtologe die Kinokarte am 07.09.2010 für den Film Die Legende von Aang noch für 5,00 € (plus 1 € Logenaufschlag), weist die aktualisierte Preistabelle nun folgenden Preis für den Kinotag aus:




Der Gründer-CINEtologen kann nicht umhin, dies als eine weitere Provokation unter vielen zu werten.
Die in den Mails des Herrn Ansorge teils explizit erwähnte Transparenz bei der Preisgestaltung fordere ich hiermit erneut ein, da weder auf der Internetseite noch in dem Foyer des CineStar Neubrandenburg auf diese Anhebung des Kinotagspreises hingewiesen wird. Mit nicht einer Silbe. Die Aushänge und Kinopläne kündigen lediglich von der vollendeten Tatsache des neuen Eintrittspreises.

Wenn das Rabattsystem im CineStar Neubrandenburg auch zukünftig nur auf das von Herrn Ansorge hoch gelobte 5-Sterne-Ticket beschränkt bleibt, ist dies nicht weniger als ein erneuter Schlag ins Gesicht der intensiven Kinobesucher bzw. Stammmkunden!

Mittwoch, 1. September 2010

CINEtologie empfiehlt: Ferrero Kinotag - Jeder Tag ist Kinotag!


Der Gründer-CINEtologe wurde im September 2009 zum ersten Mal auf diese spezielle Kinokartenpreissubventionierung durch Ferrero aufmerksam.
Seit dem 01.09.2010 steht mit den entsprechenden Aktionspackungen (unter anderen und insbesondere.: kinder Schokolade ®) die Neuauflage dieser Kooperation von Ferrero und CineStar in den Regalen vieler Discounter und Supermärkte.
Was hat es nun genau damit auf sich und inwiefern ist dem geneigten intensiven Kinobesucher damit geholfen, z.B. mehrere 100g Schokoladenprodukte zu sich zu nehmen, um anschließend bares Geld an der Kinokasse zu sparen?

Das CineStar Neubrandenburg beschreibt die Aktion wie folgt:

Schneiden Sie den Kinogutschein einfach [aus der jeweiligen Aktionspackung] aus und lösen ihn dann an einem Tag Ihrer Wahl direkt an der Kinokasse Ihres CineStar-Kinos ein.  Für jeden Gutschein bekommen Sie eine Eintrittskarte* zum ermäßigten Kinotag-Preis, die für jeden Film, an jedem Tag, zu jeder Vorstellung gilt. CineStar und Ferrero freuen sich auf Ihren Besuch und wünschen Ihnen viel Spaß in Ihrem CineStar!

Die Aufschlüsselung des berüchtigten Sternchens verrät uns:

*Einzulösen in allen teilnehmenden Häusern. Ausgenommen sind ausverkaufte Vorstellungen und Sondervorstellungen z.B. Filmnächte, 3D Vorführungen und Sonderveranstaltungen wie Konzerte und Lesungen. Nicht übertragbar.

Ich möchte gern anhand einer konkreten Rechnung aus der Praxis des Gründer-CINEtologen im örtlichen Kino die größtmögliche Ersparnis beim Kinobesuch greifbarer machen:

Regulärer Kinokartenpreis im CineStar Neubrandenburg von Freitag bis Samstag: 7,80 €
Relevanter Kinokartenpreis am sog. "Kinotag" des CineStar Neubrandenburg: 5,50 €

7,80 € + Kinogutschein von einer Ferrero-Aktionspackung 5,50 €

Ersparnis: 2,30 € abzügl. Preis der jeweiligen Aktionspackung
(z.B. kinder Schokolade ® für zumeist 0,85 €) = 1,45 €

Beachtet: Dieser Endpreis setzt voraus, dass auf einen Logenplatz verzichtet wird und das der entsprechende Film keine Überlänge aufweist. Diese Aufschläge (Loge: 1 € | Überlänge: zumeist 0,50 €) werden ansonsten zu den 5,50 € addiert.
Die Gültigkeit der Gutscheine endet jedenfalls am 28.02.2011.

P.S.: Dass ich am Wochenende bei Kinofilmen mit einer FSK 0 oder ab 6 Jahren sogar lediglich den Kinokartenpreis für Kinder unter 12 Jahren (4,50 €) bezahlen musste, möchte ich euch abschließend auch noch mit auf den - nun nicht mehr ganz so schwer fallenden - Weg ins Kino geben.

DVD und Blu-ray Verleih per Post (inklusive VoD)